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Neue Varianten des Coronavirus : So geht Europa mit den Corona-Mutanten um

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Die aus Großbritannien bekannte Mutante des Virus breitet sich in Europa immer weiter aus. Wie rüsten sich Großbritannien, Portugal, Spanien und Italien dagegen? Ein Überblick.

Archiv: Fahrgäste tragen in einer Straßenbahn am 20.12.2020 in London Masken
Fahrgäste mit Masken in einem Bus in London.
Quelle: picture alliance / ZUMAPRESS.com

Großbritannien

B.1.1.7, entdeckt in Südengland, im Dezember erstmals unter dem Mikroskop aufgetaucht - es hat im Vereinigten Königreich tiefe Spuren hinterlassen. Mehrere Studien haben gezeigt, es ist bis zu 50 Prozent ansteckender als bislang in Großbritannien zirkulierende Varianten und Auslöser für stark steigende Infektionszahlen und Todesfälle. In vielen Intensivstationen sind kaum noch Betten frei. Um kurzfristig Entlastung zu schaffen, musste das Land wieder in einen strikten Lockdown. Bis auf Weiteres ist alles zu bis auf essenzielle Geschäfte. Und die Polizei geht härter als zuvor gegen Regel-Brecher vor.

Das Vereinigte Königreich isoliert sich aus Angst vor Mutationen: Wer einreisen will, muss ab dieser Woche einen negativen Corona-Test vorweisen und in Quarantäne gehen. Zum ersten Mal in dieser Pandemie gilt das für Reisende aus allen Ländern. Und schon Freitag wurden alle Flugverbindungen aus Südamerika und Portugal gestrichen. Denn die sogenannte Manaus-Mutation, entdeckt in Brasilien, könnte sogar die Impfstoffe überlisten, fürchten Virologen.

Zwar erklären die Hersteller, dass sie ihre Impfstoffe in wenigen Wochen anpassen können. Doch für die Menschen, nicht nur in Großbritannien, könnte eine solche Mutante bedeuten: Corona zurück, alles auf null, Impfprogramm von vorne. 

Portugal

Auch in Portugal ist die Mutante schon angekommen. Zum ersten Mal in der Corona-Krise kommt das Gesundheitswesen an seine Grenzen. Die Betreiber berichten von Krankenhäusern, die kurz vor dem Kollaps stünden. Mancherorts stauen sich Krankenwagen mit neuen Patienten.

An Weihnachten gab es kaum Beschränkungen. Das rächt sich. Jetzt gibt es strenge Ausgangsbeschränkungen. Medizinisches Personal und alte Menschen werden geimpft. Premierminister Costa sagt, die Hoffnung auf den Impfstoff verleite dazu, die Auflagen nicht allzu ernst zu nehmen.

Portugal galt lange als erfolgreich bei der Corona-Bewältigung. Das hat die Menschen sich sicher fühlen lassen, allzu sicher. Anpassen an die neue Lage fällt ihnen nun schwer. Derweil hat die Präsidentschaftswahl im Land begonnen. Briefwahl ist nicht möglich. Es wird eine niedrige Beteiligung befürchtet.

Spanien

Die Corona-Welle hat Spanien erneut mit voller Wucht erfasst und lässt die Zahl der Patienten in den Krankenhäusern steigen. Vor allem die privaten Feiern rund um den Jahreswechsel werden verantwortlich gemacht für die erneute Verbreitung. In manchen Regionen, etwa in Madrid oder auf Mallorca, gelten daher Besuchsverbote und nächtliche Ausgangssperren.

Zu den ohnehin hohen Infektionszahlen kommt die Sorge, dass sich die britische Virus-Variante rasant ausbreitet. Eine Rund-um-die-Uhr-Ausgangssperre, wie sie es im Frühjahr während der ersten Welle gab, schließt die Regierung aus. Der Gesundheitsminister spricht dennoch von harten Wochen, auf die sich die Spanier einstellen müssen.

Italien

Mit Sorge beobachtet die italienische Regierung die Gefahr eines mutierten Virus und hat reagiert: Seit Samstag gelten schärfere Grenzwerte, um die Regionen zu gelben, orangen oder roten Zonen zu erklären - je nach Infektionsgeschehen und der Situation in den Krankenhäusern.

Einige gelbe Regionen wurden damit plötzlich orange, obwohl sich die Zahlen dort kaum verändert haben, die Menschen müssen dort mit strengeren Regeln leben. Besonders hart traf es die Lombardei und Südtirol, die zur "Zone Rot" erklärt wurden - Geschäfte und Gastronomie sind geschlossen, unterwegs sein darf nur, wer einen triftigen Grund hat.

Italien hat die Grenzwerte für die verschiedenfarbigen Zonen verschärft, berichtet ZDF-Korrespondentin Annette Hilsenbeck. Die Sorge vor der britischen Virusmutation sei groß.

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Italiens Regierung schaut Richtung Norden, nach Großbritannien und Irland. Sie fürchtet, auch in Italien könnte sich die britische Virus-Variante stark ausbreiten und das Infektionsgeschehen dann außer Kontrolle geraten. Auch wenn die aktuellen Zahlen von Neuinfektionen das bisher nicht zeigen, sondern nach unten gehen: Man baut lieber vor. Eine Situation wie im Frühling, als das Gesundheitssystem zeitweise vor dem Kollaps stand, will Italien nicht nochmal erleben.

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