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Unzufrieden mit EU-Politik - Wien sucht weitere Partner bei Impfstoffen

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Auch in Österreich breiten sich Corona-Mutanten aus. Mit der EU-Impfstoffpolitik ist die Regierung in Wien unzufrieden. Sie will sich weitere Partner suchen.

Impfungen in Wien am 27.12.2020
Auch in Österreich wird gegen Corona geimpft.
Quelle: dpa

Österreich will sich bei Corona-Impfstoffen künftig nicht mehr auf die Europäische Union verlassen. Kanzler Sebastian Kurz kritisierte am Dienstag, die EU-Arzneimittelbehörde EMA sei zu langsam bei der Zulassung, und es komme zu Lieferengpässen der Pharmahersteller.

Österreich müsse sich auf weitere Mutationen vorbereiten und dürfe bei der Produktion von Impfstoffen der zweiten Generation nicht mehr nur von der EU abhängig sein, so Kurz. Er kündigte eine enge Zusammenarbeit mit Dänemark und Israel an. Wie Impfstoffzulassungen künftig beschleunigt werden sollten, blieb bei seiner Ankündigung zunächst unklar.

EU will Zulassungsverfahren der EMA straffen

Die EU-Kommission steht auch in Deutschland in der Kritik, weil sie für die Beschaffung der Corona-Impfstoffe zuständig ist, und die Mengen vorerst nicht ausreichen. Die Impfkampagne in der EU läuft viel langsamer als etwa in Israel oder Großbritannien.

Seit fast zwei Wochen sind in Österreich Geschäfte wieder geöffnet, dafür wird umso mehr auf Corona getestet.

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Die EU-Kommission spielte die Bedeutung der österreichischen Initiative herunter:

Ich glaube, es gibt seit jeher große Unterstützung für die Impfstrategie, die sich auf Zusammenarbeit und Koordinierung der Mitgliedsstaaten stützt.
Sprecher der EU-Kommission

Zur beschleunigten Entwicklung von Impfstoffen gegen Coronavirus-Varianten habe die Kommission bereits die Initiative ergriffen. Dafür sollten auch die Zulassungsverfahren der EMA gestrafft werden. Man sei aber definitiv daran interessiert, von Österreich, Dänemark und Israel zu lernen, wenn dies die Impfstrategie voranbringe, sagte der Sprecher.

EU-Videogipfel - Merkel: EU-Impfpass noch im Frühjahr 

In etwa drei Monaten soll er kommen: der EU-Impfpass. Und dann? Entschieden ist noch nichts, sagt Kanzlerin Merkel nach dem EU-Videogipfel. Einige Länder machen jedoch Druck.

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2 min

Kurz: Neue Corona-Schutzinitiative eher langfristig angelegt

Kanzler Kurz ließ erkennen, dass seine Initiative eher langfristig angelegt ist. Man wolle "gemeinsam mit Israel in den kommenden Jahren Impfdosen der zweiten Generation für weitere Mutationen des Covidvirus produzieren sowie gemeinsam an Behandlungsmöglichkeiten forschen", hieß es in seiner Erklärung.

Auf Twitter schrieb Kurz:

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Gemeinsame Aufstockung der Impfstoffproduktion geplant

Die Präsidentin des österreichischen Verbands der Impfstoffhersteller, Renée Gallo-Daniel, erklärte im ORF-Radio, es sei wichtig, lokal eine Impfstoffproduktion zu haben - auch wenn die Errichtung oder auch nur die Umrüstung einer Produktionsstätte Monate bis viele Jahre dauerte. Man wolle langfristig und auch für künftige Pandemien gerüstet sein.

Schon seit Beginn der Corona-Pandemie hatten sich Österreich, Dänemark und Israel eng mit Australien, Norwegen, Griechenland und Tschechien beraten. Kurz und die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen planen für Donnerstag eine Reise zu Ministerpräsident Netanjahu, der Mitte Januar die Bildung eines Forschungsverbunds anregte:

Wir dürfen den Kräften des Marktes nicht schutzlos ausgeliefert sein.
Benjamin Netanjahu, Ministerpräsident Israel

Ohne Europa hätte Israel nicht so schnell impfen können

Israel bezog für seine erfolgreiche und schnelle Corona-Impfkampagne vor allem den in Deutschland entwickelten und in Europa hergestellten Impfstoff von Biontech/Pfizer.

Nach EU-Angaben versorgen Impfstofffabriken in der Europäischen Union derzeit viele andere Länder mit Vakzinen, während aus den USA und Großbritannien wenig oder gar nichts exportiert werde.

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