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Unterricht und Betreuung - Was der Shutdown für Schule und Kita bedeutet

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Der Corona-Shutdown betrifft auch Schulen und Kitas. In jedem Bundesland gelten jedoch eigene Regeln. Von Notbetreuung bis Abschlussklassen - diese Details sind bereits bekannt.

Ein Stuhl steht in einem Klassenzimmer einer Schule auf einem Tisch
Vom 16. Dezember an sollen Schulen wegen Corona in den Lockdown gehen (Archivbild)
Quelle: dpa

Der Corona-Shutdown ab dem 16. Dezember wird auch Schulen und Kitas betreffen. Die genaue Ausgestaltung dieser Maßnahmen liegt jedoch im Kompetenzbereich der Bundesländer.

Ob und in welcher Form Schulschließungen umgesetzt werden, entscheiden sie individuell. Die Grundidee, dass zwischen kommendem Mittwoch und mindestens dem 10. Januar Kinder "wann immer möglich zu Hause betreut werden", teilen alle Länder.

Familienministerin Franziska Giffey (SPD) bezeichnete die Schließung von Schulen und Kitas als "letztes Mittel".

Wie kann das umgesetzt werden?

Den Bundesländern stehen mehrere Optionen offen. Schulen könnten vollständig geschlossen, oder lediglich die Präsenzpflicht ausgesetzt werden.

So schließt Sachsen bereits an diesem Montag alle Schulen und Kitas. Bayern folgt am Mittwoch. Es soll eine Notbetreuung geben. Nordrhein-Westfalen wählt einen anderen Weg: Das bevölkerungsreichste Bundesland schließt Schulen und Kitas zwar nicht, setzt aber die Präsenzpflicht ab Montag aus und bittet Eltern, ihre Kinder möglichst nicht zu bringen. Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) sprach am Sonntag von einer "Betreuungsgarantie".

Auch Hessen und Rheinland-Pfalz haben lediglich die Aussetzung der Präsenzpflicht ab Mittwoch beschlossen. Malu Dreyer (SPD) kündigte für Rheinland-Pfalz an, dass die Schulen bis Ferienbeginn am Freitag für Schüler ohne Betreuung zu Hause geöffnet blieben. Nach den Ferien solle es flächendeckend Fernunterricht geben. Kitas sollen in Rheinland-Pfalz jedoch weiterhin regulär geöffnet bleiben.

Baden-Württemberg kündigte am Sonntag an, dass ab Mittwoch alle Schulen geschlossen werden. Für Abschlussklassen solle Fernunterricht stattfinden, für die restlichen Jahrgangsstufen sollen die Ferien laut dpa nach vorne verlegt werden. Berlin will prüfen, inwiefern Kitas für eine Notfallbetreuung auch im Shutdown offen bleiben müssen.

Wie im Frühjahr soll es aber verschiedene Modelle für eine Notbetreuung geben, und an den Schulen können Ausnahmen für Abschlussklassen möglich sein. Auch von Extra-Urlaub ist in den Beschlüssen die Rede: "Für Eltern werden zusätzliche Möglichkeiten geschaffen, für die Betreuung der Kinder im genannten Zeitraum bezahlten Urlaub zu nehmen."

Wie überschneidet sich das mit Ferienterminen?

Den Bildungs- und Betreuungseinrichtungen kommt entgegen, dass ein Großteil der Shutdown-Tage in den Zeitraum der Weihnachtsferien fällt. Für diese Tage muss also keine gesonderte Regelung getroffen werden.

Eine grundsätzliche Ausweitung der Weihnachtsferien hatten die zuständigen Kultusminister am Freitag abgelehnt. "Wir sind der Auffassung, dass die Ferien nicht verlängert werden sollten", sagte die bisherige Vorsitzende der Kultusministerkonferenz, die rheinland-pfälzische Ministerin Stefanie Hubig (SPD). Wechsel- und Fernunterricht seien vorzuziehen.

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Wird es Digital- und Distanzunterricht geben?

Im ersten Shutdown im Frühjahr haben viele Schulen bereits Erfahrungen mit digitalem Lernen gesammelt. Nicht überall verlief das gut. Die wenigen Tage bis zum 16. Dezember sollen nun auch dazu dienen, dass sich die Schulen auf die neu geltenden Maßnahmen technisch einstellen können, hieß es auf der Pressekonferenz nach dem Corona-Gipfel.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) und der Verband Bildung und Erziehung (VBE) begüßten die Beschlüsse. Es seien harte, aber wichtige Entscheidungen, so die GEW-Vorsitzende Marlis Tepe. Die Länder hätten zu lange am Präsenzunterricht festgehalten, so Tepe am Sonntag.

Der VBE-Vorsitzende Udo Beckmann wies auf anhaltende technische Probleme an den Schulen hin. Flächendeckender Hybridunterricht sei nicht umsetzbar.

Wir stehen vor den gleichen Problemen wie im März: Die Kinder, die mit der Offenhaltung der Schulen besonders unterstützt werden sollten, sind jetzt wieder die, die zuhause kein eigenes Zimmer, geschweige denn ein eigenes digitales Endgerät haben.
Udo Beckmann, Verband Bildung und Erziehung

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Was bedeutet das für Abschlussklassen?

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) betonte, dass für Abschlussklassen sichergestellt werden solle, dass sie durch die Maßnahmen bei ihren Prüfungen nicht benachteiligt werden. Als Beispiel nannte er mögliche Verschiebungen von Prüfungsterminen.

Wo ist Notbetreuung möglich?

Für den Fall, dass eine Kinderbetreuung nicht möglich ist, wollen die Bundesländer analog zum ersten Shutdown eine Notbetreuung anbieten. Wer sich dafür qualifiziert und wie umfassend diese Betreuung ist, müssen die Bundesländer noch bekannt geben. Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) verwies etwa auf eine hohe Zahl alleinerziehender Eltern in seinem Bundesland. Auch die Gefahr zunehmender Gewalt in Familien während des Shutdowns wurde angesprochen.

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) arbeitet nach Angaben seines Kabinettskollegen Olaf Scholz (SPD) bereits an Regelungen für zusätzlichen Urlaub für betroffene Eltern. Details würden an diesem Sonntag und Montag besprochen. Ministerpräsident Söder verwies auf Entschädigungsregelungen für betroffene Eltern, die auch im Frühjahr bereits getroffen wurden. Damals war ein gesetzlicher Verdienstausfall für Mütter und Väter beschlossen worden, wenn diese wegen geschlossener Kitas und Schulen nicht zur Arbeit konnten.

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