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Corona und Schule - Politiker fordern Unterricht im Freien

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Die geplante Corona-Notbremse sieht Distanzunterricht ab einer Inzidenz von 200 vor. Angesichts drohender Schulschließungen fordern mehrere Politiker daher Unterricht im Freien.

Stühle stehen auf Tischen in einem leeren Klassenzimmer einer Realschule.
Mit der geplanten Corona-Notbremse drohen erneut Schulschließungen.
Quelle: dpa

Nach dem geänderten Infektionsschutzgesetz sollen Schulen bei einem Inzidenzwert von 200 zum Distanzunterricht zurückkehren, Schulschließungen drohen. Deshalb haben Politiker mehrerer Fraktionen Unterricht unter freiem Himmel gefordert.

"Unterricht im Freien oder die weitere Reduzierung der Lerngruppengrößen sind zu durchdenken, bevor Schulen geschlossen werden", sagte der familienpolitische Sprecher der Unions-Fraktion im Bundestag, Marcus Weinberg, der "Bild".

Kinder "seelisch erschöpft"

Die Kinder und Jugendlichen seien nach der Zeit der Corona-Pandemie seelisch erschöpft. "Ab Juni beginnt zudem die Ferienphase. Es wäre eine Katastrophe, wenn möglicherweise bis Mitte August die Kinder keine Kita oder Schule mehr besuchen könnten", fügte Weinberg hinzu.

Die stellvertretende FDP-Vorsitzende Katja Suding sprach sich ebenfalls für Unterricht in Parks oder auf dem Schulhof aus. "Ich unterstütze alle sinnvollen Maßnahmen, die Unterricht in Präsenz wieder möglich machen", sagte sie der Zeitung.

Schulunterricht an einem Gymnasium. Symbolbild

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Schule im Freien als Ausweg

Schule im Freien könnte sinnvoll sein, Luftfilter und Hygienekonzepte in geschlossenen Räumen jedoch auch. Die stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Bärbel Bas sagte der Zeitung, durch die Wissenschaft sei belegt, dass Aktivitäten unter freiem Himmel sicherer seien als in geschlossenen Räumen:

Daher klingt die Möglichkeit, Schulunterricht im Freien möglich zu machen, erstmal gut und wird von manchen Schulen bei gutem Wetter auch spontan genutzt.
Katja Suding, stellvertretende FDP-Vorsitzende

Auch der Grünen-Abgeordnete Janosch Dahmen bezeichnete Schule im Freien als möglichen Ausweg: "Unterricht im Freien oder Exkursionen in Parks und Wäldern sind bei sinkender Inzidenz dann ein sehr pragmatischer und sinnvoller Schritt von Öffnungen."

Bundes-Notbremse

Mit der bundeseinheitlichen Notbremse soll der Bund erstmals in der Pandemie weitreichende Kompetenzen in der Pandemiebekämpfung von den Ländern übernehmen.

Die Schulen sollen bei einem Inzidenzwert von 200 zum Distanzunterricht zurückkehren. Das Gesetz soll am Mittwoch im Bundestag und am Donnerstag im Bundesrat beschlossen werden.

Ab einer Inzidenz von 200 sollen nach der geplanten Notbremse Schulen und Kitas schließen. Doch der Wert bezieht sich auf die Gesamtbevölkerung - bei Kindern liegt er oft höher.

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