Sie sind hier:

Russische Impfstoff-Lieferung - Slowakei: Zweifel an Sputnik-Charge

Datum:

In der Slowakei herrscht Streit über den russischen Impfstoff Sputnik V. Jetzt meldete die Arzneimittelbehörde auch noch Zweifel an der Sicherheit einer gelieferten Charge an.

Ein medizinscher Angestellter hält den Covid-19-Impfstoff Sputnik V am 02.04.2021
Slowakische Arzneimittelbehörde: Sputnik-V-Hersteller liefert nicht genügend Daten.
Quelle: dpa

In der Slowakei hat das staatliche Institut für Arzneimittelkontrolle SUKL einen kritischen Bericht über den russischen Impfstoff Sputnik V veröffentlicht. Die gelieferten Impfstoffe hätten "nicht die gleichen Merkmale und Eigenschaften" wie jene Chargen, deren klinische Testergebnisse in der Fachzeitschrift "The Lancet" veröffentlicht wurden, zitiert dpa aus dem Bericht. Zuvor hatten slowakische Medien darüber berichtet.

Behörde: Keine Daten zur Zusammensetzung geliefert

Auch Informationen aus anderen Ländern, in denen Sputnik V bereits eingesetzt wurde, seien wegen mangelnder Übereinstimmung nicht auf die an die Slowakei gelieferten Vakzine anwendbar. Die slowakischen Kontrolleure schrieben wörtlich:

"Diese Vakzine haben nur den Namen gemeinsam."

Allein auf der Grundlage von Labortests sei es nicht möglich, auf die Wirksamkeit und Sicherheit beim Menschen zu schließen, erklärte die Behörde weiter. Der Hersteller habe nicht auf wiederholte Anfragen reagiert, Daten zur Zusammensetzung der ersten 200.000 in die Slowakei importierten Dosen zur Verfügung zu stellen. Schon vorher hatten sie der Herstellerfirma mangelhafte Information vorgeworfen.

Sputnik V in der Slowakei noch nicht im Einsatz

Die Slowakei hat am 1. März eine erste Lieferung von 200.000 Impfdosen des in der EU nicht zugelassenen Impfstoffs aus Russland erhalten. Der inzwischen zurückgetretene Gesundheitsminister Marek Krajci erteilte zwar eine Ausnahmegenehmigung für Sputnik V. Zugleich ordnete er jedoch an, das Mittel dürfe erst verimpft werden, wenn die slowakische Arzneimittelbehörde grünes Licht gegeben habe.

Die Slowakei hat den russischen Impfstoff Sputnik V bestellt und hofft auf eine nationale Zulassung.

Beitragslänge:
1 min
Datum:

Nach Angaben aus Russland ist die slowakische Regierung gebeten worden, den Impfstoff zur Prüfung an ein Labor zu schicken. Am Dienstag sei das Land aufgefordert worden, das Vakzin wegen "mehrfacher Vertragsverletzungen" zurückzuschicken, damit es in anderen Ländern verwendet werde könne, schrieb der staatliche Direktinvestmentfonds RDIF bei Twitter. "Impfstoffe sollten Leben retten und nicht für geopolitische und interne politische Kämpfen eingesetzt werden."

Matovic: Böswillige Verschwörung

Der Streit um das russische Vakzin hatte in der vergangenen Woche zum Rücktritt von Ministerpräsident Igor Matovic geführt. Matovic hatte zwei Millionen Dosen Sputnik V bestellt, ohne diese Entscheidung mit seinen Koalitionspartnern abzustimmen. Den Deal gab er erst bekannt, als die ersten Lieferungen eintrafen.

Mitarbeiter zeigt eine Dose des Impfstoffes Sputnik V. Symbolbild

Russische Errungenschaften - Von Sputnik-1 bis Sputnik V 

Der Corona-Impfstoff Sputnik V macht Schlagzeilen - er ist jedoch lange nicht die einzige wissenschaftliche Errungenschaft der Russen in den vergangenen Jahrzehnten. Ein Überblick.

Matovic, der als Finanzminister immer noch Teil des Kabinetts ist, kritisierte negative Medienberichte auf Facebook als böswillige Verschwörung. Jemand versuche offenbar, "aus geopolitischen Gründen" zu verhindern, dass Sputnik V in der Slowakei mithelfen könne, Menschenleben zu retten, schrieb der konservativ-populistische Ex-Ministerpräsident. Am Donnerstag brach er überraschend nach Moskau auf, um mit dem Chef der russischen Vermarktungsagentur zu sprechen, wie er auf Facebook mitteilte.

Aktuelle Nachrichten zur Corona-Krise

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um dir ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier kannst du mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.