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Spahn im ZDF-Interview - Impfung für Kinder bis August "darstellbar"

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Werden Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren bald gegen Corona geimpft? Was sind die Voraussetzungen? Gesundheitsminister Jens Spahn im ZDF-Mittagsmagazin.

Die Impfung von 12-18-Jährigen sei "eine gemeinsame, individuelle Entscheidung" der Kinder und Jugendlichen mit ihren Eltern und den Ärzt*innen, so Bundesgesundheitsminister Spahn.

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Kinder impfen oder nicht impfen? Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat sein Ziel klar und deutlich formuliert: Schülerinnen und Schüler ab 12 Jahren sollen bis Ende August ein Impfangebot erhalten. Von der Ständigen Impfkommission (Stiko) erntet er dafür Gegenwind: Sie wolle aufgrund der unklaren Datenlage vorerst keine Empfehlung zur Impfung von Kindern aussprechen.

Werden Sie sich über die Stiko-Empfehlung hinwegsetzen, Herr Spahn?

"Es geht darum, Kindern und Jugendlichen ab 12 Jahren ein konkretes Impfangebot machen zu können", sagte Jens Spahn im ZDF-Mittagsmagazin. Der Bundesgesundheitsminister hält also an seinem Versprechen fest - auch ohne eine allgemeine Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko).

Voraussetzung sei aber die Zulassung des jeweiligen Impfstoffs für ab 12-Jährige durch die Europäische Arzneimittelagentur (EMA).

Wenn es die Zulassung gibt, dann finde ich, sollten sie auch die Möglichkeit dazu erhalten.
Jens Spahn, Gesundheitsminister (CDU)

"Wir bekommen sehr, sehr viele Briefe und Anrufe im Bundesministerium für Gesundheit von Kindern und Eltern, die sich wünschen, geimpft werden zu können", sagte Spahn im ZDF-Mittagsmagazin.

Dürfen künftig nur noch Geimpfte am Präsenzunterricht teilnehmen?

Eine Impfung als Voraussetzung zur Teilnahme am Präsenzunterricht lehnt Spahn ab. Die Impfung dürfe auf keinen Fall eine Bedingung für die Teilnahme am Schulunterricht sein, betonte er. Da müsse "absolut klar" sein, beide Dinge hätten "nichts miteinander zu tun", so der Gesundheitsminister.

Es wird definitiv keine Verpflichtung zur Impfung geben.
Jens Spahn, Gesundheitsminister (CDU)

Gibt es ausreichend Impfstoff für alle Altersgruppen?

Eine drohende Konkurrenz um Impftermine zwischen Erwachsenen und ab 12-Jährigen sieht der Gesundheitsminister nicht. Sein Ziel: In den ersten Wochen des Sommers sollen auch alle impfwilligen Erwachsenen ein Angebot erhalten haben.

"Wir dürfen jetzt auf den letzten Metern nicht zu ungeduldig miteinander werden", sagte Spahn. "Wir haben eine enorme, enorme Geschwindigkeit zulegt beim Impfen und werden in den nächsten Wochen entsprechend weiter impfen."

Wie soll das zeitlich funktionieren?

In manchen Bundesländern fängt Ende Juli schon wieder die Schule an. Dennoch sei der angekündigte Zeitraum - bis Ende August - aus Sicht des Gesundheitsministers "auf jeden Fall darstellbar". Spahn räumte aber ein, dass viele organisatorische Fragen noch offen seien und letztlich von der EMA-Zulassung für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren abhänge.

Welche Abstände zwischen Erst- und Zweitimpfung werden für diese Altersgruppe empfohlen? Gibt es diesbezüglich Unterschiede im Vergleich zu Erwachsenen? Solche Zulassungsdetails müssten zunächst abgewartet werden. Abschließend betonte der Gesundheitsminister, dass er Wartenden mit seinem Versprechen ein Signal geben wolle:

Wenn es die Zulassung gibt, wollen wir ihnen das Angebot auch geben.
Jens Spahn, Gesundheitsminister (CDU)

[Lesen Sie hier mehr zur aktuellen Stiko-Einschätzung einer Impfung für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren]

Ein Kinderarzt verabreicht einem Kind eine Spritze mit einem Vakzin (Symbolbild).

Corona-Impfung - Stiko: Keine Impfempfehlung für Kinder? 

Die Ständige Impfkommission plant einem Bericht zufolge keine allgemeine Impfempfehlung für Kinder. Eine solche werde es wohl nur bei bestimmten Vorerkrankungen geben.

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