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Astrazeneca-Vakzin zugelassen - Spahn will Überarbeitung der Impfverordnung

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Der Impfstoff von Astrazeneca ist zugelassen, die Stiko empfiehlt ihn aber nur für Personen bis 64 Jahre. Gesundheitsminister Spahn will daher nun die Impfverordnung anpassen.

Jens Spahn am 28.01.2021 in Berlin
Die Zulassung des Astrazeneca-Impfstoffs gegen das Coronavirus wird nach den Worten von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) nicht zu einer grundlegenden Änderung der Impf-Reihenfolge führen. (Archivbild)
Quelle: Imago

Nach der Empfehlung der Ständigen Impfkommission über eine Altersbeschränkung beim Impfstoff von Astrazeneca hat Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) eine Überarbeitung der Impfverordnung angekündigt. Man werde generell an einer Priorisierung festhalten, aber die "Alterskomponente" für den Astrazeneca-Impfstoff aufgreifen, sagte Spahn am Samstag bei einem digitalen "Townhall" zu den Corona-Impfungen.

Zuvor hatten sich die Gesundheitsminister von Bund und Ländern beraten. Demnach solle das Präparat, entsprechend einer Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko), lediglich an 18- bis 64-Jährige geimpft werden. Das sagte der derzeitige Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz, Bayerns Ressortchef Klaus Holetschek (CSU), auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur in München.

Die Detailberatungen sollen allerdings am Montagabend fortgesetzt werden. Dann will Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder zu einem Impfgipfel zusammenkommen.

Laut Impfverordnung haben Alte die höchste Priorität

Die Impfverordnung sieht eine Priorisierung vor. Die höchste Priorität haben Menschen, die das 80. Lebensjahr vollendet haben, und etwa das Personal in Pflegeheimen.

Am Freitag hatte die am Robert Koch-Institut (RKI) angesiedelte Ständige Impfkommission (STIKO) den Astrazeneca-Impfstoff nur für Personen im Alter von 18 bis 64 Jahren empfohlen. Zur Beurteilung der Impfeffektivität ab 65 Jahren lägen bisher keine ausreichenden Daten vor, hieß es. Zuvor hatte die EU-Arzneimittelbehörde EMA die europaweite Zulassung des Impfstoffs empfohlen, und zwar für Erwachsene ab 18 Jahren ohne eine Altersbegrenzung. Die Behörde wies aber darauf hin, dass es noch nicht genügend Daten über die Wirksamkeit des AstraZeneca-Präparats bei älteren Menschen gebe, um zu beurteilen, wie effektiv es bei diesen sei. 

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Ob allerdings überhaupt Impfstoff für unter 65-Jährige übrig bleibt, ist fraglich. Derzeit sieht die Impfverordnung vor, dass zuerst an der Reihe sind:

Auf einem Foto eines Mediziners mit einer Spritze in der Hand im Hintergrund ist in weißer Schrift Text zu lesen: "Coronavirus: Wer soll wann geimpft werden? Das Bundesgesundheitsministerium hat beschlossen: Erste Gruppe: alle Personen ab 80 Jahren, Bewohner und Bewohnerinnen und Personal von Senioren- und Altenpflegeheimen sowie ambulanten Pflegediensten, Personal in medizinischen Einrichtungen mit besonders hohem Ansteckungsrisiko oder Kontakt zu gefährdeten Gruppen; Zweite Gruppe: alle 70- bis 79-Jährigen, Personen mit Demenz, geistiger Behinderung, Trisomie 21 oder nach Organtransplantation, enge Kontaktpersonen von Schwangeren oder Pflegebedürftigen, Personal in medizinischen Einrichtungen mit hohem Ansteckungsrisiko, Beschäftigte zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit mit hohem Ansteckungsrisiko (z.B. Polizei- und Ordnungskräfte), Teilbereiche des Öffentlichen Gesundheitsdienstes; Dritte Gruppe: alle 60- bis 69 Jährigen, Personen mit Vorerkrankungen mit moderat erhöhtem Risiko, Personal in Schlüsselpositionen der Landes- und Bundesregierungen (z.B. bei Bundeswehr oder Feuerwehr), Berufsgruppen der kritischen Infrastruktur (z.B. Apotheken und Transportwesen), Beschäftigte im Einzelhandel, Lehrerinnen und Lehrer und Erzieherinnen und Erzieher, Personal mit niedrigem Ansteckungsrisiko in medizinischen Einrichtungen, Personen mit prekären Arbeits- oder Lebensbedingungen (z.B. Bewohnerinnen und Bewohner von Obdachlosen- oder Asylbewerberunterkünften)


Weitere Daten sollen die Einschätzung klarer machen

Bayerns Gesundheitsminister Holetschek sagte zu der von der Stiko empfohlenen Altersgrenze, man hoffe, dass bald weitere Daten vorliegen, die eine Neubetrachtung des Astrazeneca-Impfstoffes auch für Menschen ab 65 Jahre möglich machen. Ähnlich sieht es auch der Vorsitzende der Stiko:

Die Daten sind nicht ausreichend, um wirklich etwas über die Wirksamkeit auszusagen. Das ist kein negatives Votum gegen den Impfstoff. Es laufen noch Studien.
Thomas Mertens

Grundsätzlich bestehe kein Zweifel an der Sicherheit des Impfstoffs. Es geht nur um die Datenlage zur Wirksamkeit in einer bestimmten Altersgruppe.

Zu sehen ist ein Corona-Virus mit den erkennbaren Spike-Proteinen.

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