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Entscheidung der Bundesregierung - Zum Risikogebiet erklärt - aber viel zu spät

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Bekannte Urlaubsgebiete haben sich schon länger zu Corona-Hotspots entwickelt - aber erst jetzt erklärte die Bundesregierung sie zu Risikogebieten.

Die deutschen Behörden stufen Spanien mitten in der Urlaubs-Hochsaison wieder als Risikogebiet ein. Aber nicht nur in Spanien klettern die Zahlen der Neu-Infektionen.

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Ganz Spanien wird nun Corona-Risikogebiet, Zypern sogar Hochinzidenzgebiet. Doch die neue Einschätzung des Bundesregierung kommt reichlich spät - in beiden Ländern steigen die Infektionszahlen bereits seit Wochen rapide. Auch bei etlichen anderen europäischen Ländern zeigt sich die Bundesregierung zurückhaltend mit der Ausweisung von Risikogebieten, trotz hoher Inzidenzen.

Spanien: Inzidenz landesweit bei 200

So liegt beispielsweise in Spanien die landesweite Sieben-Tage-Inzidenz schon seit dem 24. Juni über 50, was eine Einstufung als Risikogebiet ermöglicht. Dennoch galten bisher nur wenige Regionen tatsächlich als Risikogebiete, beispielsweise Katalonien. Doch dort liegt die Inzidenz bereits seit dem 30. Juni bei über 200, inzwischen sogar bei 436 - was sogar eine Einstufung als Hochinzidenzgebiet nahelegen würde.

Ein Sprecher des Auswärtigen Amts weist gegenüber ZDFheute darauf hin, dass "in der Regel" nur komplette Staaten und keine einzelnen Regionen als Hochrisikogebiete definiert werden. Inzwischen liegt jedoch in ganz Spanien die landesweite Inzidenz bei 200 - Tendenz steigend.

Zypern mit Inzidenz von über 400

Auch in Zypern stieg die Inzidenz bereits Ende Juni auf über 50. Doch als Risikogebiet wurde auch dieses Land zunächst nicht ausgewiesen. Die Zahl der Infektionen stieg rasant weiter, bis auf 240 am 4. Juli - genau an diesem Tag galt Zypern erstmals als "einfaches Risikogebiet". Inzwischen ist die Inzidenz auf über 400 hochgeschnellt. Das Land gilt inzwischen als Hochinzidenzgebiet.

In Luxemburg stieg die Inzidenz binnen zwei Wochen von zehn auf nun 155. Doch als Risikogebiet ist das Land derzeit nicht eingestuft, genauso wenig wie die Niederlande und Griechenland mit einer Inzidenz von jeweils über 90.

Krisenstab der Regierung entscheidet über Risikogebiete

Ob ein Land oder eine Region zum Risiko- beziehungsweise Hochinzidenzgebiet erklärt wird, entscheidet ein Krisenstab der Bundesregierung (siehe Info-Kasten). Beteiligt sind das Auswärtige Amt, das Innenministerium und das Gesundheitsministerium. "Maßgeblich für die quantitative Bewertung sind tatsächliche und stabile Trends des Infektionsgeschehens, nicht Momentaufnahmen", heißt es vom Auswärtigen Amt auf Anfrage von ZDFheute. Für die Risikobewertung werde "die Entwicklung des Inzidenzgeschehens über wenigstens eine Woche herangezogen".

Weitere Auskünfte zu den internen Abstimmungen lehnte das Ministerium ab. Das Magazin "Spiegel" berichtet, dass bei den Lagebewertungen auch "pragmatische Faktoren" eine Rolle spielen: "Bis hin zu der heiklen Frage, ob man es sich mit befreundeten Staaten wirklich verscherzen will."

Professor Hajo Zeeb vom Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie erklärt gegenüber ZDFheute, dass das zweistufige Verfahren - mit Blick auf die Inzidenz-Zahlen und weitere, qualitative Kriterien - durchaus sinnvoll sei. Es gehe nicht nur um die reine Inzidenz, auch die Dynamik der Fallzahlen gehörten zur Einstufung dazu. Trotzdem seien die Einstufungen in einigen Fällen "nicht besonders transparent". So seien die Niederlande mit einer Inzidenz von 93 schon sehr weit von der 50er-Grenze entfernt, bei der eine Region eigentlich zum Risikogebiet erklärt werden könnte.

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Was tun, wenn am Urlaubsziel die Inzidenz in die Höhe schnellt?

Was sollte man also tun, wenn man in den Sommerferien Urlaub in Katalonien gebucht hat, die Inzidenz dort aber weit über 400 liegt? Für Zeeb ist das eine sehr individuelle Risikoabwägung:

Bei Hochinzidenzgebieten ist das so: Da würde ich nicht mit Kindern hinreisen, die nicht geimpft sind. Sonst müsste man sich wirklich krampfhaft an die Hygieneregeln halten.
Professor Hajo Zeeb

Wenn man komplett durchgeimpft ist, könne man das auch anders entscheiden, so Zeeb - man dürfe das Risiko aber nicht vernachlässigen.

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