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Öffnungsdebatte bei Lanz - "Die Leute wollen ihre Freiheit zurück"

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Alexander Graf Lambsdorf, Vize-Fraktionsvorsitzender der FDP-Bundestagsfraktion, fordert einen Stufenplan der Regierung in der Corona-Pandemie. Er kritisiert Ungerechtigkeiten.

Über Donald Trump, die Corona-Lage in den USA, die Forderungen der FDP zur Öffnungsstrategie, den neuesten US-Impfstoff und Strategien anderer Nationen im Kampf gegen die Pandemie

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Gemeinsam mit der Theologin Petra Bahr, Flensburgs Oberbürgermeisterin Simone Lange und dem Epidemiologen Professor Timo Ulrichs war Oppositionspolitiker Alexander Graf Lambsdorff bei Markus Lanz zu Gast.

Er kritisierte das Vorgehen der Bundesregierung in der Corona-Pandemie. "Die Leute wollen nicht mehr den Ton getroffen haben. Sie wollen getestet werden, sie wollen geimpft werden, und sie wollen ihre Freiheit zurück", konstatiert Lambsdorff energisch. Der Beschlussvorlage des Kanzleramtes zufolge solle der Shutdown jedoch zunächst bis Ende März bestehen bleiben.

Seit Mitte Dezember sind in Deutschland auch Friseursalons geschlossen – bis jetzt. Nach der monatelangen Durststrecke öffneten manche ihre Türen schon in der Nacht.

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Der FDP-Politiker stellte die Frage, warum der Friseur öffnen darf, der Buchladen jedoch nicht, obgleich der Kontakt beim Friseur deutlich näher gegeben sei. Daher brauche man einen verlässlichen Stufenplan, damit die Menschen wissen, woran sie seien, so Lambsdorff bei Lanz:

Ich wünsche mir von der MPK Verlässlichkeit und Perspektive - eine Einigung auf einen Stufenplan.
Alexander Graf Lambsdorff, FDP

Widersprüche im Shutdown schwer zu ertragen

Petra Bahr, Regionalbischöfin der Landeskirche Hannover, pflichtete ihm bei: "Man muss permanent mit Widersprüchen leben, die überhaupt nicht zusammenpassen." Sehr viele Menschen hätten in diesem Land alleine sterben müssen, beim Friseur aber sei die Menschenwürde plötzlich im Spiel gewesen, so Bahr bei Markus Lanz.

Diese Widersprüche sind wirklich nicht erträglich. Man merkt, wie man innerlich aus diesem Gesellschaftsvertrag im Lockdown aussteigen möchte.
Petra Bahr, Regionalbischöfin

Man könne eine Inzidenz und die Zukunft der Pandemie mathematisch modellieren, aber nicht das menschliche Verhalten. "Daher braucht es zuverlässige Perspektiven", befindet Bahr.

Friseure, Blumenläden, Baumärkte - erste Lockerungen treten in Kraft. Wie viel kann sich Deutschland erlauben? Das fragt ZDFheute live Dr. Viola Priesemann vom Max-Planck-Institut.

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"Die Stufenpläne sind immer nur so gut, wie sich das Virus verhält", merkte Infektionsepidemiologe Professor Timo Ulrichs an. Sie seien über den Haufen zu werfen, wenn man akut ein exponentielles Wachstum einfangen müsse. Aus epidemiologischer Sicht blickt Ulrichs kritisch auf die anstehende Ministerpräsidentenkonferenz und deren Entscheidungen.

Ungerechtigkeiten bei Geschäftsschließungen

Graf Lambsdorff erläutert, wie das Modell in NRW ab dem 8.3. aussieht: Lehrerinnen und Lehrer sollen geimpft werden. In der Primarstufe soll es Wechselunterricht geben und Schülerinnen und Schüler werden regelmäßig getestet.

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Lambsdorff kritisierte außerdem Ungerechtigkeiten bei den Schließungen von Geschäften. Er zückte aufgebracht eine Übersichtstabelle des RKI, um zu verdeutlichen, wo Infektionsrisiken hoch und wo sie niedrig sind. Geringe Risiken herrschten dem Dokument zufolge in Hotels und dem Einzelhandel. "Und trotzdem werden sie zugemacht", empörte sich der 54-Jährige.

"In jedem Ortskern sind mehr Unternehmen als im DAX", holte er aus. Jeder Optiker, jeder Blumenladen, jeder Fischhändler sei sein eigenes Unternehmen. Nun ginge es darum, verantwortungsbewusst und bundesweit einheitlich zu handeln und zu öffnen. Er stellte aber auch klar:

Verlässlichkeit heißt auch, dass man wieder schließen muss, wenn es schlechter wird.
Alexander Graf Lambsdorff, FDP

Einschränkungen für Jugendliche: Verlorene Jahre

Ein weiteres Thema treibt den FDP-Politiker um: "Wenn Jugendliche 16, 17, 18, 19 sind, können sie nicht tanzen, nicht flirten. Diese Jahre kommen nicht wieder. Deshalb ist es richtig, eine Gesamtabwägung vorzunehmen".

Kein Rückzugsort, keine Klassenfahrt. Und vor allem: keine Freunde. Für Jugendliche ist die Corona-Zeit eine große Belastung. Eine wichtige Phase des Lebens: verloren. Die Jugendstudie zeigt: Die meisten fühlen sich von der Politik übersehen.

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Dem stimmte Bahr, Mitglied des deutschen Ethikrates, in der Diskussion bei Lanz zu: "Den Weltkontakt über die Bildschirme zu machen, ist wirklich tückisch. Was es für Familien bedeutet, wenn die Studierendengeneration zuhause wieder eingezogen ist, was das für Ablösungsprozesse bedeutet, werden wir gründlich bearbeiten müssen." Das werde nicht einfach wieder verschwinden, prognostiziert Bahr. "Das merken sich Familien."

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