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Spahn: Impfstoff wird für ganze Welt entwickelt

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Corona-Medikament - Spahn: Impfstoff wird für ganze Welt entwickelt

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Ein möglicher Corona-Impfstoff wird "für die ganze Welt" entwickelt, stellt Gesundheitsminister Spahn klar. US-Bemühungen, deutsche Forscher abzuwerben, wies er zurück.

Sehen Sie hier das ZDF-Interview mit Jens Spahn zur Corona-Krise.

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5 min
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Noch gibt es keinen Impfstoff gegen das Coronavirus. Daran arbeiten Forscher auf der ganzen Welt, so auch die Tübinger Firma CureVac. In einem Tweet vom 3. März teilt das Unternehmen mit, sich auch mit US-Präsident Donald Trump getroffen zu haben. Dieser soll laut einem Bericht der "Welt am Sonntag" versucht haben, Zugriff auf die Firma zu bekommen. Wollte Trump einen möglichen Impfstoff nur für die USA?

Zu einer Übernahme wird es nicht kommen, stellt Bundesgesundheitsminister Jens Spahn jetzt in der ZDF-Sendung "Berlin direkt" klar. CureVac selber habe heute gesagt, dass es den Impfstoff "wenn, dann für die ganze Welt entwickelt und nicht für einzelne Länder", so Spahn. "Wir sind in sehr guten Gesprächen übrigens schon seit zwei Wochen mit diesem Unternehmen." Die Meldung heute komme insofern "auch ein bischen zeitverzögert". Im Übrigen unterstütze man Forscherteams in Deutschland und Europa finanziell sowie bei der schnellen Zulassung möglicher Impfstoffe.

Innenminister Horst Seehofer (CSU) bestätigte, dass der Bundesregierung das Ansinnen der USA bekannt war. Am morgigen Montag werde der Krisenstab darüber reden.

Spahn verteidigt Grenzschließungen zu Frankreich und Österreich

In dem Interview verteidigt Spahn Grenzschließungen, die ab Montag etwa zu Frankreich und Österreich gelten. In den Grenzregionen gebe es ein "starkes Ausbruchsgeschehen", so Spahn. "Wir wollen den Bürgern signalisieren: alle unnötigen Kontakte und Fahrten über die Grenze zu beiden Richtungen, bitte reduzieren." Dieses Signal hänge auch damit zusammen, dass Österreich und Frankreich entschieden hätten, ab morgen alle Geschäfte zu schließen: "Wir wollen natürlich auch nicht, dass morgen alle über die Grenze einkaufen gehen", so Spahn. "Das ist auch nicht Sinn der Sache. Wir wollen ja soziale Kontakte reduzieren."

Spahn rief die Bevölkerung auf, Hamsterkäufe zu unterlassen. Supermärkte, Apotheken oder Banken würden weiterhin geöffnet bleiben. "Kein Grund, auf Vorrat zu kaufen", so Spahn. Zeitgleich sei jetzt die Zeit, das öffentliche Leben runter zu fahren. Es werde leider auch noch mehr Todesfälle geben, etwa bei den Hochbetagten. Insofern könnte das öffentliche Leben auch noch weiter eingeschränkt werden. "Keiner von uns kann ausschließen, dass es nicht auch zu weiteren Maßnahmen kommt", so Spahn.

Kritik an "gewinnorientiertem Gesundheitssystem"

Eine besondere Ausnahme sei die Situation auch für die Krankenhäuser. Diese habe er gebeten, "alle planbaren Aufnahmen und Operationen zu verschieben", so Spahn. Er kündigte an, finanzielle Ausfälle kompensieren zu wollen. "Ich möchte eine einfache, unbürokratische Lösung", so Spahn. Er werde dazu auch zügig, vermutlich schon im Lauf der Woche, ein Gesetz dazu auf den Weg bringen.

Derweil kritisiert Linken-Politikerin Sabine Zimmermann, Corona bringe vor allem kommunale Krankenhäuser in Bedrängnis. Sie machte dafür auch den Sparzwang der vergangenen Jahre verantwortlich. Sie kritisierte, dass das Gesundheitssystem gewinnorientiert und wettbewerbsorientiert sei. "Solange bleiben menschliche und soziale Aspekte auf der Strecke."

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