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Heftige Kritik an Aussagen : Macron will Impfunwillige "nerven"

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Frankreichs Präsident Macron verschärft in der Corona-Krise den Ton gegenüber Impfunwilligen. Er werde sie "bis zum Ende nerven". Für seine Aussagen wird er heftig kritisiert.

Emmanuel Macron am 01.12.2021
Emmanuel Macron schränkt Leben von Ungeimpften weiter ein.
Quelle: Reuters

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat sich entschlossen im Kampf gegen Corona-Impfverweigerer gezeigt. Er werde Ungeimpfte "bis zum Ende nerven", indem er ihnen soweit wie möglich den "Zugang zu den Aktivitäten des sozialen Lebens" einschränken werde, sagte der Staatschef in einem Interview mit der Zeitung "Le Parisien".

Ich habe große Lust, die Ungeimpften zu nerven.
Emmanuel Macron

Deshalb werde seine Regierung dies auch weiterhin tun. "Ich werde sie nicht ins Gefängnis stecken, ich werde sie nicht zwangsimpfen", sagte Macron über seine Strategie zum Umgang mit Impfverweigerern. Stattdessen müsse die Botschaft der Regierung an die Ungeimpften lauten:

Ab dem 15. Januar könnt ihr nicht mehr ins Restaurant gehen, ihr könnt keinen Rotwein mehr trinken, ihr könnt nicht mehr Kaffee trinken gehen, ihr könnt nicht mehr ins Theater gehen, ihr könnt nicht mehr ins Kino gehen.
Emmanuel Macron

Diese Äußerungen sorgten in der Nationalversammlung für Aufruhr. Der Sitzungspräsident musste wegen der Aufregung unter den Abgeordneten in der Nacht zum Mittwoch eine Debatte über die Verschärfung der Regeln für den sogenannten Gesundheitspass unterbrechen.

Seit Tagen meldet Frankreich mehr als 200.000 Neuinfektionen täglich. Nun sollen die Maskenpflicht ausgeweitet und die Quarantäne-Regeln auf sieben Tage verkürzt werden.

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Der neue Pass soll den Druck auf Ungeimpfte erhöhen, sich doch noch gegen das Coronavirus impfen zu lassen. Viele Orte des öffentlichen Lebens sind künftig nur vollständig Geimpften und Genesenen zugänglich, unter anderem Restaurants, Einkaufszentren und Kinos.

Im französischen Parlament wurde bereits vor Macrons jüngsten Äußerungen erbittert darüber gestritten. Die Opposition hatte das Projekt am Dienstag überraschend verzögert.

Opposition: Macrons Aussagen "schockierend"

Nach den Äußerungen Macrons kam deutliche Kritik aus den Reihen der Opposition. Jean-Luc Mélenchon von den radikalen Linken nannte Macrons Aussagen "schockierend". Die Rechtspopulistin Marine Le Pen warf Macron vor, die Nation zu "spalten". Er sei seines Amtes "unwürdig".

Kritiker monierten auch die Wortwahl. Als Ausdruck für "nerven" benutzte Macron das Wort "emmerder", dessen Wortstamm auf das französische Wort "merde" (Scheiße) zurückgeht. Eine solche Vokabel gehöre sich nicht für einen Präsidenten.

Mehr als 270.000 Neuinfektionen an einem Tag

In Frankreich hat die Zahl der Neuinfektionen einen weiteren Rekordwert erreicht. Innerhalb von 24 Stunden wurden 271.686 Ansteckungen registriert, so viele wie noch nie. Dies teilte die nationale Gesundheitsbehörde am Dienstag in Paris mit.

Über 65-Jährige, die keine Booster-Impfung nachweisen können, gelten seit Mitte Dezember als ungeimpft.

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Mittlerweile dominiert in Frankreich die besonders ansteckende Omikron-Variante des Virus. Die Sieben-Tage-Inzidenz - also die Zahl der Neuinfektionen innerhalb einer Woche auf 100.000 Menschen - liegt nach jüngsten Angaben bei 1.851.

Gut 3.600 Covid-19-Patienten liegen auf der Intensivstation, etwa zehn Prozent mehr als in der Vorwoche. Etwa 80 Prozent von ihnen sind nicht geimpft.

Macron: "Lust" auf Präsidentschaftskandidatur

In dem Zeitungs-Interview äußerte sich Macron auch zu seiner möglichen Präsidentschaftskandidatur für die Wahl im April. Er habe "Lust", als Präsidentschaftskandidat anzutreten, sagte Macron.

Die Entscheidung festigt sich in meinem Innersten. Ich muss sicher sein, dass ich in der Lage bin, so weit zu gehen, wie ich will.
Emmanuel Macron

Am 10. April findet in Frankreich der erste Wahlgang statt. Wo steht das Land?

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Die Debatte um den richtigen Umgang mit den steigenden Zahlen ist auch vom Präsidentschaftswahlkampf geprägt. Die Regierung scheut derzeit vor schärferen Maßnahmen zurück, die der Wirtschaft schaden und wohl auch Wählerstimmen kosten würden. Im April endet das erste Mandat von Macron.

Auf der Illustration ist eine Frau zu sehen, die beide Arme zur Schulter zieht. Über der linken Hand schwebt ein Symbol mit Daumen runter, über der rechten Hand schwebt ein Symbol mit Daumen hoch.

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