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ZDF-Sendung "Wir & das Virus" : "Wir schaffen es nicht!"

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In der ZDF-Sendung "Wir & das Virus" haben Vizekanzler Olaf Scholz und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder mit Corona-Geschädigten eine kritische Zwischenbilanz gezogen.

Mangelnde politische Strategien im Kampf gegen Corona, das Impf-Debakel, fehlende Öffnungs- und Geschäftsperspektiven: All das hat René Lang, Geschäftsführer eines Reiseunternehmens, in der ZDF-Live-Sendung "Wir & das Virus – Gesichter der Pandemie" am Dienstagabend beklagt.

Busunternehmer zieht bitteres Zwischenfazit

Ein Jahr nach dem ersten Corona-Shutdown in Deutschland hat das ZDF eine Zwischenbilanz gezogen. René Lang gehört zu den 85 Prozent der Reiseveranstalter in Deutschland, die sagen, die Lage sei existenzbedrohend. Sein bitteres Zwischenfazit lautet:

Wir schaffen es nicht, wir schaffen es nicht, wir schaffen es nicht.
René Lang, Reiseunternehmer aus Schwarzenberg in Sachsen

Olaf Scholz (SPD), Vizekanzler und Bundesfinanzminister, räumte ein, dass in der Krisenbewältigung bislang "manches nicht so richtig gelaufen" sei, etwa beim Impfen und den Corona-Tests. "Aber jetzt sind die Dinge auf den Weg gebracht", sagte Scholz. In "absehbarer Zeit" könne die Politik deshalb "klare Ansagen machen", wie es weitergehe in Deutschland.

Scholz verwies gleichzeitig darauf, dass mit Milliarden an Staatshilfen 400.000 Unternehmen vor Insolvenz gerettet worden seien. Er versprach: "Wir kommen gut raus aus der Krise."

Vizekanzler Scholz: "Chance auf Urlaub im Sommer"

Mit deutlich höherem Impftempo ab April, habe man gute Chancen "im Sommer vor der Welle" zu sein, um "die Pandemie hinter uns zu lassen." Scholz sagte auch: "Ich glaube, dass wir eine Chance haben auf Urlaub im Sommer." Um die zu wahren, müsse man jetzt so vorsichtig sein.

Wie sein SPD-Kollege Scholz sieht auch der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) Deutschland derzeit am Scheideweg. Die Bundesrepublik erlebe nun nicht etwa den "dritten Aufguss" der Corona-Pandemie, sondern aufgrund der gefährlichen Virenmutanten den Beginn einer neuen Pandemie, so Söder.

Söder: "Die Wahrheit kommt aus der Impfdose!"

Der CSU-Politiker verwies einerseits auf die Fehler der Europäischen Union bei der Impfstoffbestellung, machte andererseits aber auch Hoffnung, dass die "Mangelsituation" bald behoben werden könne. Denn: "Der Impfstoff kommt jetzt so langsam." Damit komme man aus der Defensive: "Die Wahrheit kommt aus der Impfdose", sagte Söder.

Ein Versprechen, dass den Menschen in Deutschland im Sommer ausreichend Impfstoff zur Verfügung stehen werden, vermied Söder: "Ich hoffe, dass es funktioniert. Aber wir können nur das verimpfen, was wir haben."

Corona-Tod ohne Abschied

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Söder verspricht Hilfe für Corona-Langzeitgeschädigte

Allerdings machte Söder Rachel Baig ein konkretes Versprechen. Die junge Frau aus Bonn ist eine von geschätzt etwa 250.000 Menschen in Deutschland, die an Covid-19-Spätfolgen leiden.

Baig, die im November an Covid-19 erkrankte, gilt zwar offiziell als geheilt, hat aber immer wieder massive gesundheitliche Probleme. Gleichzeitig falle es ihr schwer, als Betroffene von Covid-Spätfolgen Gehör zu finden bei Medizinern.

Lungenfachärztin berichtet von verzweifelten Patienten

Kein Einzelfall, sagte Jördis Frommhold, Lungenfachärztin in Heiligendamm. Frommhold zufolge herrsche noch "viel Aufklärungsbedarf". Sie sprach von "Hunderten Patienten, die in Tränen ausgebrochen" seien, weil sie sich mit ihrem Leiden alleingelassen fühlten. Es brauche zentrale Anlaufstellen für "Long Covid"-Patienten. Die bisherigen Angebote seien nur "Tropfen auf den heißen Stein".

Frommhold machte den Betroffenen gleichzeitig Hoffnung: "Es gibt Therapien. Es ist wichtig, dass man Patienten diese Anlaufstellen nicht vorenthält."

Auf mögliche Hilfen durch die Politik angesprochen, versprach Söder, mit Ärzten und Krankenkassen über das Thema Covid-Langzeitfolgen und Therapiemöglichkeiten zu sprechen: "Ich werde mich dafür gerne einsetzen."

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