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Debatte vor Bund-Länder-Termin - Werden die Corona-Maßnahmen verschärft?

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Der Corona-Shutdown wird wohl in den Februar hinein verlängert. Aus Sorge vor der Gefahr durch Virus-Mutationen stehen sogar verschärfte Corona-Regeln zur Debatte.

Eine Straße in Köln ist am Morgen leer, aufgenommen am 19.01.2021
Auch Ausgangssperren werden als Lockdown-Mittel diskutiert.
Quelle: dpa

Die Menschen in Deutschland müssen sich auf eine Fortsetzung des Shutdowns bis in den Februar hinein einstellen. Auch verschärfte Corona-Regeln sind möglich, wenn Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder heute abermals über das weitere Vorgehen beraten. Im Gespräch waren zum Beispiel neue Vorgaben zu besser schützenden Masken im öffentlichen Raum und für mehr Arbeit von zu Hause aus.

Bund und Länder wollen noch mehr die Zahl von Kontaktgelegenheiten verringern. Die größten Sorgen bereiten derzeit neue, wohl deutlich ansteckendere Varianten des Coronavirus.

Es werden unterschiedliche Szenarien zur Verschärfung der Corona-Maßnahmen diskutiert.

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Ärzteverband-Chefin dringt auf Shutdown-Verlängerung

In einer Experten-Anhörung vor den Beratungen plädierten laut Medienberichten am Montagabend mehrere Wissenschaftler für härtere Corona-Maßnahmen. Sie hätten die drohende Gefahr durch das mutierte Virus beschrieben, berichtete das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) nach der Expertenrunde. Die einzige hilfreiche Konsequenz sei die weitere Reduzierung der Kontakte und Einschränkung der Mobilität. Auch der "Spiegel" berichtete darüber.

Der Ärzteverband Marburger Bund dringt auf eine weitere Verlängerung des Shutdowns, um schwere Corona-Fälle nicht nur in Intensivstationen abzuwenden. Die Vorsitzende Susanne Johna sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Die derzeitigen Kontaktbeschränkungen scheinen mehr und mehr zu wirken."

Bund-Länder-Gipfel zu Corona - Shutdown dauert wohl noch bis Mitte Februar 

Verlängerung der Maßnahmen, Vorgaben zu FFP2-Masken und Homeoffice: Das zeichnet sich vor dem morgigen Corona-Gipfel ab. Die Akademie Lepoldina macht noch drastischere Vorschläge.

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Der künftige Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Gerald Gaß, warnte vor sinkender Akzeptanz der Bevölkerung, wenn Bund und Länder den Corona-Shutdown weiter verschärfen. Gaß sagte der "Rheinischen Post":

Wenn die Politik am Dienstag weitere Verschärfungen beschließen möchte, müssen diese auch wirklich durch Fakten belegbar sein, sonst wird man die Menschen dafür nicht gewinnen können
Gerald Gaß

Gefahr durch Virus-Mutationen eindämmen

Der Deutsche Städtetag forderte dagegen weitere Maßnahmen. "Was wir alle bisher tun, ist wichtig, aber es reicht in der Summe nicht. Der Lockdown wirkt nicht so stark wie erhofft", sagte Burkhard Jung, Präsident des Deutschen Städtetages und Leipziger Oberbürgermeister, der "Rheinischen Post".

Man müsse jetzt auch die Gefahren durch die mutierten Virusvarianten begrenzen. Es sei richtig, auch neu über Ausgangssperren nachzudenken. Die Kommunen fordert er auf, städtische Mitarbeiter verstärkt ins Homeoffice zu schicken.

Skepsis bei Homeoffice-Pflicht

Der Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), Michael Hüther warnte bei der Funke Mediengruppe vor einer Homeoffice-Pflicht:

Dies ist eine Scheindebatte, denn die Unternehmen haben einerseits seit langem die Covid-19-Arbeitsschutzbedingungen zu beachten und andererseits weitreichend das Homeoffice ermöglicht.
Michael Hüther

Auch IG-Metall-Chef Jörg Hofmann hält nichts von Plänen, die Unternehmen zu Homeoffice-Regelungen zu verpflichten. "Je kleiner der Betrieb und je weniger gut vorbereitet auf die Digitalisierung, desto schwieriger sind die Homeoffice-Möglichkeiten für Beschäftigte. Denn manche kleineren und mittleren Betriebe sind weder technisch, noch organisatorisch, noch mental in der Lage, das Thema Homeoffice umzusetzen", sagte er der "Welt".

Eine Studie der Universität Mannheim rechnet vor: Bereits ein Prozent mehr Arbeitnehmer im Homeoffice könnte die Infektionsrate zwischen vier und acht Prozent verringern.

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Pläne für Schulbetrieb gefordert

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) rief die Bundeskanzlerin und die Ministerpräsidenten auf, die Schließungen von Schulen und Kitas zu verlängern. GEW-Chefin Marlis Tepe sagte dem RND:

Die Infektions- und Sterbezahlen bewegen sich weiter auf einem hohen Niveau, zudem sind die Risiken durch Mutationen des Coronavirus aktuell nur schwierig einzuschätzen.
Marlis Tepe

Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, forderte klare Pläne für den Schulbetrieb. "Wir erwarten von der Ministerpräsidentenkonferenz und der Bundeskanzlerin, dass endlich ein an Infektionszahlen gebundener Hygienestufenplan für den Schulbetrieb vorgelegt wird", sagte er der "Rheinischen Post".

Zu sehen ist ein Corona-Virus mit den erkennbaren Spike-Proteinen.

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