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Steigende Corona-Inzidenz : Mit Impfzentren die Booster-Impfungen pushen?

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Die Corona-Inzidenz steigt. Was für Maßnahmen müssen nun ergriffen werden? Ärztepräsident Reinhardt schließt sich der Forderung an, Impfzentren zu reaktivieren.

Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, hält es für notwendig, im Kampf gegen die Corona-Pandemie einen Weg zu gehen, "der mit etwas mehr Kontrolle verbunden ist".

Er schlägt im ZDF angesichts steigender Infektionszahlen und Hospitalisierungen einen "Dreiklang von Dingen" vor, die er zum jetzigen Zeitpunkt für sinnvoll und angemessen halte:

  • Anwendung der 2G-Regel "in größeren Teilen des gemeinsamen Lebens", etwa in Museen oder der Gastronomie.
  • 3G-Regel am Arbeitsplatz.
  • sehr intensives Testen "in Altenheimen, dort wo mit vulnerablen Gruppen umgegangen wird, mit Menschen, die besonders gefährdet sind".

Auf eine 3G-Regel am Arbeitsplatz setzt auch Österreich im Kampf gegen die Pandemie:

Ein Corona-Test am Arbeitsplatz. (Symbolbild)

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Bei Booster-Impfungen Beispiel Israel folgen

Eine Impfpflicht für Pflegekräfte lehnt er aber ab. Gleichzeitig spricht er sich für eine Reaktivierung der Impfzentren aus, um dort Booster-Impfungen geregelt vorzunehmen.

"Wir haben in Israel gesehen, dass die Booster-Impfung für einen größeren Teil der Bevölkerung der älteren Menschen wahrscheinlich erforderlich ist, weil deren Immunantwort nicht so stark ist, insofern auch die Abwehrkräfte dann wieder nachlassen", sagte Reinhardt.

In dieselbe Kerbe schlägt Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Der Düsseldorfer "Rheinischen Post" sagte Spahn:

Um möglichst vielen möglichst schnell eine Auffrischungsimpfung zu ermöglichen, sollten die Länder die Impfzentren, die sie seit Ende September in Stand-By bereit halten, nun wieder startbereit machen.
Jens Spahn, Gesundheitsminister

Spahn sprach sich auch dafür aus, in einem ersten Schritt alle über 60-Jährigen schriftlich zur Impfung einzuladen. "Das hat bei den Erstimpfungen auch gut geklappt", betonte der Minister.

Hausärzte kritisieren Impfzentren-Vorstoß

Der Deutsche Hausärzteverband kritisiert den Vorschlag, die Impfzentren wieder zu öffnen. "Die aktuelle 'Freibier-Stimmung' überrascht mich doch sehr", sagte der Bundesvorsitzende Ulrich Weigeldt der Zeitung "Welt".

Alle Impfzentren aufmachen, Booster-Impfungen ohne Altersbeschränkung - wissenschaftliche und medizinische Kenntnisse und die Erfahrungen der vergangenen Monate werden dabei vom Tisch gewischt.
Ulrich Weigeldt, Deutscher Hausärzteverband

Er sehe keinen Grund, warum die Arztpraxen, die "schließlich den Impfturbo gezündet haben, die Booster-Impfungen nicht leisten können sollten - wenn ihnen keine Steine in den Weg gelegt werden", sagte Weigeldt. Das Problem seien derzeit nicht fehlende Impfzentren, sondern eine geringe Impfbereitschaft:

Zögerliche, Verunsicherte und insbesondere Impfgegner spazieren allerdings sicherlich nicht ins Impfzentrum.
Ulrich Weigeldt, Deutscher Hausärzteverband

In den Praxen könne man diese Menschen erreichen, wenn sie wegen anderer gesundheitlicher Probleme einen Termin vereinbaren, erklärte der Hausärzte-Verbandschef.

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von Oliver Klein

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