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Opposition fordert Umdenken - Wo bleibt die langfristige Corona-Strategie?

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Auch die Opposition hält die harten Corona-Maßnahmen in großen Teilen für notwendig. Jedoch wünscht sie sich für die Zeit nach dem Shutdown ein nachhaltiges Konzept.

Einkaufsstraße mit wenigen Passanten
Leere Fußgängerzonen sollen nicht zur Regel werden.
Quelle: dpa

In Sachsen gilt ab sofort ein harter Shutdown - zwei Tage bevor das öffentliche Leben bundesweit drastisch heruntergefahren wird. Neben den meisten Geschäften bleiben ab Montagmorgen auch Kitas, Schulen und Horte zu, für Kinder von Eltern systemrelevanter Berufe gibt es wie schon im Frühjahr eine Notbetreuung. Die neuen Schutzmaßnahmen hatte das Land bereits am Freitagabend getroffen - zwei Tage bevor am Sonntag der bundesweite Shutdown beschlossen wurde.

Grund sind - egal ob im Land oder bundesweit - die drastisch gestiegenen Corona-Zahlen, die Gefahr eines Kontrollverlusts.
Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) sagte am Sonntag bei RTL-"Aktuell":

"Tatsächlich ist das eine Naturkatastrophe, mit der wir konfrontiert sind. Das ist wie, wenn der Vesuv ausbricht. Da kann man nur noch sehen, dass man sich in Sicherheit bringt - und das ist das, was wir tun."

In Sachsen gilt jetzt ein kompletter Shutdown: Geschlossene Schulen und Kitas, geschlossene Läden mitten im Weihnachtsgeschäft. Wie gehen Bürger damit um? Unsere ZDF-Korrespondentin Cornelia Schiemenz hat sich in Dresden umgehört.

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7 min
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Grüne wünschen sich Stufenplan mit Corona-Maßnahmen

Auch aus der Opposition kommt Zustimmung für die Maßnahmen - man wünscht sich aber eine langfristigere Planung für die Zeit nach dem Shutdown - der Stand jetzt am 10. Januar enden soll. Grünen- Fraktionschef Anton Hofreiter sagte der "Rheinischen Post":

"Für die nächsten Monate brauchen wir planvolles Handeln und eine längerfristige Perspektive. Ich erwarte, dass wir im Januar endlich ein Gesetz mit einem bundesweit verbindlichen Stufenplan verabschieden, durch den klar ist, wann und wo welche Maßnahmen gelten."

Schmidt-Chanasit: Shutdown keine nachhaltige Strategie

FDP-Chef Christian Lindner sagte am Sonntagabend in einem ZDF-"Spezial": "Wir müssen nach vorne schauen und fragen, was wird die dauerhaft durchhaltbare Strategie sein." Die Notbremse könne man angesichts ihrer Folgen nicht bis in den März verhängen. Lindner warb erneut dafür, Risikogruppen besser zu schützen.

Reaktionen auf den Shutdown - Lindner im ZDF: "Langfristkonzept fehlt" 

Die Reaktionen auf den Shutdown sind unterschiedlich. FDP-Chef Lindner fand im ZDF die "Entscheidung nachvollziehbar", forderte aber auch eine "dauerhaft durchhaltbare Strategie".

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2 min

Der Hamburger Virologe Jonas Schmidt-Chanasit sagte am Sonntagabend in einem ARD-"Extra": "Ein Lockdown ist natürlich keine nachhaltige Strategie - insofern stellt sich die Frage, wie wir dann die Kinder wieder sicher in die Schulen zurückkehren lassen können." Auch dort spielten Tests eine entscheidende Rolle.

"Nur wir brauchen das Personal und natürlich auch die entsprechenden Tests, die man dann dort einsetzen kann - das sind wichtige Punkte an denen man hart arbeiten muss", sagte Schmidt-Chanasit. Mit der Erarbeitung einer langfristigen Strategie müsse sofort begonnen werden.

Virologe: Zahlen könnten durch Weihnachten drastisch steigen

Mit Blick auf die Feiertage und auf Silvester warnte der Düsseldorfer Virologe Jörg Timm vor einer Zunahme der Corona-Fälle:

"Ich hoffe sehr, dass die Menschen auch über die Weihnachtstage auf private Feiern und Familienbesuche weitgehend verzichten werden. Bei den aktuellen Infektionszahlen ist sonst mit einer drastischen Zunahme der Covid-19 Fälle im neuen Jahr zu rechnen, die uns vor enorme Probleme stellen wird", sagte der Mediziner der "Rheinischen Post".

Eine goldene Kugel hängt an einem Weihnachtsbaum. Archivbild

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