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Infektiologin warnt vor Welle Schwerkranker

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Steigende Fallzahlen - Infektiologin warnt vor Welle Schwerkranker

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4.000 Neuinfektionen: Experten warnen vor einer neuen Verbreitung des Coronavirus in Deutschland. "Wir bereiten uns vor auf eine neue Welle an Patienten, die schwer erkrankt sind."

Das Robert-Koch-Institut hat den höchsten Infektionswert seit April gemeldet. Innerhalb von 24 Stunden haben sich mehr als 4000 Menschen in Deutschland mit Corona infiziert.

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Angesichts der hohen Neuinfektionsrate hat das Robert-Koch-Institut (RKI) vor einer unkontrollierten Verbreitung des Coronavirus in Deutschland gewarnt.

Es ist möglich, dass wir mehr als zehntausend neue Fälle pro Tag sehen und dass sich das Virus unkontrolliert verbreitet.
Lothar Wieler

Wie RKI-Präsident Lothar Wieler weiter sagte, ist die Zahl der Neuinfektionen binnen Tagesfrist zuvor auf über 4.000 Fälle gestiegen - nach rund 2.600 Neufällen am Mittwoch. Das ist der höchste Wert seit Anfang April.

Angesichts dessen steigt laut Experten auch die Gefahr von Engpässen in deutschen Krankenhäusern:

Wir bereiten uns darauf vor, auf eine neue Welle an Patienten, die schwer erkrankt sind.
Susanne Herold, Leiterin Infektiologie Uniklinikum Gießen

Die Mediziner befürchteten, dass die Infektionszahlen insgesamt auch in der nächsten Zeit deutlich ansteigen, sagte Herold. Sie betonte aber auch, dass die leichten Verläufe derzeit überwiegen. Positiv sei, dass im Vergleich zu Beginn der Pandemie mehrere wirksame Therapiemöglichkeiten hinzugekommen seien, die den Krankheitsverlauf abmildern könnten. Denn man wisse inzwischen mehr über die Krankheit.

Spahn: "sehr besorgt" über steigene Infektionszahlen

Gesundheitsminister Jens Spahn äußert sich "sehr besorgt" über die stark gestiegenen Infektionszahlen. Es gebe etwa in Berlin teilweise ein "sorgloses, ignorantes Verhalten" von Menschen, weshalb er die neuen Corona-Maßnahmen des Berliner Senats begrüße. Insgesamt sei Deutschland bisher aber im Vergleich zu anderen europäischen Ländern noch gut durch die Pandemie gekommen. "Das Gesundheitssystem kann sehr gut damit umgehen." Deshalb könne man zuversichtlich sein.

Feiernde Jugendliche ein Grund für steigende Infektionszahlen

Dennoch sei die Pandemie ein Charaktertest für alle Deutschen so Spahn, diesen müsse man gemeinsam bestehen. Spahn appelierte vor allem an junge Menschen, die für einen große Zahl der Infektionen verantwortlich seien "sie halten sich für unverletzlich, sind sie aber nicht". Vor allem in Berlin gelten feiernde Jugendliche als eine der Hauptursachen für die steigenden Infektionszahlen.

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Beherbergungsverbot in den meisten Bundesländern

Bereits am Mittwoch reagierten die Bundesländer auf die rasant steigenden Neuinfektionen und beschlossen ein Beherbergungsverbot für innerdeutsche Urlauber aus Risikogebieten. Das Beherbergen von Urlaubern aus Riskogebieten ist damit verboten, es sei den, es wird ein negatives Testergebnis vorgelegt.

Dies diene der Sicherheit der Gäste, sagte Markus Söder im ZDF-Morgenmagazin. Nur Bremen, Thüringen, Niedersachsen und Berlin haben sich dem Beschluss nicht angeschlossen. Laut Thüringens Ministerpräsident Ramelow sei ein Beherbergungsverbot "Unsinn".

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