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Diskussion um Osterurlaub - "Ein anderes Fest als Ostern 2020"

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Sachsens Ministerpräsident hat eine Diskussion um die Absage des Osterurlaubs entfacht. Die Bundesregierung hält sich alle Optionen offen, andere Länder sehen die Lage positiver.

Archiv, Schleswig-Holstein, Westerland: Menschenleer ist ein Strand auf Sylt.
Menschenleer ist ein Strand auf Sylt. Wie es an Ostern dort wirklich aussieht, wird sich wohl kurzfristig entscheiden.
Quelle: dpa

In der Debatte um Strategien für die Lockerung weiterer Corona-Beschränkungen mahnt die Bundesregierung zu einem vorsichtigen Vorgehen.

Seibert: Entwicklung der Infektionen abwarten

Öffnungen dürften nicht unmittelbar danach wieder zu einem raschen Anstieg der Infektionszahlen führen, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert in Berlin. Wichtig sei deswegen, vor folgenden Öffnungsschritten zunächst die Auswirkungen über einen Infektionszyklus von 14 Tagen hinweg abzuwarten.

Danach müsse man die Entwicklung der nächsten Wochen beobachten. Dann sei zu bewerten, welche Lockerungen zu welchem Zeitpunkt möglich seien.

Die Bundesregierung insgesamt arbeitet daran, dass Ostern 2021 schon wieder ein etwas anderes Fest wird, als Ostern 2020 war.
Steffen Seibert, Regierungssprecher

Die Zahl der Neuinfektionen und die Belegung der Intensivstationen gingen zurück. Diese Lage sei aber "noch unsicher", betonte Seibert mit Blick auf neue, ansteckendere Virus-Varianten.

Der Regierungssprecher erläuterte Angaben zu den abzuwartenden Tagen vor weiteren Öffnungsschritten. Als Voraussetzung dafür hatten Bund und Länder eine "stabile" Zahl der Neuinfektionen von 35 pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen genannt - Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte gesagt, mit stabil seien etwa drei bis fünf Tage gemeint.

Dr. Christoph Specht zu den aktuellen Entwicklungen

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Laut Seibert könnte also bei Erreichen des 35-er-Niveaus nach drei bis fünf Tagen ein erster Schritt getan werden - vor dann folgenden Schritten seien aber jeweils 14 Tage abzuwarten. [Dazu hatte sich auch Kanzlerin Angela Merkel im ZDF-Interview geäußert.]

Günther sieht Perspektiven für den Tourismus

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) hält Osterurlaub trotz der Corona-Pandemie für realistisch.

Bei uns in Deutschland sehe ich sehr wohl die Möglichkeit, dass wir Inlandstourismus bis zu diesem Zeitpunkt möglich machen.
Daniel Günther, Ministerpräsident Schleswig-Holstein

"Und das Wichtigste aus meiner Sicht ist: Ostern ist noch sieben Wochen hin, und heute ist es mit Sicherheit grundfalsch, unabhängig von der Inzidenz schon Urlaube abzusagen."

Günther sagte, Bund und Länder hätten sich darauf verständigt, bei den nächsten Öffnungsschritten Gastronomie und Hotels mit in den Blick zu nehmen. "Und ich sehe zum heutigen Zeitpunkt überhaupt nichts, was dagegen spricht, weiterhin an diesem Ziel zu arbeiten." Natürlich müsse dabei auch über Testungen und über den Umgang mit Gebieten geredet werden, in denen es relativ viele Corona-Fälle gebe. "Aber definitiv sehe ich für den Tourismus eine Perspektive ab Ostern."

Kretschmer: keine Chance für Urlaubsreisen an Ostern

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) sieht dagegen keine Chance für Urlaubsreisen zu Ostern. "Ich bin dafür, Wahrheiten auszusprechen: Osterurlaub in Deutschland kann es dieses Jahr leider nicht geben", hatte Kretschmer der "Bild am Sonntag" gesagt. Zu große Mobilität bereits im April sei Gift. "Wir würden alles zerstören, was wir seit Mitte Dezember erreicht haben."

Politik | Berlin direkt - Müller hält Osterurlaub für denkbar 

Anders als Sachsens Ministerpräsident Kretschmer hält Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller Osterurlaub für denkbar und verteidigt außerdem die Inzidenzzahl 35.

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Dehoga reagiert empört auf Kretschmers Vorstoß

Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) hat empört auf die Absage von Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) an Osterurlaub wegen der Corona-Pandemie in diesem Jahr reagiert.

Der Dresdner Regierungschef sorge mit solchen Äußerungen für Verunsicherung und existenzielle Nöte, sagte Dehoga-Hauptgeschäftsführerin Ingrid Hartges am Montag in der Sendung "Frühstart" der Fernsehsender RTL und ntv. Dies sei "völlig inakzeptabel", nachdem das Hotel- und Gaststättengewerbe im Bund-Länder-Beschluss in der vergangenen Woche zu den Maßnahmen in der Coronakrise sogar nicht einmal erwähnt worden sei.

Kretschmers Überlegungen seien auch "rechtlich fragwürdig", fügte Hartges hinzu. Sie berichtete, dass die Stimmung in der Hotel- und Gaststättenbranche seit der Ministerpräsidentenkonferenz am vergangenen Mittwoch "aggressiv und verunsichert" sei. Es liege eine "brutale existenzielle Betroffenheit" vor.

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