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Pro und Contra - Schulen und Kitas auf trotz mehr Infektionen?

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Schulen und Kitas auf trotz steigender Corona-Infektionen und den Sorgen vor einer dritten Welle? In 13 Ländern werden Kinder wieder betreut. Ist das richtig? Ein Pro und Contra.

Zahlreiche Länder kehren in den Präsenz-Schulbetrieb zurück. Das stößt bei Lehrern und Eltern nicht unumschränkt auf Zustimmung. Denn die Infektionszahlen steigen wieder. Und ein neuer Konflikt droht: Lehrkräfte fordern, früher geimpft zu werden.

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Pro: Lasst die Schulen auf!

Niemand bestreitet, dass Mutationen eher besorgen als beruhigen. Niemand bestreitet, dass die Abwägung zwischen Gesundheitsschutz im Gewusel von Kitas und Schulen und dem Recht auf Bildung, auf freie Entfaltung der Persönlichkeit schwierig ist. Aber bitte: Wir werden noch sehr lange mit den Gefahren von Covid-19 und seinen Mutationen leben müssen. Wollen wir genau so lange Kinder und Jugendliche von Bildung, von Gemeinschaft, von sozialer Integration fernhalten?

Wie wäre es mit echten Konzepten?

Es muss sich doch organisieren lassen, dass Lehrende und Erziehende sowie Kinder und Jugendliche pro Woche etwa zweimal mit einem Schnelltest überprüft werden. Es muss sich doch organisieren lassen, dass Klassenlehrer nicht allein die Hauptverantwortlichen für alles sind. Es kann doch nicht sein, dass eine Lehrerin einen Plastikdeckel als Trennwand zwischen zwei Mädchen am Klavier halten muss, wie es diese Woche im rbb zu sehen war. Oder dass Eltern sich in Berlin erst mühsam erkämpfen müssen, dass sie aus Spendengeldern einen Luftfilter anschaffen dürfen. Schulen brauchen Hilfe, also müssen sie diese auch bekommen.

Antigen-Schnelltests auf das Corona-Virus sollen an Schulen für mehr Sicherheit sorgen.

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Und zu den Zahlen: In Sachsen sind schon seit dem 15. Februar die Grundschulen auf. Die kritischen zehn Tage, nachdem sich ein signifikantes Ausbruchsgeschehen zeigt, sind verstrichen. In den vergangenen sieben Tagen haben sich die Inzidenzen in vier von 13 Landkreisen deutlich erhöht. Lag das an der Öffnung von Kitas und Schulen? Die Inzidenz fürs ganze Land stieg zwar - allerdings auf ähnlichem Niveau wie in Sachsen-Anhalt, wo die Schulen noch geschlossen sind.

Mit steigenden Zahlen muss man umgehen, solange sie unter einer kritischen Grenze bleiben.

Der Arche-Gründer Bernd Siggelkow befürchtet, dass Kinder durch Corona abgehängt werden. Weil wir sie sich selbst überlassen und die Eltern alleine lassen. "Wir sind das Land der Dichter und Denker und erziehen jetzt eine Generation von Losern", sagt er. Ich möchte nicht, dass er Recht behält. (Kristina Hofmann)

In zehn Bundesländern haben Kitas und Schulen dse Woche wieder geöffnet.

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Contra: Noch nicht öffnen, leider ...

Lasst die Schulen zu. Noch. Die Pandemie ist noch nicht vorbei. Die Zahlen sind noch zu hoch. Wir sollten Kinder und Lehrer schützen, bis die Zahlen runtergehen oder Impfungen in den kommenden Monaten an den Schulen ankommen.

Wir öffnen Schulen und Kitas bei einer Inzidenz von 60, obwohl die Infektionszahlen wieder steigen. Wir ermöglichen Millionen Kontakte, ohne sie an anderer Stelle einzusparen. Es ist ganz klar, was jetzt passieren wird: Die Zahlen werden weiter steigen - und leider sind noch zu wenige geimpft, um viele Todesfälle zu vermeiden. Die Risikogruppe ist größer, als man vielleicht denken mag. Ich kann deswegen nachvollziehen, dass unsere überlasteten Intensivmediziner, an die wir auch denken sollten, für einen längeren Shutdown sind.

Es hilft ja nichts: Es kommt darauf an, Kontakte insgesamt zu reduzieren.

Wir können uns als Gesellschaft nur eine begrenzte Anzahl von Kontakten leisten, leider. Einfach ausgedrückt: Wenn mein Kind in die Schule geht, darf ich im Gegenzug nicht mehr ins Büro. Schulöffnungen setzen meiner Meinung nach eine gesellschaftliche Verständigung voraus, wo wir anderweitig Kontakte reduzieren. Hier höre ich leider kaum Vorschläge.

Familienministerin Giffey fordert Impfungen für Lehrer und Erzieher, sobald es möglich ist. Sie schlägt vor, dass mobile Impfteams in die Schulen und Kitas kommen.

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Stattdessen sehe ich auf den Straßen Sechsergruppen von Menschen, die Bier trinken und Pizza essen. Oft ohne Abstand. Ich verstehe das gut. Aber es beunruhigt mich auch. Denn es zeigt eine gewisse Sorglosigkeit, vielleicht ist es sogar ein bisschen ignorant und unsolidarisch gegenüber Millionen von Kindern und Erzieherinnen. Beides wäre gefährlich in dieser Phase der Pandemie.

Eins noch:

Klar wäre es toll, mehr Tests für Schülerinnen und Lehrer zu haben, es gibt sie nur leider (noch) nicht.

Das ist ein Versäumnis. Das zweite Versäumnis betrifft die digitale Bildung, auch von Lehrern. Wir rufen zu oft lediglich nach mehr Laptops für Schulen. Dabei muss mit ihnen ja auch Wissen vermittelt werden. Wo bleiben die didaktischen Konzepte für gut gemachte Webinare? Gut gemachter Digitalunterricht - das wäre zumindest eine Hilfe. (Dominik Rzepka)

Eine Lehrerin mit FFP2-Maske unterrichtet in einer ersten Klasse an einer Grundschule mit Wechselunterricht.

Debatte über Impfreihenfolge - Lehrer früher impfen? Es gibt auch Kritik 

Während Schulen und Kitas vielerorts schrittweise geöffnet werden, wird darüber diskutiert, Lehrer und Erzieher früher für Impfungen zuzulassen. Was spricht dafür, was dagegen?

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