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Booster-Impfung : Spahn erwägt Auffrischungsimpfung für alle

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Ab Herbst sind Corona-Auffrischimpfungen in Deutschland für Ältere und besonders gefährdete Menschen geplant. Ist eine Booster-Impfung auch für alle anderen Menschen sinnvoll?

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) erwägt ein Angebot für einen Corona-Auffrischungsimpfung an alle Bürgerinnen und Bürger.

Spahn: Steigende Zahl von Infektionen bei Geimpften

Hausärzte halten Auffrischungsimpfungen für jeden für unnötig, doch Spahn sagte den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND):

Eine Booster-Impfung ist von den Zulassungen gedeckt, sie verstärkt und verlängert den Impfschutz.

Spahn sagte, die Länder würden bereits schrittweise mit den sogenannten Booster-Impfungen in den Pflegeeinrichtungen und für besonders gefährdete Menschen beginnen. Außerdem könnten sich diejenigen noch einmal impfen lassen, die bislang nur Vektorimpfstoffe bekommen hätten.

"In einem zweiten Schritt können wir dann darüber nachdenken, auch allen anderen eine Auffrischimpfung anzubieten", sagte Spahn weiter. Für die Auffrischungsimpfungen setzt Spahn dem RND-Bericht zufolge vor allem auf die Arztpraxen.

Weigeldt: Auffrischung nur für Betagte und Gefährdete

Der Hausärzteverband hält diesen Schritt jedoch nicht für nötig. "Betagte und gefährdete Personen sollten die Auffrischungsimpfung ein halbes Jahr nach ihrer zweiten Impfung erhalten", sagte Verbandschef Ulrich Weigeldt der Düsseldorfer "Rheinischen Post".

Booster-Impfungen für alle sind aus medizinischer Sicht derzeit nicht nötig,
Ulrich Weigeldt, Hausärzteverbandschef

Gesundheitsminister Spahn rief eindringlich dazu auf, die Impfkampagne zu verstärken. Nötig sei eine Impfquote bei den über 12-Jährigen von deutlich über 70 Prozent. "Der September ist der entscheidende Monat", sagte Spahn den RND-Zeitungen. Wer dann nicht geimpft sei, dem fehle der volle Schutz für die Herbst- und Wintermonate.

Spahn geht zudem davon aus, dass private Veranstalter, Hotels oder Restaurants immer stärker dazu übergehen werden, Ungeimpfte auch mit einem Corona-Test nicht mehr einzulassen. "2G wird in vielen Bereichen ohne staatlichen Eingriff kommen, und zwar, weil Veranstalter und Gastronomen von ihrem Hausrecht Gebrauch machen", sagte er den RND-Zeitungen.

Der Gesundheitsminister schloss aus, dass es für Geimpfte oder Genesene noch einmal einen Shutdown geben wird. Spahn warnte gleichzeitig, auf den Intensivstationen gingen die Corona-Zahlen erneut hoch. "Dort liegen zu 90 Prozent Nichtgeimpfte", sagte er dem "Mannheimer Morgen".

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Auch SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz sprach sich trotz steigender Corona-Zahlen gegen einen erneuten Lockdown aus. "Aus meiner Sicht darf es keinen neuen Lockdown geben. Der wäre angesichts der Impfquote schwer begründbar", sagte er der "Rheinischen Post".

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach geht davon aus, dass die Zahl der Corona-Infektionen bei vollständig geimpften Menschen steigen wird. "Durchbruchinfektionen ereignen sich bei Personen, deren Corona-Impfung länger als sechs Monate zurückliegt", sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Bei allen Impfstoffen gegen das Coronavirus steige das Risiko eines Impfdurchbruchs nach sechs Monaten an, führte der Mediziner aus. In der Regel sei die Erkrankung dann aber nicht so gefährlich wie bei Ungeimpften.

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