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Vor Ministerpräsidentenkonferenz - Diskussionen um Öffnungen und "Notbremse"

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Wegen des starken Anstiegs der Corona-Infektionen fordern immer mehr Menschen das ziehen einer Notbremse. Auch die Chefin des Marburger Bundes.

Am 3. März hatten sich Bund und Länder geeinigt – auf Maßnahmenlockerungen und auf eine "Notbremse" ab einer Inzidenz von 100. Und die ist nun wieder erreicht.

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Vor den Bund-Länder-Beratungen am Montag über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie fordern Mediziner wieder schärfere Beschränkungen. Aus der Wirtschaft kommen derweil Forderungen nach einem Kurswechsel in der Corona-Politik.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte am Freitagabend auf die von Bund und Ländern vereinbarte "Notbremse" ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von 100 gepocht.

Marburger Bund warnt vor kritischer Lage zu Ostern

Die Chefin des Chefin des Ärzteverbandes Marburger Bund, Susanne Johna, forderte: "Es muss definitiv die vereinbarte Notbremse gezogen werden, da darf es keine Ausnahmen geben." Weiter sagte sie der "Neuen Osnabrücker Zeitung": "Ich rechne ab Ostern mit einer noch kritischeren Lage als zum Jahreswechsel."

Es war unverantwortlich, in die dritte Welle und die Ausbreitung der Mutanten hinein auf diese Art zu lockern.
Susanne Johna, Chefin Marburger Bund

Dadurch droht den Kliniken nun die dritte Extremsituation binnen eines Jahres", sagte Johna. Auch von Intensivmedizinern kommen nachdrückliche Mahnungen. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz könne ohne Eingreifen sehr schnell auf 200 steigen und zu deutlich höheren Intensivpatientenzahlen führen.

"Aus unserer Sicht kann es daher nur eine Rückkehr zum Lockdown vom Februar geben", sagte der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), Gernot Marx, der "Augsburger Allgemeinen". "Alles, was man sich jetzt erlaubt, muss man später mit Zins und Zinseszins bezahlen", warnte Marx.

Hans: Für Lockdown und gegen Osterurlaub

Der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) hat sich für eine Fortsetzung des Lockdowns und gegen Osterurlaub ausgesprochen.

Es führt kein Weg daran vorbei: Wir können die Kontaktbeschränkungen nicht weiter aufheben
Tobias Hans, Ministerpräsident Saarland

Er habe großes Verständnis für Reiselust. Aber man setze aufs Spiel, die Pandemie vor dem Sommer in den Griff zu bekommen.
Dort, wo es auf längere Sicht niedrige Werte gebe, könne man den Menschen schrittweise Freiheiten zurückgeben.

Erst testen, dann Platz nehmen: Neun große Berliner Kultureinrichtungen wagen ein kleines Stück zurück zur Normalität - trotz steigender Infektionszahlen. Endlich wieder Live-Kultur statt Konserven – das schätzen die Besucher.

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SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich räumte ebenfalls ein: "Bestimmte Schritte müssen eventuell auch wieder zurückgenommen werden." Allerdings sollte man nicht nur auf die Inzidenzwerte schauen, auch andere Kriterien müssten berücksichtigt werden, sagte Mützenich der "Rheinischen Post".

Dreyer: "Regionale Lösungen in Modellkommunen"

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung", zu dem Stufenplan für Öffnungen gehörten auch Schließungen, wenn es nötig sei. Dreyer will sich am Montag beim Gipfel dafür einsetzen, "regionale Lösungen zu erproben".

In Modellkommunen oder Landkreisen mit einer Inzidenz unter 100, die ein lückenloses Test- und Kontakterfassungssystem vorweisen können, sollten Außengastronomie, Kultur und Einzelhandel für Kunden mit einem tagesaktuellen Corona-Test öffnen können.

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) warf in den ARD-"Tagesthemen" die Frage auf, warum Menschen nach Mallorca fliegen dürfen, nicht aber ein Ferienhaus oder eine Ferienwohnung an der deutschen Küste nutzen können. Das führe zu Unmut bei Bürgern und in der Tourismusbranche.

Archiv: Ein Mann erhält in einer Arztpraxis eine Corona-Impfung mit dem Impstoff von AstraZeneca. Erste Arztpraxen in Brandenburg haben mit Impfungen gegen das Coronavirus begonnen. I

Hausärzte und Grenzregionen - Das sind die Ergebnisse des Impfgipfels 

"Impfen, impfen, impfen", lautet die Devise: Das Corona-Vakzin soll es ab April auch beim Hausarzt geben - und vermehrt in Corona-Hotspots.

Wirtschaft für Öffnungen

Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger mahnte eine stärkere Öffnung des Wirtschaftslebens an. Dies sei dringend nötig, "denn wir sind jetzt an einem Wendepunkt, wo vielen Betrieben die Puste ausgeht", sagte der Chef der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) der "Welt".

Der Chef des Müncher Ifo-Instituts, Clemens Fuest, beklagte in der "Augsburger Allgemeinen": "Ein Problem der Debatte und der aktuellen Politik besteht darin, dass nur in den Alternativen Öffnung versus Lockdown gedacht wird." Es fehle seit langer Zeit eine proaktivere Politik im Corona-Management.

Am Samstagmorgen hatte das Robert Koch-Institut 16.033 Neuinfektionen mit dem Coronavirus binnen 24 Stunden gemeldet.
Bundesweit stieg die Sieben-Tage-Inzidenz, die die Zahl der Neuansteckungen innerhalb einer Woche bezogen auf 100.000 Einwohner angibt, auf 99,9 - bei starken regionalen Unterschieden. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus erhöhte sich um 207 auf 74.565.

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