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Spahn ordert 200.000 Dosen - Antikörper-Medikamente: Das sagen Experten

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Die Bundesregierung hat für Deutschland zwei neue Corona-Medikamente auf Antikörper-Basis gekauft, darunter das, mit dem Ex-US-Präsident Trump behandelt wurde. Was bringen sie?

Labor der US-Firma Regeneron; New York, USA; 17.12.2020
Labor der US-Firma Regeneron: Mit deren Antikörper-Cocktail wurde Trump behandelt, nun bekommen ihn auch deutsche Patienten.
Quelle: dpa

Deutschland hat 200.000 Dosen neuer Corona-Medikamente gekauft. "Ab nächster Woche werden die monoklonalen Antikörper in Deutschland als erstem Land in der EU eingesetzt. Zunächst in Unikliniken", sagte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) der "Bild am Sonntag".

Laut Bundesgesundheitsministerium betragen die Kosten rund 400 Millionen Euro. Bei den eingekauften Medikamenten handelt es sich um "Bamlanivimab" des US-Pharmakonzerns Eli Lilly und um "Casirivimab/Imdevimab" des US-Pharmakonzerns Regeneron Pharmaceuticals, erklärte eine Sprecherin.

Skepsis und Zustimmung bei Experten

Der Vorsitzende der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft, Prof. Wolf-Dieter Ludwig, sieht den Kauf der Medikamente kritisch. Aus seiner Sicht sei die Wirksamkeit bei der Behandlung von Covid-19 noch nicht ausreichend durch Studien belegt.

Sich jetzt 200.000 Dosen zu sichern - für 400 Millionen Euro - halte ich für verfrüht.
Prof. Wolf-Dieter Ludwig

"Unbedingt" sollte der Einsatz derzeit nur im Rahmen von klinischen Studien erfolgen, erklärte Ludwig gegenüber ZDFheute.

Biochemiker Prof. Patrick Cramer vom Göttinger Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie hält den Kauf des Medikaments dagegen für "sinnvoll". Man schaffe damit zusätzliche "Handlungsoptionen" im Kampf gegen Corona, schrieb er ZDFheute. Auch wenn die Medikamente bislang erst an kleineren Patientengruppen in den USA getestet wurden, zeigten sich aus Sicht des Biochemikers "solide Trends, die auf die positive Wirkung der Antikörper hinweisen".

Monoklonale Antikörper werden seit vielen Jahren als Medikamente verwendet, die Technologie ist grundsätzlich ausgereift.
Prof. Patrick Cramer

Eli Lilly berichtet von erfolgreichen Tests

Die Pharmafirma Eli Lilly hatte berichtet, dass "Bamlanivimab" laut einer Studie in US-amerikanischen Pflegeheimen das Infektionsrisiko der Bewohner um 80 Prozent senke. Auch bei bereits infizierten Mitarbeitern und Bewohnern wurde der Verlauf der Erkrankung abgeschwächt, hieß es in einer Pressemitteilung.

Die Arzneimittel von Eli Lilly und Regeneron haben bislang laut Bundesgesundheitsministerium noch keine Zulassung durch die Europäische Arzneimittelbehörde (Ema). Nach Bewertung des Bundesinstituts für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel, dem Paul-Ehrlich-Institut (PEI), können die beiden Medikamente jedoch "nach individueller Nutzen/Risiko-Einschätzung" in Deutschland eingesetzt werden.

Die "knapp 200.000 Dosen" sollen in den kommenden Wochen an "spezialisierte Krankenhäuser" kostenlos ausgeteilt werden, heißt es vom Gesundheitsministerium

Spahn: Antikörper wirken wie "passive Impfung"

"Sie wirken wie eine passive Impfung. Die Gabe dieser Antikörper kann Risikopatienten in der Frühphase helfen, dass ein schwerer Verlauf verhindert wird", sagte Spahn der "Bild am Sonntag".

Diese Form der Antikörper soll wie eine passive Impfung wirken, so der Bundesgesundheitsminister.

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Der damalige US-Präsident Trump war Anfang Oktober mit dem Antikörper-Cocktail "Casirivimab/Imdevimab" der US-Firma Regeneron behandelt worden. Der Wirkstoff ist eine Kombination aus zwei speziell entwickelten Antikörpern, die sich an das sogenannte Spike-Protein des Coronavirus binden und so dessen Struktur deformieren können.

Auf diese Weise soll verhindert werden, dass das Coronavirus menschliche Zellen angreifen kann. Die Kombination aus zwei verschiedenen Antikörpern soll laut Regeneron verhindern, dass der Erregervirus Sars-CoV2 mutiert.

Zu sehen ist ein Corona-Virus mit den erkennbaren Spike-Proteinen.

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