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Corona-Maßnahmen in Deutschland - Warum die Kontakte reduziert werden müssen

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Trotz Teil-Shutdown zeigt der Corona-Trend in die falsche Richtung. Das RKI bemängelt: zu viele Kontakte. Ein Überblick über die Kontaktwerte und Mobilität in Deutschland.

Trotz der bisherigen Corona-Maßnahmen befindet sich die Zahl der Neuinfektionen anhaltend auf hohem Niveau. RKI-Chef Wieler sagt, die Kontakte müssten weiter reduziert werden.

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Reduzieren die Menschen in Deutschland ihre Kontakte während des derzeitigen Teil-Shutdowns? Sie sollten - das bekräftigt zumindest RKI-Chef Lothar Wieler.

Und stellt zugleich klar: Es muss eine Veränderung her. Doch wie sieht die aktuelle Lage aus? Ein Überblick.

Kontaktreduzierung in Deutschland

Mit einer Kontaktreduktion von zuletzt rund 40 Prozent bleibt der Effekt des jetzigen Teil-Shutdowns hinter den Maßnahmen des Frühjahrs zurück. Das zeigt ein Modell von Benjamin Maier und Dirk Brockmann von der Humboldt-Universität Berlin.

Infografik - RKI: Kontakte müssen um mehr als 60 Prozent reduziert werden

Zum Vergleich: Im Frühjahr lag die Kontaktreduktion bei rund 60 Prozent. Der Wert nahm daraufhin zwar ab - lag bis Juli jedoch weiterhin über dem jetzigen Niveau. Gleichzeitig sanken die Infektionszahlen.

Für RKI-Chef Wieler war das ein Beispiel für ein "erfolgreiches Eingreifen". Auch jetzt brauche es wieder eine hohe Reduktion.

Wir sind der festen Meinung, dass wir eine Kontaktreduktion brauchen, die über 60 Prozent liegt.
Robert Wieler, RKI-Chef

Die Zahlen der Corona-Neuinfektionen und der Todesfälle in Deutschland nehmen trotz des Teil-Shutdowns sogar zu. ZDF-Korrespondent Theo Koll über Ursachen und Reaktionen aus der Politik.

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Beispiel Irland: Erfolg durch Kontaktreduzierung

Dass eine schnelle und deutliche Kontaktreduktion einen Erfolg bringt, verrät der Blick über den Tellerrand - etwa nach Irland. Das Land ging im Oktober in einen Lockdown - die Kontakte wurden stark reduziert. So waren etwa private Treffen wochenlang verboten. Und zur Arbeit ging nur, wer unverzichtbar war.

Die Folge: sinkende Infektionszahlen.

Für die Experten ist dabei wichtig: ein starkes und schnelles Handeln. Die Nationale Wissenschaftsakademie Leopoldina resümiert:

Länder, die auch im zweiten Lockdown eine höhere Reduktion der Kontakte erreicht haben - wie zum Beispiel Belgien und Irland - waren bei der Reduktion der Infektionszahlen erfolgreicher.
Leopoldina-Stellungnahme

Mobilität in der Corona-Pandemie

Um die Neuinfektionen nachhaltig zu senken, braucht es auch eine Senkung der Mobilität.

Im Laufe des ersten Shutdowns im Frühjahrs sank diese deutlich im Vergleich zum Jahr 2019. Laut Mobilfunkdaten waren die Menschen Ende März 39 Prozent weniger unterwegs als normalerweise. Dann nahm die Mobilität wieder zu und erreichte im Juli das Vorjahresniveau - also Normalität.

Wenige Monate später soll die Vermeidung von Kontakten wieder ein Schlüssel im Anti-Corona-Kampf sein. Doch im derzeitigen Teil-Shutdown, der seit 2. November beziehungsweise der 45. Kalenderwoche gilt, ändern die Menschen ihr Leben deutlich weniger als im Frühling.

Anfang Dezember, zu Beginn der Vorweihnachtszeit, ging die Mobilität sogar nur 11 Prozent zurück.

Bleibt also als letzter Ausweg nur ein harter Lockdown? Robert Wieler schließt das beim RKI-Briefing nicht aus:

Wenn die Menschen nicht von alleine diese 60 Prozent Reduktion schaffen, dann muss man sicher andere Maßnahmen sich überlegen. Ja. Wenn es nicht gelingt, sehe ich keine andere Möglichkeit.
Robert Wieler, RKI-Chef

Zustimmung zu Corona-Maßnahmen

Doch wollen die Menschen in Deutschland überhaupt verschärfte Anti-Corona-Maßnahmen? Im aktuellen ZDF-Politbarometer erklärt eine Mehrheit von 49 Prozent: Die aktuell geltenden Corona-Maßnahmen müssten härter ausfallen. Das sind 18 Prozent mehr als vor zwei Wochen.

Politbarometer: Aktuell geltende Corona-Maßnahmen ...

Zudem plädieren 73 Prozent für einen harten Shutdown, ähnlich wie im Frühjahr, falls die hohen Infektionszahlen in den nächsten Wochen nicht zurückgehen.

Politbarometer: Corona - Bewertung von Maßnahmen

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