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Corona-Lockerungen in England - Schritt für Schritt Richtung Normalität

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Zum dritten Mal erklärt Boris Johnson den Weg aus einem Lockdown. Zum letzten Mal, verspricht der Premier. Deshalb gilt: Öffnen mit großer Vorsicht. Und immer unter Vorbehalt.

Seit Monaten ist Großbritannien im Lockdown – auch wegen wohl ansteckenderer Virus-Mutanten. Jetzt hat die britische Regierung für England einen Stufenplan zur Öffnung vorgestellt.

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Als der britische Premier Boris Johnson am Montagnachmittag vor das Parlament tritt, ist es seine Frisur, die wie nichts anderes zeigt, was sich seine Landsleute wünschen. Denn Johnsons zerzauste Haarpracht, ein Markenzeichen, schreit nach einem Friseur. Dem Ende des Lockdowns. Der öffentliche Druck ist enorm.

Vier Phasen auf dem Weg zur Öffnung

Johnson solle "die Bremsen lösen", fordert eine Zeitung. Die Wirtschaft, nach einem Einbruch des BIP von zehn Prozent im vergangenen Jahr, einem Rekordwert, lechzt nach Öffnungen. Doch der Plan, den Johnson vorlegt, trägt vor allem die Handschrift der Virologen. Eine Öffnung in vier Phasen.

Grafik: So will England die Corona-Maßnahmen aufheben
Quelle: ZDF/iStock

Doch es gibt keinen Automatismus. "Unsere Entscheidungen werden bei jedem Schritt unter Beachtung der letzten Daten erfolgen", so Johnson. Vor jeder Öffnung müssen deshalb vier Hürden genommen werden.

Vorsichtig öffnen, immer unter Vorbehalt. Die Lehre aus Fehlern der Vergangenheit. Schrittweise. In größeren Abständen. Um immer wieder die Auswirkungen der Maßnahmen auf das Infektionsgeschehen testen zu können.

Impfstoffe ein voller Erfog

Doch der entscheidende Unterschied bei diesem dritten und hoffentlich letzten Weg aus einem Lockdown: Fast 18 Millionen Briten haben ihre erste Impfung erhalten. Die noch nicht unabhängig geprüften Studien zur Wirksamkeit der Impfstoffe in England und Schottland zeigen: Sowohl Pfizer wie auch Astrazeneca sind hochwirksam, verhindern zu rund 90 Prozent einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf. Sind ähnlich wirksam gegen die auf der Insel dominante und ansteckendere Virusvariante B.1.1.7.

Und die Impfstoffe schützen davor, andere anzustecken. Bei rund zwei von drei Geimpften. "Ich glaube", so Johnson, "dass das Impfprogramm die Chancen massiv zu unseren Gunsten verändert hat."

Risiken und Nebenwirkungen

Es bleiben Risiken. Fast kaum jemand in Großbritannien ist zum zweiten Mal geimpft. Versorgungsengpässe könnten das Impfprogramm empfindlich zurückwerfen. Das plötzliche Auftauchen einer Virusvariante, die die Impfstoffe überlisten könnte.

Wissenschaftler machen klar, dass Öffnen bei einer 7-Tage Inzidenz von 121, gefährlich sei. Und es werden Nebenwirkungen eingeplant. Wenn Millionen Schüler in die Klassenräume strömen, dürfte das den R-Wert wieder über 1 treiben, so Virologen. Was Johnson in Kauf nimmt. Denn die Ältesten, am meisten bedroht, sind geimpft.

Die Mittelalten, die im Januar mit häufig schweren Krankheitsverläufen Intensivstationen haben kollabieren lassen, dürften in wenigen Wochen folgen. Alle Erwachsenen zu Beginn des Sommers. Dann vielleicht Jugendliche und Kinder. Die Botschaft: Es gibt, bei aller Vorsicht, einen Weg raus aus der Lockdown-Lethargie.

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