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Sorge vor neuer Corona-Welle - Lehrerverband-Chef: Schulen nicht vorbereitet

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Mit der Ausbreitung der Delta-Variante wächst die Sorge vor einem schwierigen Schulstart nach den Sommerferien. Lehrerverband-Chef Meidinger fordert bessere Vorbereitungen.

Sind die Schulen auf die Infektionsgefahr vorbereitet? Lehrerverbandschef Heinz-Peter Meidinger spricht über Versäumnisse von Bund und Ländern.

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Wie geht es nach den Sommerferien an den Schulen weiter? Nur ein kleiner Teil der Schülerinnen und Schüler wird in den nächsten Wochen vollständig geimpft sein, während die ansteckende Delta-Variante einen immer größeren Anteil an Neuinfektionen in Deutschland ausmacht. Im vergangenen Herbst waren die Schulen nicht auf die zweite Corona-Welle vorbereitet, Schulschließungen waren die Folge.

Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, befürchtet ein Déjà-vu und betont im ZDF-Interview die Wichtigkeit von Luftfiltern, die bisher an deutschen Schulen aber kaum zum Einsatz kommen. An der Wirksamkeit gebe es aber keine Zweifel.

Luftfilter kommen auch an anderen Einrichtungen zum Einsatz

"Wir kennen ja die Studien, die da sind: Raumluftfilter bringen auf jeden Fall eine deutliche Verbesserung. Nicht umsonst werden sie auch in vielen Krankenhäusern eingesetzt oder bei Produktionsstätten, wo es auch um Raumluft geht." Filter in Schulen seien unbedingt notwendig, um Präsenzunterricht nach den Sommerferien zu ermöglichen.

Fehler dürften nicht wiederholt werden, so Meidinger. Er kritisiert, dass sich viele Schulträger, Kommunen und Städte offensichtlich wegen der mitunter hohen Kosten "aus der Verantwortung ziehen". Man müsse aber jetzt die richtigen Prioritäten setzen.

Wenn uns wirklich Kinder und Jugendliche so viel wert sind, wie immer behauptet wird, dann muss man hier auch in solchen Zeiten Investitionen tätigen.

[Sehen Sie das komplette Interview oben im Video]

Angst vor einem Déjà-vu-Erlebnis

Laut Meidinger bietet nur die Hälfte der Bundesländer Förderprogramme an, meist würden nur 50 Prozent der Kosten übernommen. Den Rest müssten dann die Schulträger zahlen. Erst seit dem 11. Juni 2021 gebe es auch ein Förderprogramm des Bundes. "Sehr spät", konstatiert der Chef des Lehrerverbandes. Zudem fördere der Bund nur stationäre Filter, diese seien aber bei der Planung und dem Einbau sehr aufwändig. "Deswegen sind wir beim Lehrerverband recht skeptisch, ob dieses Programm im Herbst tatsächlich Wirkung entfalten kann."

Meidingers Prognose für die Zeit nach den Sommerferien ist düster. "Man könnte direkt von einem Déjà-vu-Erlebnis sprechen. Auch im letzten Sommer waren die Inzidenzzahlen sehr niedrig […] und wir sind dann in die zweite Welle gelaufen, ohne dass die Schulen darauf vorbereitet waren."

In einem Klassenraum steht ein Luftreiniger, der die Corona-Infektionsgefahr während des Unterrichts senken soll.

Schulstart im Herbst - Filter oder Fenster? Länder uneins 

In vielen Bundesländern haben die Ferien noch nicht mal angefangen. Aber es tobt eine Debatte, ob die Zehntausenden Schulen und Kitas ausreichend für den Neustart vorbereitet sind.

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