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Stufenkonzept Corona-Lockerungen - So stellt sich das RKI mögliche Öffnungen vor

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Die Corona-Müdigkeit in der Bevölkerung nimmt zu. Das bemerkt auch das RKI - und präsentiert einen Plan für mögliche Öffnungsschritte. Wichtig ist dabei nicht nur die Inzidenz.

Bis zum 7. März ist der derzeitige Shutdown zunächst von Bund und Ländern verlängert worden. Mögliche Lockerungen der bisherigen Corona- Maßnahmen werden heftig diskutiert.

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Der nächste Bund-Länder-Gipfel findet erst kommende Woche statt - doch schon jetzt ist die Debatte um die nächsten Öffnungen und Lockerungen in der Corona-Pandemie entbrannt. Die Sehnsucht der Bevölkerung nach neuen Öffnungsschritten ist groß, darauf reagieren einige Bundesländer.

Neben Schulen, Kitas und Friseuren wollen einige Länder bald wieder Baumärkte und Gartencenter öffnen, andere wollen eingeschränkt sogar wieder den Einkauf in Bekleidungsgeschäften ermöglichen.

RKI präsentiert "Intensitäts-Stufenkonzept" in Corona-Pandemie

Auch das Robert-Koch-Institut (RKI) hat sich Gedanken gemacht zu möglichen Öffnungsstrategien. In einem Papier, das auf den 18. Februar datiert, ist von einem "Rückgang der Akzeptanz von Maßnahmen in der Bevölkerung" die Rede, welche "die Notwendigkeit einer klaren Zielstellung und transparenten Perspektive für die nächsten Monate" unterstreiche.

In seinem "Intensitäts-Stufenkonzept" versucht das RKI einen Weg aus dem Shutdown zu zeichnen, abhängig vor allem von den vier folgenden Indikatoren in den jeweiligen Landkreisen:

  • der 7-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner*innen
  • dem Anteil der intensivmedizinisch behandelten Covid-19-Fälle gerechnet auf - die Gesamtzahl der Intensivbetten
  • der Zahl der hospitalisierten Fälle unter den über 60-Jährigen
  • dem Anteil der Kontaktpersonen, die nachverfolgt werden können.

Für alle vier vorgestellten Stufen würden weiterhin die AHA+L Regeln gelten, also auch das Tragen von Alltagsmasken.

So schätzt das RKI das Infektionsrisiko an verschiedenen Orten ein:

Stufe 3: Kaum Öffnungen bei Inzidenz über 50

Die höchste Stufe, die Intensitätsstufe 3, erlaubt laut Plan des RKI nur wenige Lockerungen und entspricht weitestgehend den aktuellen bundesweiten Regelungen. Die Stufe definiert sich unter anderem durch eine 7-Tage-Inzidenz von über 50 und einem Anteil mehr als zwölf Prozent intensivmedizinisch behandelter Covid-19-Fälle gerechnet auf die Gesamtzahl der Intensivbetten.

Stufe 2: Mehr Lockerungen ab 35er-Inzidenz

Der nächste Schritt wäre dann Intensitätsstufe 2, bei der die Inzidenz zwischen 50 und 35 liegt und der Covid-Anteil an den Intensivbetten zwischen zwölf und fünf Prozent beträgt. Hier wären laut RKI deutliche Lockerungen etwa bei privaten Treffen, Kitas und Schulen sowie im Einzelhandel möglich.

Stufe 1: Unter 35er-Inzidenz Unternehmungen mit Schutzkonzept offen

Würde die Inzidenz unter 35 fallen, aber immer noch höher als zehn betragen, tritt die nächste Stufe in Kraft – Intensitätsstufe 1, bei der alle beschriebenen Unternehmungen mit Schutzkonzepten wieder offenstehen würden.

Der Anteil intensivmedizinisch behandelter Covid-19-Fälle gerechnet auf die Gesamtzahl der Intensivbetten müsste gleichzeitig zwischen fünf und drei Prozent liegen, 80 bis 90 Prozent der Kontaktpersonen müssten nachverfolgbar sein und die wöchentliche Inzidenz der hospitalisierten Fälle bei über 60-Jährigen zwischen 4 und 3 liegen.

Einschränkungen gäbe es in dieser Stufe vor allem bei Zusammenkünften. Mit Schutzkonzept dürften sich Menschen in Innenräumen dann treffen, solange es weniger als 50 Personen bleiben. Bei Treffen im Freien müssten es weniger als 500 Menschen sein. Auch in Altenheime dürfte dann wieder mehrere Menschen zu Besuch kommen.

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Basisstufe: Inzidenz unter zehn ist das Ziel

In der letzten, der sogenannten Basisstufe läge die Inzidenz kleiner oder gleich zehn. Auch hier stünde alles mit Schutzkonzepten offen - Treffen in Innenräumen müssten auf unter 100 Personen beschränkt bleiben, Treffen im Freien auf unter 1.000 Menschen.

Hier dürfte der Anteil der intensivmedizinisch behandelten Covid-19-Fälle nicht über 3 Prozent steigen, die Kontaktnachverfolgungsrate müsste 90 Prozent oder mehr betragen und die Inzidenz der wöchentlich hospitalisierten über 60-Jährigen dürfte nicht über 3 steigen.

Keine Regeln für Reisen ins Ausland

Was auffällt: Regelungen für Urlaubsreisen ins Ausland bietet das Modell nicht. Zudem sind die Virusvarianten nicht mit einberechnet und müssten bei möglichen Lockerungen immer berücksichtigt werden.

Das Auftreten neuer besorgniserregender Variantenvon Sars-CoV-2 und deren Eigenschaften, wie eine höhere Übertragbarkeit müssen bei der Deeskalation und Eskalation der Maßnahmen berücksichtigt werden.
RKI

Vor allem zeigt das Modell aber eines: Öffnungsschritte sind möglich und könnten, wenn die Inzidenz unter 35 fällt, durchaus umfangreich sein.

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