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Corona-Shutdown : Schüler auf der Verliererseite

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Sie zählen zu den Corona-Verlierern: die Schüler. Wieder sitzen sie zuhause vor ihren Aufgaben - alleine, ohne echte Unterstützung.

Eine Frau schaut am 20.03.2020 in Hamburg zwei Kindern bei den Schulaufgaben zu.
Für viele eine Herausforderung: Homeschooling
Quelle: dpa

"Ich habe ein Recht auf Bildung", weiß der zehnjährige Linos, und findet, dass er von diesem Recht im Moment nicht wirklich viel spürt. Alleine ist er mit dieser Meinung nicht.

Schulen: Einzelwege, wohin man auch blickt

Die Situation in Deutschland ist divers. Bei den Bund-Länder-Vereinbarungen wurde verabredet: Bis zum 14. Februar bleiben die Schulen geschlossen. In ganz Deutschland? Nein, nicht in ganz Deutschland - Baden-Württemberg hat schnell als erstes Land angekündigt, dass dort zumindest die Grundschüler früher wieder in den Klassenzimmern sitzen sollen.

Aber nicht nur der Föderalismus öffnet Soloentscheidungen Tor und Tür: Nahezu jede Schule beschreitet ihren eigenen Weg. Ob es um technische Lösungen geht (welche Lernplattform, Online-Präsenzunterricht, Aufgaben auf Papier, per Mail...), oder aber den Umfang des Fernunterichts anbelangt (nur an bestimmten Wochentagen, wenige Aufgaben aus wenigen Fächern, viele Aufgaben aus allen Fächern, sehr viele Aufgaben von fast allen Lehrern...).

Viel steht und fällt mit dem jeweiligen Lehrer

Auch das Engagement jedes einzelnen Lehrers, jeder einzelnen Lehrerin spielt eine große Rolle: Da gibt es die, die am Anfang der Woche ein Aufgabenpaket an ihre Schülerinnen und Schüler schicken und sich dann für den Rest der Woche nicht mehr melden. Oder aber Lehrer, die die Aufgaben ihrer Schülerinnen und Schüler mühevoll einzeln korrigieren und das auch noch zeitnah. Oder solche, die regelmäßig Online-Stunden anbieten, damit die Kinder die Chance haben, Fragen zu stellen und sich wenigstens ein kleines Bisschen wie der Teil eines Sozialgefüges fühlen. Vorausgesetzt natürlich, sie verfügen über die entsprechenden technischen Voraussetzungen.

Der berühmte Flickenteppich also, bis ins letzte Kinder- beziehungsweise Jugendzimmer. Sorgen machen sich nicht nur Eltern und viele Schülerinnen und Schüler selbst. WissenschaftlerInnen, PolitikerInnen und Verbände melden sich zu Wort, allerdings fehlt es an einer einheitlichen Linie. Bildungsexpert*innen haben jetzt für die SPD-nahe Friedrich-Ebert-Stiftung ein Konzept erarbeitet, wie die Lücken, die Corona bei den Schülern hinterlassen hat, wieder geschlossen werden könnten.

Studie: Mehr Augenmerk auf Benachteiligte

Die Studie legt den Finger in die Wunde: Gerechtigkeit sei das, was der deutschen Bildungspolitik im Angesicht der Krise am meisten fehle. Sie schaffe es nicht, die ungleichen Bedingungen, aus denen die Kinder und Jugendlichen kommen, auszugleichen. Deshalb müssten Benachteiligte bevorzugt behandelt werden.

Konkret umfasst der Forderungskatalog der Studie "Lehren aus der Pandemie" folgende Punkte, die es kurzfristig zu klären gelte:

  • Orientierung und Sicherheit für die Schulen
  • Verlässlichkeit und Planbarkeit für Schule und Elternhaus
  • Berücksichtigung von Benachteiligung
  • Abbau von Disparitäten im Zugang zu Lerntechnologien und Lernräumen
  • Feste Strukturen
  • Gestaltung von Wechselunterricht
  • Inhaltliche Schwerpunktsetzungen
  • Stärkung der diagnosebasierten Förderung
  • Generierung zusätzlicher Lernzeit und verbindlicher Förderangebote
  • Nutzung des Präsenzunterrichts als gemeinsame Lernzeit
  • Sicherung fairer Prüfungschancen

Auch wenn es bisher keine Daten gibt, mit denen sich das für Deutschland beweisen lässt: Die Stiftung geht fest davon aus, dass hier die gleichen Mechanismen gelten wie anderswo auf der Welt. Für Kinder aus armen Familien oder mit Migrationshintergrund ist es besonders dramatisch, wenn Schulen geschlossen bleiben. Sie haben meist niemanden zu Hause, der sie bei den Schulaufgaben unterstützen kann. Oft fehlen zudem auch die technischen Möglichkeiten.

Gefordert werden wissenschaftliche Kriterien, nach denen Schulschließungen künftig beschlossen werden. Und vor allem fordern die Autor*innen der Studie Einheitlichkeit: Entscheidungen sollten länderübergreifend wirken und nicht zig Sonderwege eingeschlagen werden.

Zu sehen ist ein Corona-Virus mit den erkennbaren Spike-Proteinen.
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