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Corona-Neuinfektionen - Inzidenz sinkt unter 100: Lockerungen bei 50?

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Die Sieben-Tage-Inzidenz sinkt erstmals seit Oktober unter 100. Wann wird die Obergrenze von 50 erreicht? Und wann können die Corona-Regeln gelockert werden? Fragen und Antworten.

Ein medizinischer Mitarbeiter entnimmt einem Autofahrer in einem Schnelltestzentrum inmitten der Pandemie der Coronavirus-Krankheit (COVID-19) in Kodersdorf am 25. Januar 2021 eine Tupferprobe.
Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Deutschland sinkt.
Quelle: ZDF/Reuters

Was sagt die Sieben-Tage-Inzidenz aus?

Die Sieben-Tage-Inzidenz gibt an, wie viele Menschen pro 100.000 Einwohner sich in einer Woche mit dem Coronavirus infiziert haben. Heute meldete das Robert-Koch-Institut (RKI) erstmals seit 29. Oktober einen Wert von unter 100: Aktuell liegt die Sieben-Tage-Inzidenz bei 98,1.

Ein Rückblick: Nach einem entspannten Sommer mit weitgehend einstelligen Inzidenzen stiegen die Zahlen im Oktober stark an. Nach dem Teil-Shutdown ab 2. November stabilisierten sie sich etwas, bevor sie im Dezember wieder zunahmen. Höchstwert am 22. Dezember: 179,6. Doch der seit 16. Dezember geltende verschärfte Shutdown scheint nun Wirkung zu zeigen: Nach einem vermutlich durch die Feiertage bedingten Zickzack-Kurs sinkt die Inzidenz seit 11. Januar kontinuierlich.

[Auch die Zahl der Neuinfektionen, Intensivpatienten und Todesfälle sinkt. Hier finden Sie alle Corona-Zahlen im Überblick.]

Wie sieht es in meiner Region aus?

Nach den Zahlen des Robert-Koch-Instituts liegt die Inzidenz aktuell in Thüringen und Sachsen-Anhalt mit 174 am höchsten. Die fünf östlichen Länder mit Ausnahme Berlins verzeichnen Werte von über 100, gleiches gilt für das Saarland. Die anderen West-Länder liegen darunter. Am niedrigsten ist die Inzidenz in Bremen mit 73. Wie es in Ihrer Region aussieht, zeigt folgende Karte:

Die Karte beruht auf Daten der Firma Risklayer. Zusammen mit Mitarbeitern des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) sammelt sie mehrmals täglich Zahlen direkt aus Veröffentlichungen der Gesundheitsämter der Städte und Kreise. Anders als bei den Zahlen des Robert-Koch-Instituts entfällt hier die lange Meldekette, sie sind also aktueller. Welche Daten für regionale Corona-Maßnahmen ausschlaggebend sind, ist von Land zu Land verschieden.

Gibt es Unterschiede bei den Altersgruppen?

Ja. Die Sieben-Tage-Inzidenz sinkt zwar über alle Altersgruppen hinweg. In der Altersgruppe 85 plus liegt sie mit 349 aber deutlich über dem Schnitt.

Wann wird die Grenze von 50 erreicht?

Bund und Länder haben eine Obergrenze von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen festgelegt. Bis dahin gelten die Infektionsketten für die Gesundheitsämter als nachverfolgbar. Wird die Inzidenz von 50 überschritten, soll mit Corona-Regeln gegengesteuert werden. Erste Maßnahmen sollen schon ab einer Inzidenz von 35 greifen. Manche Experten wie der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach fordern eine strengere Inzidenz von 25 als Zielmarke.

Zurzeit haben 25 der bundesweit 401 Kreise eine Inzidenz von maximal 50. Davon liegen sieben unter der 35er-Marke. 37 verzeichnen allerdings noch mehr als 200 Fälle (Stand: 28. Januar, 15:20 Uhr).

Die Universität Saarbrücken simuliert, wie sich die Zahlen weiterentwickeln könnten. Aktuell kommt sie zu dem Ergebnis: Setzt sich die Entwicklung fort, könnte bundesweit eine Inzidenz von 50 in der zweiten Februarhälfte erreicht werden, eine Inzidenz von unter 25 Mitte März.

Wann können die Corona-Regeln gelockert werden?

Nimmt man die bisherigen Zielmarken als Grundlage und setzt sich die Entwicklung fort, müsste die Antwort lauten: in der zweiten Februarhälfte. Sorgen bereiten Experten aber neue, ansteckendere Varianten des Coronavirus. Die Mutanten aus Großbritannien, Südafrika und Brasilien wurden an mehreren Orten in Deutschland nachgewiesen. Noch ist nicht klar, wie weit sie sich ausgebreitet haben und den positiven Trend bei den Corona-Zahlen brechen könnten.

Deshalb warnen Experten vor frühen Lockerungen: Forscherin Viola Priesemann hält es für nötig, die Inzidenz noch dreimal zu halbieren: auf 50, 25 und schließlich 12,5. Nach ihrer Rechnung würden ab der 50er-Marke nochmal zwei bis vier Wochen vergehen, bis über mehr Normalität nachgedacht werden könnte - im März also.

Das sei wie bei einem Feuer, zitiert die Deutsche Presseagentur dpa Priesemann. Entweder sei es unter Kontrolle - oder eben nicht. "Eine halbe Kontrolle gibt es bei Feuer nicht."

Zu sehen ist ein Corona-Virus mit den erkennbaren Spike-Proteinen.

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