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Sputnik-Impfstoff - Spahn will bilateral mit Russland verhandeln

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Die EU-Kommission will keine Verträge über Sputnik V abschließen. Sollten ausreichend Daten zum Impfstoff vorliegen, will Gesundheitsminister Spahn direkt mit Russland reden.

Archiv: Jens Spahn
Gesundheitsminister Spahn kündigt Gespräche mit Russland über Sputnik-Impfstoff an
Quelle: epa

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat, im Falle einer EU-Zulassung, bilaterale Gespräche mit Russland über eventuelle Lieferungen des Corona-Impfstoffs Sputnik V angekündigt .

Man müsse aber sehr aufpassen, dass dies nicht zu einer "Fata-Morgana-Debatte" werde, sagte er am Donnerstag im WDR5-"Morgenecho". Zunächst gehe es um die Zulassung durch die EU.

Dafür muss Russland Daten liefern.
Jens Spahn, Bundesgesundheitsminister

Solange dies nicht geschehe, könne es keine Zulassung geben.

Spahn plant bilateralen Vertrag für Sputnik V

Die zweite Frage sei dann die der Bestellung, sagte Spahn. Die EU-Kommission habe am Mittwochabend erklärt, dass sie über Sputnik V nicht Verträge schließen werde wie mit den anderen Herstellern wie etwa Biontech.

Daraufhin habe ich auch im EU-Gesundheitsministerrat für Deutschland erklärt, dass wir dann bilateral auch mit Russland reden werden, und zwar erst mal darüber, wann überhaupt welche Mengen kommen könnten.
Jens Spahn, Bundesgesundheitsminister

"Um wirklich einen Unterschied zu machen in unserer aktuellen Lage, müsste die Lieferung schon in den nächsten zwei bis vier, fünf Monaten kommen - ansonsten haben wir so oder so mehr als genug Impfstoff."

Insofern erwarte er von Russland verbindliche Aussagen dazu, "wann welche Menge konkret nach einer Zulassung auch Deutschland erreichen könnte".

Russen können sich ohne Anmeldung, kostenlos und unkompliziert impfen lassen. Geimpft wurden bisher trotzdem erst knapp vier Prozent.

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Ministerpräsident Haseloff begrüßt Spahns Ankündigung

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff begrüßt die Ankündigung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, einen Vorvertrag zum Ankauf des Corona-Impfstoff Sputnik V anzustreben.

"Das ist der richtige Weg, ich begrüße das Vorgehen des Bundes", sagt der CDU-Politiker der Nachrichtenagentur Reuters.

Ich habe immer gesagt, dass entweder die EU oder die Bundesregierung hier vorangehen sollten.
Reiner Haseloff, Ministerpräsident Sachsen-Anhalt

In Deutschland sei der Bund für die Impfstoffbeschaffung zuständig.

Stiko verweist auf Prüfung der EMA

Der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission, Thomas Mertens, sagte im ZDF-"Morgenmagazin", die publizierten Daten zu Sputnik V "sehen sehr gut aus", er wisse aber nicht, was der EU-Arzneimittelbehörde EMA noch an zusätzlichen Daten vorliege.

Wenn der Impfstoff geprüft und zugelassen wird, hätte ich persönlich dagegen nichts einzuwenden.
Thomas Mertens, Ständige Impfkommission

Über den von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) angekündigten Vorvertrag über eine bilaterale Sputnik-Beschaffung sagte er: "Dass das jetzt wieder als bayerischer Alleingang geplant sein sollte, wenn das denn so ist, davon bin ich nicht so sehr überzeugt."

Prof. Dr. Thomas Mertens, Vorsitzender der Ständigen Impfkommission, empfiehlt Menschen unter 60 Jahren, die bereits eine Astrazeneca-Impfung erhalten haben, "eine Zweitimpfung mit einem mRNA-Impfstoff".

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Uneinigkeit beim Impfstoff Astrazeneca

Der Impfstoff von Astrazeneca soll nach Spahns Worten in Deutschland auch weiterhin nicht bei Menschen unter 60 Jahren eingesetzt werden. "Wir bleiben dabei, dass wir den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission folgen", sagte er.

"Wenn wir nur Astrazeneca als Impfstoff hätten und keine Alternative für die unter 60-Jährigen, dann käme man in der Abwägung - wie ist die Empfehlung - möglicherweise zu einem anderen Ergebnis", sagte Spahn.

Da es aber ja alternative Impfstoffe gebe, könne man aus Vorsicht bei der Empfehlung bleiben, Astrazeneca bei jüngeren Menschen nicht anzuwenden. Ähnlich argumentierte auch der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission, Thomas Mertens, im ZDF-"Morgenmagazin".

Die EU-Arzneimittelbehörde EMA hatte am Mittwoch trotz sehr seltener Fälle von Blutgerinnseln in Hirnvenen jüngerer Menschen weiterhin uneingeschränkt grünes Licht für die Anwendung des Impfstoffes gegeben.

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