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Liefertermin - Sanofi: Rückschlag bei Corona-Impfstoff?

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Auch Deutschland hatte mit dem Mittel gerechnet: Möglicherweise kommt ein Impfstoffkandidat des Pharmakonzerns Sanofi in diesem Jahr nicht mehr - aber klar ist das nicht.

Das Logo des Pharmaherstellers Sanofi. Archivbild
Das Logo des Pharmaherstellers Sanofi. Archivbild
Quelle: Yoan Valat/EPA/dpa

Der französische Pharmakonzern Sanofi arbeitet an zwei Impfstoff-Kandidaten gegen das Coronavirus. Bei beiden gibt es zeitliche Rückschläge. Das mit dem US-Partner Translate Bio entwickelte Vakzin werde in diesem Jahr nicht zur Verfügung stehen. Das erklärte der Chef des Arzneimittelherstellers, Paul Hudson, der Zeitung "Le Journal du Dimanche". Details zu der Verzögerung wurden zunächst nicht bekannt.

Die Wirtschaftsagentur Bloomberg dagegen schreibt, dass beide Sanofi-Impfstoffe 2021 kommen könnten.

Hat die EU bei der Impfstoff-Beschaffung auf falsche Hersteller gesetzt, zu wenig Impfdosen zu spät bestellt? Aus Sicht der Chef-Einkäuferin hätte man alles Verfügbare gekauft. Doch im EU-Parlament herrscht weiterhin ein Kampf um Durchblick und Details.

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Deutschland und andere EU-Mitgliedstaaten haben Verträge mit Sanofi

Ein Rückschlag, den auch die EU in ihrem Kampf gegen das Coronavirus einkalkulieren muss. Seit dem 27. Dezember 2020 wird in Deutschland gegen Covid-19 geimpft: Bislang mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer und dem Vakzin von Moderna. Derzeit sind etwa 1,6 Prozent der Bevölkerung in Deutschland vollständig - das heißt zweimal - geimpft (Stand: 14. Februar 2021).

Noch sind Impfstoffe gegen das Coronavirus also nur begrenzt verfügbar. Das Ziel von Kanzlerin Merkel: Allen Bürgerinnen und Bürgern bis Ende des Sommers am 21. September ein Impfangebot machen.

Lieferprobleme, komplizierte Terminvergabe, Streit mit den Herstellern. Die Corona-Impfungen wecken Hoffnung auf ein Ende der Pandemie - sind aber eine Herkulesaufgabe.

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Damit das möglich ist, hat die Bundesregierung nicht nur mit Biontech/Pfizer und Moderna Verträge abgeschlossen, sondern auch mit anderen Impfstoffherstellern wie Astrazeneca, Johnson & Johnson, Curevac - und dem französischen Pharmakonzern Sanofi.

Zeitliche Verzögerungen bei beiden Impfstoff-Kandidaten

Bislang war Sanofi davon ausgegangen, dass eine Zulassung des Sanofi/Translate Bio-Präparats schon in der zweiten Jahreshälfte 2021 möglich sei. Klinische Studien sollten noch in diesem Quartal beginnen. Die Nachricht ist ein weiterer Rückschlag für Sanofi. Das Unternehmen kämpft bereits mit einer Verzögerung bei seinem anderen Covid-19-Impfstoffkandidaten, für das es sich mit der britischen GlaxoSmithKline zusammengetan hat.

Mit diesem Präparat kalkulieren sowohl Deutschland als auch andere EU-Mitgliedsstaaten. Die Bundesregierung rechnete zuletzt mit einer Lieferung von 27,5 Millionen Impfdosen von Sanofi/GSK für das vierte Quartal 2021. Die EU-Kommission hatte für die 27 Mitgliedsstaaten bis zu 300 Millionen Impfdosen des Sanofi/GSK-Vakzins geordert.

Der Pharma-Riese Sanofi aus Frankfurt-Höchst hat das Risiko dabei erkannt und möchte die Grundwirkstoffe für seine Medikamente künftig wieder in Deutschland herstellen.

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Freie Kapazitäten für Produktion anderer Impfstoffe

Sanofi-Chef Hudson bedauerte die neuerlichen Terminprobleme. Dennoch werde das Vakzin künftig noch von Nutzen sein:

Dieser Impfstoff wird nicht in diesem Jahr fertig sein, aber er könnte zu einem späteren Zeitpunkt von Nutzen sein - umso mehr, wenn der Kampf gegen Mutationen weitergeht.
Paul Hudson, Sanofi-Chef

Der Impfstoff basiert auf der neuartigen mRNA-Technologie, die auch Pfizer und BioNTech sowie Moderna für ihre bereits zugelassenen Impfstoffe nutzen.

Wegen der Verzögerungen sind bei Sanofi aber Produktionskapazitäten frei. Der Konzern wolle ab dem Sommer mehr als 125 Millionen Dosen des Biontech/Pfizer-Impfstoffs herstellen, wie Sanofi Ende Januar mitteilte. Die Dosen seien zur Verwendung in der Europäischen Union vorgesehen und würden am Standort Frankfurt produziert.

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Modellierung von Impfszenarien - Mit so viel Impfstoff rechnet die Regierung 

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von Jan Schneider

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