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Experten zur Maskenpflicht - Wo die Maske sinnvoll bleibt

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Die allgemeine Maskenpflicht könnte nach mehr als einem Jahr wieder gelockert werden. Was Experten davon halten und wo das Tragen einer Maske noch sinnvoll ist: ein Überblick.

Die Forderung nach dem Ende der Maskenpflicht wird lauter und auch Gesundheitsminister Spahn (CDU) spricht sich für ein stufenweises Ende aus. Die Politik diskutiert, wo die Maskenpflicht aufgehoben werden kann und wo sie sinnvollerweise bleiben sollte.

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Am 29. April 2020 wurde die generelle Maskenpflicht im ÖPNV und beim Einkaufen in Deutschland eingeführt. Es folgten nahezu alle Lebensbereiche mit Ausnahme der eigenen vier Wände. Seitdem gab es immer wieder Diskussionen um ein mögliches Ende der Maskenpflicht. Auch im letzten Sommer gab es Bestrebungen, die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes zu lockern, als die Infektionszahlen immer niedriger wurden.

Nun sind wir an einem ähnlichen Punkt: Die Inzidenz sinkt deutschlandweit, Forderungen nach dem Ende der Maskenpflicht werden lauter und auch Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) spricht sich für ein stufenweises Ende aus.

Experten sprechen sich gegen generelle Aufhebung aus

Eine generelle Aufhebung der Maskenpflicht in Deutschland könnte nach Ansicht von Wissenschaftlern jedoch ein Wiederaufflammen der Pandemie nach sich ziehen. "Wenn wir nach dem Wegfall der Testpflicht in vielen Situationen nun auch noch die Maskenpflicht fallen lassen, sind wir im Grunde in einem ungestörten Leben wie vor der Pandemie", sagte Eberhard Bodenschatz vom Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation in Göttingen der Deutschen Presse-Agentur. Das Virus aber sei noch da und wesentlich infektiöser durch Mutationen. Die Infektionszahlen könnten also wieder steigen.

Wir haben es bei der Alpha-Variante in Deutschland gesehen, wie schnell sich diese ausgebreitet hat, weil wir zu stark gelockert haben, und die Delta-Variante wartet nur auf ähnliche Nachlässigkeiten.
Martin Stürmer, Virologe am LAB Frankfurt

Diese Entwicklungen sehe man aktuell in Großbritannien, wo trotz einer hohen Impfquote die Infektionszahlen wieder steigen, wahrscheinlich ausgelöst durch die in Indien entstandene Delta-Variante des Coronavirus, so Virologe Martin Stürmer vom LAB Frankfurt.

Draußen dürfen die Masken fallen

Unter freiem Himmel könne die Maskenpflicht gelockert werden. Darin waren sich alle von ZDFheute kontaktierten Experten einig:

Wir haben derzeit sehr klare positive und beständige Tendenzen in die richtige Richtung, daher halte ich ein Aufheben oder Aussetzen der Maskenpflicht draußen insgesamt für angemessen.
Prof. Hajo Zeeb, Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie

Es brauche ein gestaffeltes und weiterhin vorsichtiges Vorgehen bei den Lockerungen, so Professor Hajo Zeeb vom Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie in Bremen. Auch Virologin Melanie Brinkmann vom Braunschweiger Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung sieht die Gefahr durch Aerosole oder eines Superspreadings draußen nicht gegeben. Dort könne man auch besser Abstand halten als in geschlossenen Räumen.

Ausnahmen dieser Annahme seien Situationen, wo viele Menschen über einen längeren Zeitraum auf engstem Raum zusammenkommen, meint Virologe Stürmer. Damit meint er Public Viewing, übervolle Außengastronomie und voll besetzte Großveranstaltungen.

In Außenbereichen könnten nach Karl Lauterbach, SPD, bald "Abstand und Obergrenzen der Menschen, die sich auf den Plätzen aufhalten dürfen" die Maskenpflicht ablösen.

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In Innenräumen sollte weiter Maske getragen werden

Ebenfalls einig waren sich die Experten beim Thema Innenräume: Dort sollten weiter Masken getragen werden, um Infektionen zu verhindern.

"Die Wahrscheinlichkeit, in Innenräumen auf einen Infizierten zu treffen, bleibt mit und ohne Maskenpflicht gleich", sagte der Präsident der Gesellschaft für Aerosolforschung, Christof Asbach. Das Risiko, sich anzustecken, sei aber ohne Maske deutlich höher. Er plädierte gegenüber der dpa an die Vernunft der Menschen, sich unabhängig von Vorgaben in kritischen Situationen zu schützen.

Für Virologin Brinkmann spielt auch die Kosten-Nutzen-Rechung eine Rolle in der Diskussion um die Maskenpflicht: "Wir lockern jetzt an allen Ecken und Enden, und ich sehe die Gefahr, dass es dadurch wieder vermehrt zu Infektionen kommen kann. Die Masken sind kostengünstig, sie schränken uns relativ wenig ein, ich würde an ihnen festhalten."

Schulen: Hier sollte Maskenpflicht noch bestehen bleiben

Das sei besonders wichtig in Bezug auf Masken im Schulunterricht. Es wurde oft darüber gesprochen, wie wichtig es für Schüler ist, Unterricht in Präsenz zu haben und nicht per Videokonferenz. Da aber Kinder bzw. Jugendliche noch kaum geimpft sind, haben sie keinen Immunschutz gegen das Coronavirus. Sie sollten also auch bei niedrigen Inzidenzen vorerst noch weiter Masken tragen im Unterricht.

Wenn es jetzt wärmer wird, sollten die Eltern und Kinder darauf achten, dass die Masken angenehm zu tragen sind. FFP2-Masken halte ich für nicht notwendig, normaler OP-Mund-Nasen-Schutz reicht aus!
Melanie Brinkmann, Virologin

Mehr Expertenstimmen zur Maskenpflicht in Schulen hat meine Kollegin Katja Belousova für Sie zusammengefasst:

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von Katja Belousova

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