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Kritik an Ungeimpften : Spahn: "Was muss eigentlich noch passieren?"

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Der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Spahn hat angesichts der Corona-Lage das Verhalten von Ungeimpften beklagt. Schärfere Maßnahmen müssten geprüft werden, so Spahn.

Jens Spahn (CDU), geschäftsführender Bundesminister für Gesundheit, spricht während einer Pressekonferenz zur Lage der Coronaimpfungen in Deutschland.
Jens Spahn (CDU), geschäftsführender Bundesminister für Gesundheit.
Quelle: Michael Kappeler/dpa

Angesichts der aktuellen Corona-Notlage erzürnt sich der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) über das Verhalten von Ungeimpften. Er hat ihnen unvernünftiges Handeln vorgeworfen - und schließt nun einen Teil-Lockdown nicht mehr aus.

In einem Interview mit der "Rheinischen Post" sagte Spahn: "Es gibt immer noch diejenigen, die glauben, das Virus können ihnen nichts anhaben". Und weiter:

Diese Menschen würde ich am liebsten auf eine Intensivstation zerren und sie im Angesicht des Leids fragen: Was muss eigentlich noch passieren, damit ihr es kapiert?
Jens Spahn, Bundesgesundheitsminister

Notlage: MPK früher als 9. Dezember?

Der CDU-Politiker hält es für möglich, die für den 9. Dezember geplante nächste Ministerpräsidentenkonferenz vorzuziehen. "Wir werden früher handeln müssen."

Wir sehen ja, dass in Sachsen, Bayern, Baden-Württemberg und Thüringen die Lage sehr ernst ist. Wir müssen wohl erstmals Patienten in großem Stil innerhalb Deutschlands verlegen.
Jens Spahn, Bundesgesundheitsminister

Schärfere Maßnahmen für Veranstaltungen, Bars und Clubs müssten geprüft werden. Auf die Frage, ob er einen Teil-Lockdown ausschließe, sagte Spahn: "Ausschließen sollte man in dieser Lage gar nichts, so bitter das ist."

Wichtig sei allerdings, dass alles getan werde, um Schließungen von Kitas und Schulen zu vermeiden, so der der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister gegenüber der "Rheinischen Post".

Gesundheitsminister lehnt Impfpflicht ab

Sein viel beachteter Satz, wonach am Ende des Winters so ziemlich jeder in Deutschland geimpft, genesen oder gestorben sein werde, sei auch ein Stück weit seiner Enttäuschung geschuldet, erklärte Spahn. Und weiter:

Was mich wirklich frustriert, ist, dass wir mit der Impfung ein sicheres, hochwirksames Mittel gegen die Pandemie haben.
Jens Spahn, Bundesgesundheitsminister

Doch zu viele Erwachsene wollten es trotzdem nicht nutzen. Spahn unterstrich, dass er eine allgemeine Impfpflicht weiter ablehne.

"Aus staatsbürgerlicher Verantwortung sollte sich jeder impfen lassen. Und für medizinisches Personal sollte es meiner Meinung nach zum Berufsverständnis gehören", erklärte der Minister.

Eine allgemeine Impfpflicht aber würde tief in das Verhältnis des Staates zu seinen Bürgern, in die Freiheit des Einzelnen eingreifen. "Und das würde aus großer Spannung nur noch mehr Spaltung machen."

Auf der Illustration ist eine Frau (links) und ein Mann (rechts) zu sehen. Die Frau hat eine Impfspritze am Arm angesetzt und Viren im Rachen, der Mann hat keine Impfung und Viren im Rachen und außerhalb der Atemwege.

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