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Keine Schnelltests ab Montag - Spahn und die verschobenen Tests

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Die Gratis-Schnelltests für alle kommen nun doch nicht am 1. März, wie von Gesundheitsminister Spahn angekündigt. Dabei hat Deutschland beim Testen Nachholbedarf.

Minister Jens Spahn (Archiv)
Kann seinen Termin für die Kostenlos-Schnelltests nicht einhalten: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn
Quelle: Fabian Sommer/dpa

Eigentlich sollten die kostenlosen Schnelltests für alle am 1. März kommen. Das hatte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) vergangene Woche angekündigt. Doch im Corona-Kabinett gestern kam Spahns Testoffensive nicht durch. Das Thema ist nun auf die nächsten Bund-Länder-Gespräche am 3. März geschoben.

Die Schnelltests, die von Fachpersonal etwa in Apotheken, Praxen oder Gesundheitsämtern durchgeführt werden könnten, liefern in 15 bis 30 Minuten ein Ergebnis. Sie wären ein weiterer Baustein der nationalen Test-Strategie.

Daneben sollen laut Gesundheitsministerium noch im Februar Selbsttests zugelassen werden, auch Laien-Tests genannt - also solche, die man sich etwa im Discounter kaufen und dann Zuhause benutzen kann. Beide Test-Arten wären - in der Fläche verbreitet - ein wichtiges Mittel für mögliche Öffnungen und auch für den Weiterbetrieb von Schulen und Kitas.

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von Julia Klaus

Fast 200 Corona-Antigentests gelistet

Doch warum kommen die Schnelltests nun doch nicht ab 1. März - also ab kommendem Montag? "Einige Bundesländer hatten noch Gesprächsbedarf", sagte ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums zu ZDFheute über die Gespräche gestern. Einige fühlten sich von Spahns Ankündigung wohl überrumpelt. Die rheinland-pfälzische Gesundheitsministerin sagte kürzlich: Man stehe bereit, aber viele Fragen seien unbeantwortet und die Abstimmung bleibe auf der Strecke.

Eine weitere offene Frage ist die der Menge. Der Bund hat sich für dieses Jahr bis zu 800 Millionen der Antigen-Schnelltests gesichert. Bei rund 83 Millionen Einwohner*innen könnte sich jede Person nur rund neun Mal testen lassen. Dabei mangelt es an Anbietern nicht: Das Bundesinstitut für Arnzeimittel und Medizinprodukte listet derzeit 191 Antigentests, die den Anforderungen des Robert-Koch-Instituts und des Paul-Ehrlich-Instituts entsprechen.

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Dabei hat Deutschland beim Testen Nachholbedarf, wie Frontal 21 ausgerechnet hat: EU-weit liegt es auf Platz 22 von 27, zeigen Zahlen der Europäischen Gesundheitsbehörde ECDC. Die letzten verfügbaren Test-Zahlen beziehen sich auf die Woche vom 8. bis 14. Februar. Auf den vorderen Plätzen liegen Zypern, Österreich und Dänemark. Sie testen - gemessen an der Anzahl ihrer Bürger*innen - am meisten.

[Mehr zu Spahns Test-Strategie sehen Sie heute ab 21 Uhr bei frontal 21.]

"Armutszeugnis für Herrn Spahn"

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) zeigt sich verärgert über die verpatzte Zusage. Spahn habe zum wiederholten Male Dinge angekündigt, "die dann so oder zumindest so schnell nicht kommen", sagte Müller im ZDF-Morgenmagazin.

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"Es ist ein Armutszeugnis für Herrn Spahn, dass die Schnellteststrategie wieder verschoben wird", sagte Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter. Die gesundheitspolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion, Christine Aschenberg-Dugnus, sagte ZDFheute:

Erst wurde der Impfstart vergeigt, nun verspäten sich die groß angekündigten Schnelltests. Vertrauen fördert das nicht.

Nachdem die Impfungen so schleppend angelaufen sind, dürfte die Schnelltest-Verschiebung besonders bitter für Spahn sein.

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