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Messgröße für Corona-Politik : Sagt die 7-Tage-Inzidenz noch genug aus?

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Am 7-Tage-Inzidenzwert misst die Politik, ob die Zeit reif ist für Lockerungen oder neue Beschränkungen. Kritiker halten das für falsch. Aussagekräftigere Indikatoren müssten her.

Entscheidungen über Lockerungen und Verschärfungen der Corona-Maßnahmen knüpft die Politik maßgeblich an die sogenannte 7-Tage-Inzidenz. Dieser Wert gibt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen an - bezogen auf eine bestimmte Region.

Doch seit Beginn der der Pandemie haben sich einige Einflussfaktoren geändert:

  • Die deutsche Impfkampagne schreitet voran, jeder Dritte hat mittlerweile eine Erstimpfung erhalten, fast jeder Zehnte ist vollständig geimpft. Viele der Geimpften sind in der höchsten Risikogruppe.
  • Es wird deutlich mehr getestet und somit werden mehr Infektionen aufgedeckt.

Taugt die 7-Tage-Inzidenz also noch als zentrale Messgröße in der Corona-Pandemie? Mehr dazu und möglichen Alternativen in unserer interaktiven Story:

Zu sehen ist die Silhouette Deutschlands und die 7-Tage-Inzidenz Kurve der aktuellen Corona-Lage. Diese steht unter einer Lupe.

Nachrichten | Politik - Sagt die 7-Tage-Inzidenz noch genug aus?  

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Neben den geänderten Einflussfaktoren gibt noch weitere Einschränkungen bei der Inzidenz: Die vom Robert-Koch-Institut (RKI) veröffentlichte Inzidenz ist wegen des Meldeverzugs oft niedriger als die Zahlen der lokalen Behörden beziehungsweise der Firma Risklayer, die in Zusammenarbeit mit dem Center for Disaster Management and Risk Reduction Technology (CEDIM) am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) für Deutschland die aktuellsten Corona-Zahlen liefert. Doch entscheidend für Lockerungen oder Verschärfungen ist die Inzidenz des RKI:

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Neuinfektionen sinken, Inzidenz steigt?

Zudem kann es zu einem verwirrenden Phänomen kommen, wie Anfang dieser Woche, dass die Neuinfektionszahlen im Vergleich zur Vorwoche sanken, die Inzidenz aber stieg.

Der Grund hierfür liegt an der unterschiedlichen Datengrundlage. Die tägliche Zahl der Neuinfektionen enthält diejenigen Fälle, die dem RKI am Vortag gemeldet wurden. Für die Berechnung der 7-Tage-Inzidenz ist aber das Datum entscheidend, an dem das lokale Gesundheitsamt den Fall erfasst. Das deckt sich nicht unbedingt mit dem Datum, an dem ein Fall im RKI übermittelt wird.

Wie gut bildet die Inzidenz die Corona-Lage ab?

Aus ganz anderen Gründen bezweifeln einige Wissenschaftler wie der Virologe Klaus Stöhr schon seit einiger Zeit die Aussagekraft der 7-Tage-Inzidenz und halten den Wert für nicht mehr tauglich, um die tatsächliche Corona-Lage abzubilden und zu beurteilen. Denn was die Sieben-Tage-Inzidenz auf den ersten Blick nicht zeigt:

  • wie viele Menschen mit Covid-19 im Krankenhaus versorgt werden müssen
  • welche Bevölkerungsgruppen besonders von Corona-Infektionen betroffen sind

Als eine alternative Kenngröße wird daher die Zahl der Covid-Intensivpatienten genannt - doch diese hinkt der Zahl der Neuinfektionen einige Tage hinterher.

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