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Hilfseinsatz der Bundeswehr - Corona-Mission in Portugal erfüllt

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Die Bundeswehr beendet ihren siebenwöchigen Hilfseinsatz in Portugal. Denn die Corona-Lage in dem Land hat sich deutlich entspannt.

Bundeswehr-Soldaten am 05.02.2021 im Hospital da Luz In Portugal
Die Bundeswehr beendet ihren Hilfseinsatz in Portugal.
Quelle: dpa

Bundeswehrarzt Ingo Weisel steht vor dem Lissabonner Krankenhaus "Hospital da Luz" und blinzelt in die milde Frühlingssonne: "Für uns alle war das eine tolle Zeit, weil wir auf der einen Seite fachlich gefordert worden sind, weil wir unsere Arbeit machen konnten, und auf der anderen Seite diese Herzlichkeit der Portugiesen gespürt haben", sagte Weisel dem ZDF. Der Oberstarzt hat seit Ende Februar das 27-köpfige Sanitätsteam der Bundeswehr geleitet, das in Lissabon eine Station mit acht Intensivbetten betreut hat.

Anfang Februar war ein erstes deutsches Bundeswehr-Team nach Portugal gekommen, um dem Land in einem dramatischen Moment der Corona-Pandemie zu helfen: Die Zahl der Neuinfektionen und Todesopfer pro 100.000 Einwohner waren so hoch wie in keinem anderen Land weltweit, die Krankenhäuser waren stark überlastet.

Inzidenzwert erfolgreich nach unten gedrückt

Die Lage hat sich nun deutlich entspannt - und mehr noch: Portugal ist zurzeit in Europa das Land mit dem niedrigsten Inzidenzwert. Das liegt vor allem an einem harten Lockdown, der bereits Mitte Januar durchgesetzt wurde: Schulen, Kitas, Cafés wurden geschlossen, an den Wochenenden durften die Menschen ihren Wohnbezirk nicht verlassen.

Der Erfolg im Kampf gegen Corona sei aber auch den Bürgern in Portugal geschuldet, sagt Bundeswehrarzt Weisel: "Die Portugiesen waren sehr diszipliniert. Wir haben das auf der Straße gesehen. Jeder trug seine Maske, die Abstände wurden eingehalten, und das war das Erfolgsrezept Portugals." 

Die Bundeswehr unterstütze Portugals überlastete Krankenhäuser mit medizinischem Personal. Aufgrund sinkender Infektionszahlen kehrt das Team wieder nach Deutschland zurück.

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Schrittweise Öffnung vorgesehen

Von der Eindämmung des Infektionsgeschehens hat das Gesundheitssystem profitiert. Die Belegung der Intensivbetten ist von über 900 Patienten Anfang Februar auf nun knapp 160 zurückgegangen. Deshalb hat das portugiesische Gesundheitsministerium entschieden, dass der Einsatz der Bundeswehr nicht mehr wie ursprünglich vorgesehen bis Mitte April verlängert werden muss. Bundeswehrarzt Ingo Weisel und sein Team fliegen nun schon am Freitag zurück nach Deutschland.

In Portugal steigt nun der Wunsch nach einem Ende des harten Lockdowns. Die Regierung hat einen Stufenplan vorgelegt, der die schrittweise Öffnung des Landes vorsieht. Mitte März wurden bereits Kitas, Grundschulen, Frisöre und Buchhandlungen wieder geöffnet. Nach Ostern sollen höhere Schulen, Museen und kleine Geschäfte folgen. Restaurant- und Café-Besitzer müssen jedoch bis mindestens Anfang Mai warten, bevor sie ihre Innenräume unbeschränkt aufmachen können.  

Einschränkung der Bewegungsfreiheit zu Ostern

Rita Marques, Staatssekretärin für Tourismus im Wirtschaftsministerium, rät deutschen Touristen deshalb, nicht sofort nach Portugal aufzubrechen. "Ich schätze, dass es für deutsche Touristen schwierig wird, uns noch vor Ostern zu besuchen. Denn viele Hotels und Servicebereiche sind geschlossen."

Damit will die portugiesische Regierung auch vermeiden, dass es an den Feiertagen zu einem bizarren Ungleichgewicht zwischen Touristen und Einheimischen kommt. Den Portugiesen ist es in der Woche vor und an Ostern nämlich nicht erlaubt, ihren eigenen Wohnbezirk zu verlassen.

Britische Variante bei über 80 Prozent der Neuinfektionen

Mit den strengen Einschränkungen der Bewegungsfreiheit will die Regierung verhindern, dass die Menschen im großen Familienkreis Ostern feiern. An Weihnachten hatte es solche Einschränkungen nicht gegeben - und das war auch ein Grund für den rasanten Anstieg der Neuinfektionen im Januar.

Die Erinnerung an die jüngste Covid-19-Krise ist in Portugal weiter sehr präsent. Experten schätzen, dass die ansteckendere britische Virusvariante bereits für mehr als 80 Prozent der Corona-Neuinfektionen verantwortlich ist. Vor diesem Hintergrund machen die Behörden die für April und Mai geplanten Öffnungsschritte von mehreren Faktoren abhängig. Nur wenn Inzidenz, R-Wert und die Belegung der Betten auf den Intensivstationen auf einem niedrigen Niveau bleiben, werden die Beschränkungen des öffentlichen Lebens zurückgenommen. 

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