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Italien, Belgien, Österreich - Was folgt auf die Corona-Lockerungen?

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In Deutschland starten erste Lockerungen. Österreich, Italien und Belgien haben es vorgemacht. Wie wirkt sich das auf die Inzidenz in den Ländern aus? Und was sagt die Bevölkerung?

Wie der Shutdown gelockert werden soll, wird derzeit kontrovers diskutiert.

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Wie schwer sich Deutschland mit Corona-Lockerungen tut, war bei der vergangenen Bund-Länder-Konferenz zu beobachten. Einige Bundesländer waren bereits mit Stufenplänen zu möglichen Öffnungen in die Gespräche gegangen - am Ende blieben nur Friseursalons und je nach Bundesland und Klassenstufe auch Schulen und Kitas, die öffnen dürfen.

Andere EU-Länder sind hier weiter, zum Beispiel Österreich, Belgien und Italien. Hier gab es im Februar bereits größere Lockerungen - und das bei Inzidenzen, die höher lagen als in Deutschland. Wie hat sich die Lage dort seither entwickelt?

Österreich: Leichter Anstieg - neue Öffnungen in Sicht

Österreich, Wien: Kunden in einem Einkaufszentrum in Wien.
In Österreich sind Geschäfte wieder geöffnet.
Quelle: epa

Trotz einer 7-Tage-Inzidenz von 106 gerechnet auf 100.000 Einwohner*innen öffnete Österreich am 8. Februar wieder Schulen und Geschäfte unter Auflagen. Zum gleichen Zeitpunkt lag die Inzidenz in Deutschland bei 79.

Auch körpernahe Dienstleistungen einschließlich Friseure stehen seitdem zur Verfügung, wenn Kund*innen einen negativen Test vorweisen können, der nicht älter als 48 Stunden ist. In Schulen werden zudem zweimal pro Woche Selbsttests gemacht, um einen Überblick über die Neuinfektionen zu behalten.

Die sind seit den Öffnungen stabil geblieben, mit leicht steigendem Trend. Im gesamten Februar bewegen sich die gemeldeten Neuinfektionen pro Tag zwischen 1.000 und 2.000. Die 7-Tage-Inzidenz ist seit den Öffnungen am 8. Februar dafür deutlich gestiegen: von 106 auf aktuell 134 (Stand 23. Februar).

[In folgender Grafik sehen Sie die 7-Tage-Inzidenzen verschiedener Länder. Italien finden Sie auf Seite 2, Belgien und Österreich auf Seite 3.]

Trotzdem denkt die Regierung aktuell über weitere Öffnungen nach. "Die Bundesregierung überlegt offenbar, um Ostern herum auch Restaurants für Leute zu öffnen, die getestet sind", erklärt ZDF-Korrespondent Wolf-Christian Ulrich in Wien.

Mit diesen Maßnahmen will man die Leute zum Testen bewegen, so lange der Großteil der Menschen noch auf die Impfung wartet.
Wolf-Christian Ulrich, ZDF-Korrespondent Wien

Wirtschaft und Bevölkerung würden sich nach weiteren Öffnungen sehnen.

Die meisten halten sich an die Regeln - dennoch hat die Zahl der aktiven Corona-Fälle wieder leicht zugenommen.
Wolf-Christian Ulrich

Hinzu kommen Sorgen vor neuen Virus-Varianten - vor allem im Bundesland Tirol, erklärt ZDF-Korrespondent Ulrich.

Belgien: "Milder" Shutdown und Seitwärtsbewegung

In Belgien herrscht ein vergleichsweise "milder" Shutdown. Geschäfte sind - unter strikten Hygienebedingungen - bereits seit Dezember wieder geöffnet, am 8. Februar folgten Ferien- und Bungalowparks sowie Campingplätze, am 13. Februar Friseure und die Außenbereiche von Zoos.

"Größter Unterschied zu Deutschland sind die Schulen", erklärt ZDF-Korrespondent Gunnar Krüger in Brüssel: "Sie blieben für Kinder unter zwölf Jahren ganz, für die Älteren im Wechsel offen".

Belgien, Brüssel: Schüler trage Masken während des Unterrichts.
In Belgien bleiben Schulen für Kinder unter zwölf Jahren ganz, für die Älteren im Wechsel offen.
Quelle: Reuters

Seit den neuen Öffnungen im Februar sind die Inzidenzen wieder leicht gestiegen. So betrug die 7-Tage-Inzidenz gerechnet auf 100.000 Einwohner am 8. Februar 135, am 13. Februar 120 und ist seither wieder leicht auf 140 gestiegen (Stand 23. Februar).

Die Zahl der täglichen gemeldeten Neuinfektionen ist seither aber stabil geblieben. Seit Neujahr hat sich die Zahl je nach Wochentag zwischen 1.000 und 3.000 eingependelt, dieser Trend setzte sich im Februar fort.

Diese Seitwärtsbewegung wurde schon "belgisches Modell" getauft, als Resultat eines langen, aber milden Shutdowns.
Gunnar Krüger, ZDF-Korrespondent Brüssel

Auch in Belgien gibt es Öffnungsdebatten in Politik und Gesellschaft. Proteste gegen die Corona-Politik seien bisher aber ausgeblieben, erklärt Krüger. Und das obwohl sich Umfragen zufolge 73 Prozent der Belgier nicht von der Politik gehört fühlen.

Die Belgier wundern sich ein bisschen, zum einen über die Wut der Nachbarn, zum anderen über die eigene Folgsamkeit.
Gunnar Krüger, ZDF-Korrespondent

Derweil bremst die Regierung unter dem liberalen Ministerpräsident Alexander de Croo die Hoffnung auf weitere Öffnungen. Man müsse aber noch einen Monat vorsichtig bleiben, hieß es am Montag.

Grund dafür sei die Sorge vor den Virus-Varianten, die aus Großbritannien kommen, und die Frage, wie schnell man die Bevölkerung impfen kann, sagt ZDF-Korrespondent Krüger.

Durch die Corona-Pandemie ist die deutsche Wirtschaft stark eingebrochen. Doch wie ist die Situation im Ausland? Unsere ZDF-Korrespondenten berichten aus Frankreich, Belgien und Polen.

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Italien: Corona-müde und auf dem Weg zum nächsten Lockdown?

Italien war eines der am schwersten von Corona betroffenen europäischen Länder - trotzdem gab es dort am 1. Februar leichte Lockerungen. Dabei richten sich die Italiener nach einem Ampel-System. In sogenannten gelben Zonen, in denen das Ansteckungsrisiko als gering gilt, durften seitdem Restaurants bis 18 Uhr öffnen, aber auch Museen und Sehenswürdigkeiten wieder besucht werden.

Aktuell liegen etwa die Regionen rund um Rom, Mailand oder Venedig in der "gelben Zone". Schüler*innen der Klassen 1 bis 6 haben zudem landesweit seit Wochen wieder Präsenzunterricht - die Älteren Wechselunterricht.

Archiv, Italien: Kunden sitzen in einem Restaurant in Mailand.
Am 1. Februar öffneten die Restaurants unter anderem in Mailand.
Quelle: epa

Die 7-Tage-Inzidenz ist seit den Öffnungen leicht gestiegen, am 1. Februar lag der Wert bei 143, aktuell liegt er landesweit bei 149 (Stand 23. Februar). Die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen pro Tag stagnierte im Februar - abhängig vom Wochentag - zwischen 7.000 und 15.000. Seit dem 19. Februar ist aber wieder ein deutlicher Trend nach oben zu erkennen.

Trotz der neuen Virus-Mutanten hat Italien die meisten Regionen des Landes zu gelben Zonen mit geringem Ansteckungsrisiko herabgestuft. Museen und Restaurants dürfen am Tag öffnen.

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Die Italiener sind Corona-müde geworden, berichtet ZDF-Korrespondent Andreas Postel aus Rom. "Da, wo es sinkende Fallzahlen hergeben, wird zwar gelockert, aber das soll nicht darüber hinwegtäuschen, dass es über das ganze Land verteilt rote Zonen gibt mit starken Einschränkungen", so Postel. Dazu zählen Ausgangssperren, Kontakteinschränkungen und Ladenschließungen.

"Auch ein erneuter landesweiter Lockdown wird hier in Rom gerade heftig diskutiert", erklärt Postel.

Die neue Regierung von Mario Draghi will aber vorerst am italienischen Ampelsystem festhalten.
Andreas Postel, ZDF-Korrespondent in Rom

Aus Angst vor den neuen Mutanten und einer dritten Welle wurden sogar nun die strengen Reisebeschränkungen innerhalb Italiens bis Ende März verlängert, berichtet ZDF-Korrespondent Postel.

Aktuelle Nachrichten zur Corona-Krise

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