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Kultusminister beraten - Osterferien-Ende: Schulen dicht - oder nicht?

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Die Osterferien gehen zu Ende - bleiben die Schulen offen? Wie Kinder zum Infektionsgeschehen beitragen, ist schwierig zu beurteilen - am Donnerstag beraten die Kultusminister.

In einem Klassenraum stehen leere Tische und Stühle.
Die Osterferien gehen zu Ende, die Frage bleibt: Schulen auf - oder zu?
Quelle: dpa/Frank Rumpenhorst

Die dritte Corona-Welle rollt über Deutschland. Das Land diskutiert über verschärfte Shutdown-Regelungen - auch mit Blick auf Kitas und Schulen. Mit Blick auf die nackten Fallzahlen gibt es Forderungen, keinen weiteren Präsenzunterricht anzubieten.

Am Donnerstag wollen auch die Kultusminister der Länder über das Thema beraten. Doch die Rolle der Kinder in der Pandemie ist nicht leicht zu beurteilen.

Schnelle Virus-Ausbreitung bei Kindern?

Ein Vergleich der vom Robert Koch-Institut (RKI) erfassten Corona-Fälle zwischen der letzten Februar-Woche und genau einen Monat später zeigt: Bei den Unter-Vierjährigen lag die 7-Tage-Inzidenz (Fälle pro 100.000 Einwohner und Woche) Ende März um 162 Prozent höher.

An der Schule eines Hamburger Problemstadtteils sorgen sich die Schüler, dass ihr Schulabschluss wegen des Homeschoolings und Wechselunterrichts später als "Sparabschluss" abgestempelt wird.

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Bei den Fünf- bis Neunjährigen waren es sogar 228 Prozent, bei den Zehn- bis 14-Jährigen knapp 200 Prozent. Zum Vergleich: Auf alle Altersklassen bezogen lag der Anstieg der 7-Tage-Inzidenz bei 103 Prozent. Heißt das jetzt, dass sich das Virus unter Kindern und Jugendlichen besonders rasant ausbreitet? So einfach ist es nicht.

Kinder werden häufiger getestet

Laut Deutscher Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) und dem Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) tragen Kinder aktuell nicht überproportional zum Infektionsgeschehen bei. In einer Stellungnahme geben DGKJ und BVKJ als Grund für die höheren Inzidenz-Werte bei Kindern und Jugendlichen die gestiegene Testzahl in diesen Gruppen an. Ein Vergleich zu anderen Altersklassen anhand der Inzidenzen sei daher nicht aussagekräftig.

Tatsächlich stieg zwischen etwa Ende Februar und Ende März die Zahl der PCR-Getesteten bei den Unter-Vierjährigen um etwa ein Drittel, bei den Fünf- bis 14-Jährigen um 14 Prozent. In allen anderen Altersgruppen ging die Zahl zurück oder blieb gleich.

Keine Pandemie-Treiber

Man könne aus der jüngsten Entwicklung "nicht schließen, dass die Kinder häufiger betroffen oder sogar Treiber der Ausbreitung wären", sagt der Epidemiologe der Akkon Hochschule für Humanwissenschaften in Berlin, Timo Ulrichs.

"Eine Verlängerung der Osterferien wäre sinnvoll im Rahmen eines Gesamt-Lockdowns", sagt Ulrichs. Er setzt dabei auf regionale Konzepte. "Wo es die Gegebenheiten erlauben, da sollte man den Unterricht möglicherweise sofort nach den Osterferien wieder öffnen."

Nicht mit Geld wiedergutzumachen

"Schulschließungen sollten das allerletzte Mittel sein", sagt Johannes Hübner, stellvertretender Direktor der Kinderklinik und Kinderpoliklinik der Universität München.

In vielen Bereichen seien Einschränkungen mit Geld wiedergutmachen, sagt Hübner. Doch bei Kindern und Jugendlichen gebe es "so viele Kollateralschäden", wenn sie ständig daheim seien - zum Beispiel Fälle von häuslicher Gewalt, Bewegungsmangel, fehlende Interaktion mit den Freunden- und der verpasste Schulstoff.

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von Andreas Stamm
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