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Nach dem Impfgipfel - Ärzte warnen vor Druck auf Familien

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Nach dem Impfgipfel geht die Diskussion um die Notwendigkeit von Impfungen für Kinder weiter. Ärzte warnen davor zuviel Druck auf Familien aufzuüben und Impfdosen zurückzuhalten.

Schülerinnen und Schüler eines Gymnasiums tragen Mundschutz
Schülerinnen und Schüler über 12 Jahren sollen sich bald impfen lassen können - das sehen Ärzte skeptisch.
Quelle: dpa

Nach dem Impfgipfel hat Ärztepräsident Klaus Reinhardt die Zurückhaltung der Ständigen Impfkommission gelobt und zur Mäßigung in der Diskussion um die Impfung von Kindern aufgerufen. "Die Datenlage zu Risiken und Nutzen einer möglichen Corona-Impfung bei Kindern und Jugendlichen ist derzeit noch so unzureichend, dass man keine Empfehlung abgeben kann", sagte Reinhardt der "Rheinischen Post". Deshalb sei es richtig "dass die Ständige Impfkommission mit Bedacht analysiert, wie groß die Gefährdung der Kinder durch Sars-CoV-2 tatsächlich ist." Reinhardt betonte:

Es sollte jetzt auch kein politischer und gesellschaftlicher Druck ausgeübt werden, Eltern zur Impfung ihrer Kinder zu drängen.
Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer.

Der Deutsche Hausärzteverband fordert, die Rückkehr zum gesellschaftlichen Leben von Kindern und Jugendlichen nicht von den Impfungen abhängig zu machen. "Es waren die Kinder und Jugendlichen, die ihre Freiheiten über ein Jahr für den Schutz der Älteren zurückgestellt haben," sagte Ulrich Weigeldt, der Vorsitzende des Hausärzteverbands, der "Rheinischen Post" laut Vorabbericht.

Nun liegt es an den Erwachsenen, Solidarität zu zeigen und alles daran zu setzen, ihnen [den Kindern] schnellstmöglich ihre Rechte zurückzugeben.
Ulrich Weigeldt, Vorsitzender Hausärzteverband

Weigeldt kritisiert die vorsorgliche Zurückhaltung von Impfdosen für Kinder und Jugendliche. "Aktuell fehlt für diese Altersgruppe sowohl die Zulassung als auch die Empfehlung.

Aus Sicht der Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe reicht die voraussichtliche Impferlaubnis für Jugendliche ab 12 Jahren nicht aus. "Wir brauchen auch Öffnungsperspektiven jenseits der Impfung von jungen Menschen, denn es wird noch lange dauern, bis alle geimpft sind, und trotzdem möchten auch junge Menschen zurück ins normale Leben", sagte Karin Böllert am Freitag im RBB-Inforadio.

Auf dem Impfgipfel im Kanzleramt wurde entschieden, dass Kinder ab dem 12. Lebensjahr bald geimpft werden können, eine Pflicht dazu soll es aber ausdrücklich nicht geben, sagte Bayerns Ministerpräsident Söder.

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Unterdessen sprechen sich Deutschlands Intensivmediziner gegen eine vorrangige Corona-Impfung bei Kindern und Jugendlichen aus, da sie den Bedarf in dieser Dringlichkeit nicht sehen. Das betonte etwa der Generalsekretär der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin.

Kinder erkranken häufig asymptomatisch oder im Verlauf harmlos und haben deshalb derzeit bei knappen Impfstoffkapazitäten keine dringliche Indikation für eine Impfung.
Florian Hoffmann, Generalsekretär Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin

FDP kritisert Impfangebot ohne Empfehlung

Derzeit plant die Regierung, allen Kindern und Jugendlichen über 12 Jahren bis Ende August ein Impfangebot zu machen. Dies setzt eine Zulassung für diese Altersgruppe des Biontech/Pfizer Vakzins durch die Europäische Arzneimittelbehörde EMA voraus. Die Behörde will ab Freitagnachmittag über eine EU-weite Zulassung beraten. Bisher ist dieser Impfstoff ab 16 Jahren zugelassen.

Die FDP kritisiert die Entscheidung, Kindern und Jugendlichen ohne entsprechende Empfehlungen der Ständigen Impfkommission Impfungen anzubieten. CDU-Gesundheitsminister Jens Spahn dürfe nicht einfach über Einwände der Impfkommission hinweggehen, sagt der stellvertretende Fraktionschef Michael Theurer der "Augsburger Allgemeine" zufolge.

Nur die Hälfte der Eltern will Kinder impfen lassen

Nur die Hälfte der Familien in Deutschland will ihre Kinder gegen Corona impfen lassen. Laut einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag der "Augsburger Allgemeine", lehnen 40 Prozent der Erziehungsberechtigten derzeit eine Corona-Schutzimpfung für ihre Kinder ab. 51 Prozent der Befragten seien für die Impfung, der Rest unentschieden.

Ständige Impfkommission - Für Kinder ab 12 Jahren keine Impfempfehlung 

Die Ständige Impfkommission hat die Erwartungen an eine Impfempfehlung für Kinder ab zwölf Jahren gedämpft. Die EMA plane aber noch im Mai über eine Zulassung zu entscheiden.

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