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Bewertung der Corona-Lage - Statt Inzidenz: Alternative Parameter gesucht

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Mehrere Bundesländer wollen sich bei der Bewertung der Corona-Pandemielage nicht mehr nur nach Inzidenzwerten richten. Welche alternativen Parameter können herangezogen werden?

Hessen, Frankfurt am Main: Ein stilisiertes Corona-Virus hängt in einem Schaufenster. Archivbild
Mehrere Bundesländer suchen alternative Parameter zum Corona-Inzidenzwert.
Quelle: dpa

Bei der Einschätzung der Corona-Lage wollen sich immer weniger Bundesländer ausschließlich nach den reinen Inzidenzwerten richten. In einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur kündigten zahlreiche Landesregierungen an, zur Bewertung des Infektionsgeschehens künftig weitere Kriterien heranzuziehen. Die endgültige "Glücksformel", von der Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) gesprochen hatte, wird allerdings noch gesucht.

Krankenhausbelegung ein weiterer Faktor


"Klar ist, dass es neben der Inzidenz auch einen Blick in die Kontaktnachverfolgung und die Situation in den Krankenhäusern geben wird", heißt es etwa aus dem Bremer Gesundheitsressort. Ob und welche neuen Warnstufen sich daraus ergeben, sei allerdings "noch nicht final geklärt". Auch Nordrhein-Westfalens Gesundheitsministerium arbeitet weiter an den neuen Regelungen: "Diese stehen heute ebenso wie das Datum der Veröffentlichung noch nicht fest."

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Bei der Ministerpräsidentenkonferenz gab es vergangenen Dienstag keine Verständigung auf gemeinsame, neue Parameter, die als Grundlage für neue Einschränkungen oder Lockerungen dienen könnten. Tags darauf entschied Baden-Württemberg, die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz aus der Corona-Verordnung des Landes zu streichen.

Ab kommendem Montag spielt der Inzidenzwert in Baden-Württemberg keine Rolle mehr. Wer geimpft, genesen oder getestet ist, kann am gesellschaftlichen Leben voll teilnehmen.

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Damit dürfen dort ab kommendem Montag unabhängig von der Entwicklung der Infektionen alle Menschen am gesellschaftlichen Leben teilnehmen - vorausgesetzt, sie sind geimpft, genesen oder getestet.

Berliner Ampel als Vorbild?

Niedersachsen kündigte gleichzeitig an, neben der Inzidenz weitere Bewertungsmaßstäbe in seine Corona-Verordnung aufzunehmen, wie etwa die Auslastung der Krankenhäuser. Die Zahl der Corona-Patienten in den Kliniken scheint als zusätzliches Entscheidungskriterium weitgehend unstrittig zu sein.

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Einige Bundesländern verfahren schon länger so. Als Indikatoren für das politische Handeln setzt etwa das Land Berlin seit über einem Jahr auf drei Corona-Ampeln, die neben der aktuellen Infektionsentwicklung auch die Auslastung der Intensivbetten im Blick haben. Auch in Mecklenburg-Vorpommern fließen die Klinikeinweisungen sowie der Anteil der Covid-19-Patienten auf den Intensivstationen in die tägliche Risikobewertung ein.

Impfquote und R-Wert

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hatte sich Anfang des Monats schon dafür stark gemacht, weitere Kriterien heranzuziehen. Sein bayerischer Amtskollege Söder gilt zwar als Befürworter des Inzidenzwerts, hält aber eine Einbeziehung der Klinikbelegung ebenfalls für sinnvoll. Zudem möchte der CSU-Chef die Schwellenwerte erhöhen, weil er angesichts des Impffortschritts bei einer Inzidenz von 50 keine Gefährdungslage mehr sieht.

Professor Clemens Wendtner, einer der führenden Experten in der Behandlung von Covid-Patienten, spricht sich für Corona-Warnstufen aus, die auch Hospitalisierungs- und Intensivquoten mit einbeziehen. Die 7-Tage-Inzidenz solle aber "Seismograph" bleiben.

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Schleswig-Holstein befürwortet ebenfalls zusätzliche Indikatoren und will dies spätestens bei der nächsten Ministerpräsidentenkonferenz bundeseinheitlich regeln. Dabei solle unter anderem auch die Impfquote Berücksichtigung finden, heißt es aus Kiel. Auch die Regierung von Rheinland-Pfalz strebt "ein gemeinsames System aus verschiedenen Indikatoren" an, ohne jedoch ins Detail zu gehen.

Das Bundesgesundheitsministerium erklärte, zur Beurteilung der Lage sei die Sieben-Tage-Inzidenz "ein wichtiger, aber nicht der alleinige Faktor". Es gebe nach wie vor weitere Indikatoren wie die Impfquote, die Zahl der schweren Krankenhausfälle, freie Intensivkapazitäten oder den R-Wert.

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