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Dramatischer Appell : Ethikrat fordert mehr Hilfe für Pflegeheime

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Keine Isolation, mehr Besuche, mehr Schnelltests: Der Ethikrat fordert in einem eindringlichen Appell, die Situation der Menschen in Alten- und Pflegeheimen zu verbessern.

Der Impfbeginn macht Hoffnung am Ende des Pandemie-Tunnels. "Wir werden aber noch lange nicht genügend Impfungen haben", sagt Ethikrats-Vorsitzende Alena Buyx. Die Langzeitpflege sei ein "ethischer Brennpunkt" in dieser Corona-Pandemie. Die Politik müsse daher nachlegen: Die Regelungen im Infektionsschutzgesetz reichten nicht aus, heißt es in einer Erklärung des Gremiums.

Dort war ein "Mindestmaß an Kontakten" und das Verbot der Isolation von Heimbewohnern festgelegt worden. Die Einrichtungen, so der Ethikrat, brauchten dafür aber mehr Unterstützung, gerade in der Corona-Pandemie. Es brauche mehr Schnelltests und vor allem eine Kontrolle, so Buyx. Und: Sterbenden und deren Angehörigen müsse eine "kontinuierliche Begleitung" ermöglicht werden.

Was der Ethikrat fordert

  • Wer von den Heimbewohnern Kontakte wünscht, dem müssten diese ermöglicht werden. Entweder zu konkreten Personen, zu Ehrenamtlichen, zu bestimmten Angeboten. Der Kontakt dürfe nicht nur in digitaler Form, sondern müsse unter Beachtung des Pandemieschutzes auch persönlich möglich sein:
Es muss jedoch immer auch die Möglichkeit zu physischem Kontakt gegeben sein, wenn dieser erwünscht ist.
Ad-hoc-Empfehlung des Ethikrates
  • Sterbende sollten kontinuierlich begleitet werden dürfen. Sowohl von Angehörigen als auch, wenn gewünscht, von Seelsorgerinnen und Seelsorgern. Das sei auch für die Angehörigen wichtig: "Nicht in der Lage gewesen zu sein, einen Sterbenden zu begleiten, hinterlässt nicht selten Schuldgefühle." Auch für Mitarbeitende in den Heimen sei das eine "unerträgliche Erfahrung".
  • Weil das Personal in den Pflegeeinrichtungen ohnehin durch die Pandemie seit Monaten besonders belastet ist, brauche es "kurzfristig wirksame Unterstützungsmaßnahmen" und mehr Ehrenamtliche. Dabei könnten auch Studierende eingesetzt werden, die aber eine finanzielle Anerkennung bekommen sollten. Außerdem brauche es mehr Schnelltests für Mitarbeitende und Bewohner.
Es ist eine Aufgabe politischer Gestaltung auf Bundes- und Landesebene, hierfür schnellstens einen verlässlichen Rahmen zu schaffen.
Ad-hoc-Empfehlung des Ethikrates

Kontaktverbote Ausdruck "höchster Not"

Die Erklärung des Ethikrates sei ein "Aufruf an die Gesellschaft", so Ethikratsmitglied Andreas Kruse. Die Pandemie zeige, was in den vergangenen Jahren in der Pflege versäumt worden ist. Das "schlägt uns in der Corona-Pandemie entgegen".

Es sei "unübersehbar", dass sich die Stimmung änderte: Die Leistung der Pflegenden und die gesundheitlichen Gefahren für die Bewohner werde in der öffentlichen Diskussion zu wenig beachtet. Die Gesellschaft müsse sich zur "besonderen Verantwortung" für die Menschen bekennen, die in der Pandemie besonders verletzlich seien, so Kruse.

Dabei warnt der Ethikrat davor, die Mitarbeitenden in den Heimen länger allein zu lassen. Sie seien heute schon extrem belastet. "Kontaktverbote sind keine Disziplinierungsmaßnahmen herzloser Einrichtungsleitungen", so Ethikratsmitglied Andreas Lob-Hüdepohl.

Sie seien "Ausdruck höchster Not“ in den Einrichtungen. Die Mitarbeitenden in der Pflege müssten mehr unterstützt werden, damit sie ihrer Arbeit überhaupt nachgehen können. Dafür müsse sich an der Finanzierung "Grundsätzliches ändern".

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