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Warum bei Corona alles von einer Zahl abhängt

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Reproduktionsrate - Warum bei Corona alles von einer Zahl abhängt

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Im Kampf gegen die Corona-Pandemie dreht sich alles um die sogenannte Reproduktionszahl. Eine Erklärung, was diese aussagt.

Die Reproduktionszahl gibt an, wie viele Menschen eine erkrankte Person im Durchschnitt infiziert. Dabei können schon vermeintlich kleine Änderungen dieser Zahl erhebliche Folgen haben.

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Die Corona-Krise beschert den Deutschen ganz nebenbei einen Grundkurs in Statistik. Aktuell dreht sich alles um das Thema Reproduktionszahl: Diese sagt aus, wie viele Menschen ein mit dem Coronavirus Infizierter im Durchschnitt ansteckt.

Kleine Zahlen, große Hebelwirkung

Dabei gilt: Je niedriger der Wert ist, desto besser. Derzeitiges Ziel ist es, die Reproduktionszahl bei den Infektionen zunächst bei 1 zu stabilisieren. Sprich: Ein Infizierter gibt das Virus jeweils nur an einen anderen Menschen weiter.

Melanie Brinkmann, Virologin am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung, über den erreichten Erfolg, die Reproduktionszahl nach unten zu drücken. "Aber je weiter unter 1, desto besser sind wir".

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Sinkt die Reproduktionszahl unter 1, geht mit der Zeit auch die Zahl der Erkrankten zurück und die Epidemie verliert ihre Wucht. Steigt die Reproduktionszahl allerdings über 1, steckt ein Infizierter im Schnitt mehr als einen anderen Menschen an. Die Zahl der Neuinfektionen könnte so rasch wieder zunehmen. Bei einem Wert von 1,5 ginge der Trend erneut zu einem exponentiellen Ausbreiten.

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Trendforschung durch ständiges Vergleichen der Neuinfektionen

Das Berechnen der Reproduktionzahl ist ein komplexer Prozess. Mehrere Methoden sind möglich. Grob vereinfachend dargestellt, berechnen die Wissenschaftler des Robert-Koch-Instituts (RKI) die Reproduktionszahl, indem sie annehmen, dass eine Ansteckung im Durchschnitt nach vier Tagen erfolgt.

Auf dieser These aufbauend, vergleichen sie die gemeldeten Neuinfektionen eines Tages mit den Neuinfektionen vor vier Tagen. Durch den fortlaufenden Vergleich lassen sich Trends absehen.

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach warnt davor, bei einer Reproduktionszahl von 1 Corona-Auflagen zu lockern.

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Erste Erfolge gegen das Corona-Virus

Berechnungen mehrerer Forschungsinstitute zufolge befindet sich die Reproduktionszahl in Deutschland derzeit bei 1. Angesichts der Tatsache, dass der Wert zu Beginn der Corona-Pandemie geschätzt zwischen 3 und 5 gelegen habe, könne dies als "ein großer Erfolg der Maßnahmen zur Kontaktbeschränkung gewertet werden", heißt es in einer Stellungnahme der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren.

Die Politik müsse gewährleisten, dass Menschen ihr Leben wieder planen können, meint FDP-Politiker Kubicki und kritisiert die Aussage von Karl Lauterbach, der vor übereilten Lockerungen warnt.

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Bundeskanzlerin Angela Merkel sprach von einem "zerbrechlichen Zwischenerfolg" und mahnte an: "Wir müssen die Erfolge sichern, die wir erreicht haben." Schon ein Wert von 1,3 bei der Reproduktionszahl würde die Krankenhäuser im Juni an ihre Belastungsgrenze bringen, so Merkel.

Kanzlerin Merkel warnt vor schnellem "Vorpreschen"

Sie sprach sich deshalb erneut gegen ein zu schnelles "Vorpreschen" beim Lockern der Vorsichtsmaßnahmen aus: "Wir müssen verstehen, dass wir solange mit dem Virus leben müssen, wie es keine Medikamente und insbesondere keinen Impfstoff gibt."

Deshalb gelten zunächst unverändert weiterhin die Kontaktbeschränkungen. Die Bürger dürfen demnach zwar ihre Wohnungen verlassen, müssen aber zum Beispiel einen Sicherheitsabstand einhalten und dürfen sich nicht in Gruppen treffen.

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