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Interview

Divi-Chef Gernot Marx - Wie wahrscheinlich ist eine Triage?

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Im ZDF-Mittagsmagazin schildert Divi-Präsident Gernot Marx die Lage auf den Intensivstationen. Und macht in Sachen Corona ein wenig Hoffnung.

Die zunehmende Wucht der vierten Corona-Welle trifft die Krankenhäuser in Deutschland immer härter. "Die Situation ist in Bundesländern wie Bayern, Sachsen und Thüringen sehr angespannt", so DIVI-Präsident Prof. Gernot Marx.

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Der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) sprach im ZDF-Mittagsmagazin:

... über die Situation auf den Intensivstationen

"In einigen Bundesländern, das heißt Bayern, Sachsen, Thüringen und einigen Ballungsgebieten wie Berlin ist die Lage schon sehr angespannt, dort ist man bereits am Rande der Überlastung. In anderen Regionen ist die Lage auch angespannt, aber noch kompensiert. (...)

Die Krankenhäuser werden noch lange durchhalten. Wir haben jetzt heute 3.963 Intensivpatienten mit Covid-19, die wir zu betreuen haben. Aber wir haben insgesamt eines der besten Gesundheitssysteme der Welt, das heißt wir haben noch viele Kompensationsmöglichkeiten."

Kommt eine bundesweite Impfpflicht? Erste Stimmen fordern das. Die alte Regierung will das nicht entscheiden - eine neue gibt es noch nicht. Und der geschäftsführende Gesundheitsminister muss eine Impfstoffdebatte beruhigen. Angestoßen hat er sie selbst.

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... über die Gefahr der Triage

"Ich persönlich sehe nicht, dass wir eine Triage-Situation in Deutschland haben werden. Wir haben noch sehr viele Möglichkeiten, dagegen zu agieren. Wir können, wo es medizinisch vertretbar ist, Operationen und Eingriffe verschieben, Mitarbeiter aus anderen Bereichen in einer Art Notfall-Modus in die Intensivmedizin bringen, oder aus besonders belasteten Regionen Patienten verlegen."

... über den Pflegekräftemangel

"Wir fordern (...) kurzfristig einen deutlichen finanziellen Anreiz, im Sinne von brutto gleich netto oder steuerfreie Nacht- und Wochenendarbeit. Erstmal als Zeichen der Wertschätzung, aber hoffentlich auch als Attraktivitätsmerkmal, dass unsere Pflegekräfte zurückkommen oder neue junge Menschen dazukommen.

Dazu brauchen wir aber auch eine Perspektive in der neuen Legislaturperiode, dass wir eben auch attraktivitätssteigernd psychologische Unterstützung und Teambuilding einsetzen. Care for the carers, das muss in den nächsten Jahren ein Schwerpunkt sein für die Politik."

... über eine Impfpflicht für einzelne Gruppen

"Wir sehen eine Impfpflicht für bestimmte Gruppen nicht als sinnvoll an. Auf einer Intensivstation gibt es Pflegerinnen und Pfleger, Ärzte und Ärztinnen, Physiotherapeuten, usw. Hier nur einzelne Gruppen rauszupicken, bringt gar nichts. Wir sehen allerdings eine moralische Verpflichtung für alle in der Gesundheitsbranche Arbeitenden, sich impfen zu lassen. (...)

Weit über 90 Prozent haben sich bereits impfen, und jetzt auch boostern lassen."

Der Steit über die Begrenzung des Biontech-Impfstoffes geht weiter. Gesundheitsminister Spahn sagte den Ländern immerhin schon mal eine Million Dosen mehr zu als zunächst geplant.

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... über die vierte Welle

"Wenn Sie sich die Kurven anschauen, sind wir quasi exakt da, wo wir vor einem Jahr waren. Das haben wir auch bereits vor vielen Wochen vorhergesagt, dass wir uns darum kümmern müssen, dass das nicht eintritt. Nun müssen wir vorsichtig, klug handeln.

Jede Bürgerin, jeder Bürger kann dazu beitragen: Kontakte möglichst vermeiden, AHA-Regeln beachten, viel lüften, Maske tragen. Wir sind immer noch mitten in der Pandemie drin. Je disziplinierter wir alle uns verhalten, je klüger wir sind, desto schneller können wir die vierte Welle auch brechen."

Marx betont: Jeder Notfall wird versorgt

Am Montag äußerte Marx sich bereits beim Sender NDR Info und erklärte: "Die Corona-Lage ist sehr besorgniserregend und momentan nicht unter Kontrolle." Die Überlastung in den betroffenen Regionen mache Verlegungen in den jeweiligen Bundesländern und die Verschiebung planbarer Operationen notwendig.

Bei anhaltendem Corona-Wachstum werde auch eine Priorisierung von Eingriffen in weiten Teilen Deutschlands notwendig. Jeder Notfall und jeder Covid-19-Patient werde jedoch versorgt, so Marx am Montag.

Auf der Illustration ist eine Frau (links) und ein Mann (rechts) zu sehen. Die Frau hat eine Impfspritze am Arm angesetzt und Viren im Rachen, der Mann hat keine Impfung und Viren im Rachen und außerhalb der Atemwege.

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