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Wegen indischer Mutante - RKI: Großbritannien wird Virusvariantengebiet

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Das RKI hat die Liste der Risikogebiete überarbeitet - und Großbritannien zum Virusvariantengebiet hochgestuft. Damit wird die Einreise nach Deutschland drastisch beschränkt.

Ein "Covid-19 Marshal" ist auf Patrouille im englischen Bedford - das Mitte Mai eine der höchsten Corona-Infektionsraten in Großbritannien hat.
Ein "Covid-19 Marshal" im englischen Bedford: Großbritannien ist nun als Virusvariantengebiet eingestuft.
Quelle: AP/Joe Giddens

Wegen der Ausbreitung der zuerst in Indien entdeckten Corona-Variante wird Großbritannien von der Bundesregierung ab Sonntag als Virusvariantengebiet eingestuft. Das gab das Robert-Koch-Institut am Freitag bekannt. Damit wird die Einreise aus Großbritannien nach Deutschland drastisch beschränkt.

Zweiwöchige Quarantänepflicht für Einreisende

Fluggesellschaften, Bus- und Bahnunternehmen dürfen ab Sonntag nur noch deutsche Staatsbürger oder in Deutschland lebende Personen nach Deutschland befördern. Für Einreisende gilt eine zweiwöchige Quarantänepflicht, die auch nicht durch negative Tests verkürzt werden kann.

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Großbritannien ist das erste Land in Europa seit einiger Zeit, das wieder zum Virusvariantengebiet wird. In diese höchste Risikokategorie fallen derzeit nur elf Länder in Asien, Afrika und Lateinamerika. Die indische Virusvariante B.1.617.2 gilt als besonders ansteckend und hat maßgeblich dazu beigetragen, dass die Infektionszahlen in Indien in den letzten Monaten explodiert sind.

RKI: Noch keine ausreichenden Daten zu Indien-Variante

In Großbritannien sind - Stand 19. Mai - mehr als 3.400 Fälle der Variante bestätigt worden. Schwerpunkte sind vor allem die Städte Blackburn und Bolton in Mittelengland sowie ein Westlondoner Bezirk. Es gebe allerdings auch in anderen Gegenden einzelne "Cluster", teilte die Gesundheitsbehörde Public Health England mit. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) liegen zur indischen Variante noch keine ausreichenden Daten vor.

Vermutet werde eine deutlich höhere Übertragbarkeit und wahrscheinlich ein leicht reduzierter Impfschutz, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) äußerte sich mit Blick auf Großbritannien besorgt. Es solle vermieden werden, dass sich die Variante in Deutschland verbreite, sagte er bereits vor der Einstufung als Virusvariantengebiet. Großbritannien galt zwischenzeitlich als Erfolgsmodell, was die Bekämpfung der Corona-Pandemie angeht.

Darum wird die Höherstufung von Großbritannien schon länger gefordert.

Höchste Risikostufe ab Sonntag

Ein harter Lockdown und ein hohes Impftempo hatten die Infektionszahlen so weit gedrückt, dass die Bundesregierung das Land vorübergehend ganz von der Liste der Corona-Risikogebiete nahm. In der vergangenen Woche wurde es wegen der indischen Virusvariante aber wieder in die niedrigste Risikokategorie eingestuft. Ab Sonntag gilt für das Vereinigte Königreich wieder die höchste Risikostufe.

So gefährlich ist die indische Mutante

Die britische Regierung zeigt sich bisher zuversichtlich, die Ausbreitung in den Griff zu bekommen. In den betroffenen Gebieten wurden die Testkapazitäten deutlich erhöht. Zudem dürfen sich dort alle über 18-Jährigen impfen lassen, mobile Impfzentren sind im Einsatz. Landesweit sind eigentlich erst Menschen ab 34 Jahren berechtigt, eine Dosis zu erhalten.

Scharfe Kritik an Premierminister Johnson

Für scharfe Kritik an Premierminister Boris Johnson sorgte, dass die Regierung Indien erst nach Wochen zum Risikogebiet erklärt und auf eine "rote Liste" für Reisen gesetzt hatte. Wer aus solchen "roten" Ländern zurückkehrt, muss direkt nach Ankunft auf eigene Kosten für zehn Tage in ein Hotel zur Quarantäne einchecken.

Johnson habe einen für Ende April in Indien geplanten, aber letztlich doch noch abgesagten Besuch, bei dem er über ein Freihandelsabkommen sprechen wollte, nicht riskieren wollen. Deshalb sei das südasiatische Land erst Wochen nach seinen Nachbarstaaten Bangladesch und Pakistan auf die "rote Liste" gesetzt worden.

Täglich Direktflüge aus Indien nach Großbritannien

Medien berichteten, dass trotz der Einstufung noch täglich mehrere Direktflüge aus Indien in Großbritannien landen. Aus anderen "roten" Staaten wie Brasilien oder Südafrika sind Direktflüge verboten. Die Regierung verteidigte sich, es handele sich bei den Einreisenden nur um Briten und Iren oder Menschen mit Wohnsitz in Großbritannien.

Bei Direkteinreisen sei die Überwachung der Hotel-Quarantäne sicherer. Allerdings wiesen Medien darauf hin, dass Reisende aus Indien stundenlang und ohne Abstand im Flughafen neben Ankommenden aus anderen, sichereren Ländern an der Passkontrolle warteten.

Mitarbeiter einer Fluggesellschaft warten am Flughafen Frankfurt. Archivbild

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Wegen hoher Corona-Zahlen hat die Regierung viele Länder als Hochinzidenzgebiete eingestuft. Auch für Virusvarianten-Gebiete gelten verschärfte Einreiseregeln.

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