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Bildungsministerin Karliczek - Präsenzunterricht für alle "nicht vorstellbar"

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Bundesbildungsministerin Anja Karliczek sagt schwierige Wochen für Schulen voraus. Sie warnt vor den Folgen, falls die Beschränkungen zu früh zu stark gelockert würden.

Die Kultusminister beraten heute darüber, wie es an den Schulen weitergehen soll. Viele Politiker sprechen sich bereits gegen Regelunterricht in der kommenden Woche aus.

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Angesichts der weiterhin angespannten Corona-Infektionslage in Deutschland hält Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) eine schnelle Rückkehr zum Präsenzunterricht für alle Schüler für ausgeschlossen.

Die Infektionszahlen seien "weiter besorgniserregend hoch" und die Auswirkungen Feiertage auf die Corona-Lage noch unklar, sagte Karliczek den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

Karliczek: Vorrang für Kinderbetreuung

"Eine vollständige Rückkehr zum vollständigen Präsenzunterricht in allen Jahrgängen ist daher in diesen Tagen nicht vorstellbar, so sehr dies natürlich im Sinne der Schülerinnen und Schüler und ihrer Eltern wünschenswert wäre", betonte Karliczek.

Wie groß sind die Chancen auf bundesweit einheitliche Regelungen im Schulbetrieb? Dazu ZDF-Korrespondent Thomas Reichart aus Berlin.

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Die Bildungsministerin sprach sich dafür aus, grundsätzlich dem Präsenzunterricht und der Betreuung für jüngere Kinder den Vorrang zu geben. Dabei sei eine umsichtige politische Abwägung nötig:

Allen Beteiligten ist klar, dass die Frage, wie mit Kitas und Grundschulen umgegangen wird, nicht nur rein nach Infektionsschutz-Gesichtspunkten entschieden werden kann.
Anja Karliczek, Bundesbildungsministerin

Wenn Präsenzunterricht stattfinden solle, könne dies "allenfalls nur unter strengster Einhaltung der Hygienevorschriften einschließlich des Tragens von Masken" geschehen, sagte die CDU-Politikerin. "Für die älteren Jahrgänge wäre Wechselunterricht dann momentan angezeigt."

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder plädiert im ZDF dafür, die Schulen noch geschlossen zu lassen – andernfalls werde ein "falsches Signal" gesetzt.

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Umsichtig agieren, um Schaden abzuwenden

Karliczek warnte vor den Folgen, falls die Beschränkungen zu früh zu stark gelockert würden: "Es ist in jedem Fall besser, sehr umsichtig zu agieren, als irgendwann aufgrund einer noch schlimmeren Infektionslage gar keinen Präsenzunterricht zulassen zu können."

Die Lage an den Schulen werde in den nächsten Wochen schwierig bleiben, sagte die Ministerin voraus. "Ich denke, dass wir aber in diesem Jahr wieder Schritt für Schritt zur Normalität zurückkehren werden, auch an den Schulen und anderen Bildungseinrichtungen."

SPD will bezahlten Urlaub für Eltern

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) fordert ebenfalls eine Verlängerung des Lockdowns an den Schulen um mindestens eine Woche. "Das ist dringend notwendig, weil momentan noch nicht seriös eingeschätzt werden kann, wie sich Silvester bei den Infektionszahlen auswirkt", sagte GEW-Chefin Marlis Tepe dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Angesichts der immer wahrscheinlicheren Verlängerung des Lockdowns will die SPD durchsetzen, dass Eltern mit Kita- und Schulkindern bezahlten Urlaub zur Betreuung des Nachwuchses nehmen dürfen. SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil sagte bei "Bild live":

Wenn man Schulen und Kitas zulässt, muss man mitdenken, was mit den Eltern ist. Die brauchen dann bezahlten Urlaub.
Lars Klingbeil, SPD-Generalsekretär

Auch die SPD-Vorsitzende Saskia Esken erwartet in nächster Zeit keine Normalität an deutschen Schulen. Sie sagte der "Rheinischen Post": "Eine schnelle Rückkehr der Schulen zum Regelbetrieb ist illusorisch."

Lockdown-Verlängerung zeichnet sich ab

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will am Dienstag mit den Regierungschefs der Bundesländer über das weitere Vorgehen gegen die Corona-Pandemie beraten. Im Vorfeld zeichnet sich ein breiter Konsens über eine Verlängerung des seit Mitte Dezember geltenden harten Lockdowns ab.

Die Kultusminister wollen sich heute noch vor den Beratungen der Kanzlerin und Länderchefs über das weitere Vorgehen abstimmen. Im Rahmen der derzeitigen Restriktionen sind die Schulen und Kitas bundesweit weitgehend geschlossen.

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