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Nach dem europäischen Impfstart : Spahn: Neue Produktionsstätten für Impfstoff

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Nach dem erfolgreichen Impfstart am Wochenende rechnet Bundesgesundheitsminister Jens Spahn im Frühjahr mit zusätzlichen Produktionsstätten für Corona-Impfstoff in Deutschland.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn zeigte sich im ZDF-Morgenmagazin zufrieden mit dem Impfstart gegen das Coronavirus am Wochenende: "Das war, das ist ein guter Start, dass wir in so wenigen Monaten, weniger als ein Jahr nachdem ein neues Virus aufgetaucht ist, einen Impfstoff zur Verfügung haben."

Spahn: Zusätzliche Impfstoff-Produktionsstätten im Aufbau

Irritiert reagiert Spahn auf Vorwürfe, dass der Impfstoff nicht ausschließlich in Deutschland hergestellt würde, sondern etwa in Belgien abgefüllt wird.

Ich verstehe diesen Impfnationalismus nicht, dass alles in Deutschland sein muss.
Jens Spahn, Gesundheitsminister

Man sei gut gefahren, sich in der Pandemie europäisch zu vernetzen und tue alles zusammen mit Biontech/Pfizer, dass es zusätzliche Produktionsstätten in Deutschland, etwa in Marburg in Hessen, geben könne. "Ziel ist noch im Februar/März dort auch Produktion möglich zu machen." Das würde die Menge an Impfstoff enorm erhöhen.

Biontech hat die Marburger Produktionsanlage von dem Schweizer Pharmariesen Novartis übernommen. Nach Angaben des Unternehmens sind dort nun einige Umstellungen nötig, bevor es auch dort mit der Produktion des Covid-19-Impfstoffs losgehen kann.

Lizenzproduktionen hält Spahn für abwegig

Auf den Vorschlag des Linken-Gesundheitspolitikers Achim Kessler, Biontech/Pfizer zu zwingen, seine Lizenzen an andere Produzenten herauszugeben, um die Impfstoffproduktion zu erhöhen, erwidert der Bundesgesundheitsminister: "Impfstoffproduktion ist das komplexeste und anspruchsvollste, das es gibt im Bereich von Arzneimittelproduktion und Pharma." Es werde so getan, als könne man die Produktion mal eben innerhalb von drei, vier Wochen beliebig hochfahren. Das brauche Vorlauf, und dieser Vorlauf sei in Marburg in Arbeit. "Unser Ziel ist in Marburg mit Biontech zeitnah zu produzieren."

Generell sei es einfach falsch, wenn der Eindruck entstehe, alle Länder außer Deutschland hätten genügend Impfstoff: "Der ist überall knapp für alle auf der Welt." Die Bundesregierung arbeite daran, dass es bald mehr Impfstoff gebe. "Aber wir machen das so, dass dann anschließend auch die Qualität stimmt."

Kritik von der Deutsche Stiftung Patientenschutz

Eugen Brysch, Vorstand der Deutschen Stiftung für Patientenschutz, hat im ZDF-Morgenmagazin kritisiert, wie die Impfungen in den 16 Bundesländern kommuniziert werden. "Die einen informieren über App, die anderen über Internet, die dritten rufen an, und die vierten muss man anrufen." Brysch fordert eine klare bundeseinheitliche Kommunikation.

"Wir beginnen ja bundeseinheitlich in allen 16 Bundesländern, gestern, heute und in den nächsten Tagen in den Pflege- und Alteneinrichtungen", antwortet Spahn. Das sei der erste gemeinsame Schritt. Der Zweite sei, dass dann die über 80-Jährigen drankämen. Deswegen müsse man alle anderen bitten, sich nicht direkt bei den Terminhotlines zu melden.

"Es werden nach und nach alle, die dran sind, auch informiert werden. Genauso wahr und wichtig ist aber auch, dass nicht alle in den ersten Tagen drankommen können." Weiter sagt Spahn: "Also, es fängt überall an und ja, es fängt unterschiedlich an in den Bundesländern, weil es eben auch unterschiedliche Situationen gibt, Großstadt, ländlicher Raum, unterschiedliche Herangehensweisen."

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