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Land vs. Dortmund und Duisburg : Auf? Zu? Chaos um Schulen und Kitas in NRW

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Der Inzidenzwert steigt: Dortmund und Duisburg wollen Schulen schließen. Die Landesregierung sagt: Nein. Die Oberbürgermeister: Doch. Kommunikations-Chaos in NRW.

Dortmunds Oberbürgermeister Thomas Westphal hat das Festhalten des Landes an der Rückkehr aller Jahrgänge an die Schulen als zu riskant kritisiert.

Die Impfungen mit Astrazeneca auszusetzen und gleichzeitig die Schulen zu öffnen, sei "nicht nachvollziehbar", sagte der SPD-Politiker im WDR. Die ansteckendere B.1.1.7-Variante des Coronavirus habe das Ruder im Infektionsgeschehen übernommen.

Wir sehen jetzt: Kinder sind das größte Ansteckungsrisiko.
Thomas Westphal, OB Dortmund

Deshalb habe die Stadt Dortmund beim Land beantragt, ihre Schulen alle sofort schließen zu dürfen.

Laumann: Präsenzunterricht für alle richtig

Auch der Duisburger Oberbürgermeister Sören Link will die Schulen schließen. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag am Montagabend bei 122,6 – und somit wieder deutlich über der NRW-Inzidenz (82,9) und am sechsten Tag in Folge über dem gesteckten Grenzwert von 100.

Beiden Städten erteilte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann eine Absage. Der Grundsatz laute, dass Unterricht in Präsenz stattfinden solle, soweit das vertretbar sei, sagte der CDU-Politiker im WDR.

Viele Kinder und Jugendliche seien seit Dezember nicht mehr in den Schulen gewesen. Die zumindest tageweise Rückkehr in den Präsenzunterricht für alle Jahrgänge seit diesem Montag im Wechselmodus bleibe richtig.

NRW will bei Wocheninzidenz über 100 Maßnahmen prüfen

Erneut kritisierte Laumann die Stadt Dortmund, die - ebenso wie Duisburg - ihre Schulen sofort schließen wollte. Das Land hatte das am Dienstag abgelehnt.

Erst bei einer Wocheninzidenz - Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen - von über 100 werde eine Verschärfung der Maßnahmen geprüft, stellte der Minister klar. Das könnte in Duisburg also bereits an diesem Donnerstag der Fall sein.

Elternvertreter werfen NRW-Regierung Planlosigkeit vor

Die Landeselternschaft hat der NRW-Regierung Planlosigkeit bei der Schulpolitik in der Pandemie vorgeworfen. Nach zwölf Monaten sei fraglich, was im Schulministerium "in der Zeit passiert ist", beklagte der stellvertretende Vorsitzende des NRW-Verbands, Dieter Cohnen, in der ARD. Dort habe niemand "wirklich einen vernünftigen Plan".

Wie lange die Schulen in NRW also noch geöffnet bleiben, ist unklar. In NRW steigt der Inzidenzwert kontinuierlich an und lag gestern bei 85,1. Der Impfstopp mit Astrazeneca verschärft die Situation.

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RKI-Chef Lothar Wieler warnte bereits in der vergangenen Woche, dass die dritte Corona-Welle begonnen habe. Die Inzidenzen stiegen bei den unter 60 Jahre alten Menschen wieder an – und seit Mitte Februar bei den Kindern und Jugendlichen unter 15 Jahren "sehr rasant".

Jetzt will die Stadt Duisburg die Kindertagesstätten in den Notbetrieb schicken. Die Pressestelle kündigte an, die Kitas ab Montag zu schließen. Nur noch im Notfall sollten Eltern ihre Kinder dorthin bringen, so Oberbürgermeister Link. Das wiederum will NRW-Familienminister Joachim Stamp nicht zulassen:

Es kann jetzt nicht jeder Oberbürgermeister nach Gutdünken Maßnahmen verkünden.
Joachim Stamp (FDP), Familienminister NRW

Das Chaos um Schul- und Kitaschließungen in NRW nimmt weiter zu.

Heiko Rahms ist Redakteur im ZDF-Landesstudio Düsseldorf.

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