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Spahn: "Der Wellenbrecher funktioniert doch"

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Streit über Corona-Maßnahmen - Spahn: "Der Wellenbrecher funktioniert doch"

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Gesundheitsminister Spahn preist den aktuellen Teil-Shutdown als Erfolg gegen die Corona-Pandemie. FDP-Chef Lindner widerspricht und wirft der Regierung Strategielosigkeit vor.

Gesundheitsminister Jens Spahn bei einer Debatte zum Infektionsschutzgesetz im Bundestag.
Gesundheitsminister Jens Spahn.
Quelle: dpa

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) lobt den derzeitigen Teil-Shutdown als Erfolg im Kampf gegen das Coronavirus. "Der Wellenbrecher funktioniert doch", sagte er im Streitgespräch der Zeitung "Welt" mit FDP-Chef Christian Lindner.

"Das exponentielle Wachstum ist gebrochen", fügte Spahn mit Blick auf die Corona-Infektionszahlen hinzu. "Wir sind uns einig, dass das nicht reicht. Aber es ist gelungen - einmal mehr."

Die Corona-Zahlen sind konstant, aber hoch. Es komme nun auf die nächsten Schritte an, sagt der Epidemiologe Brockmann. Man müsse auch abwägen, welchen Preis man zahlen wolle.

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Spahn: Infektionszahlen senken hat Priorität

Spahn rechtfertigte, dass die Bundesregierung die Priorität auf die Senkung der Infektionszahlen lege. "Wir sind das Land mit einer der ältesten Bevölkerungen weltweit", hob der Minister hervor. "Wenn die Infektionszahlen steigen, steigt früher oder später auch der Behandlungsbedarf auf den Intensivstationen."

Belgien, die Niederlande und Frankreich hätten Deutschland bereits erneut gebeten, Patienten aufzunehmen, weil ihre Intensivkapazitäten ausgeschöpft seien. "Ich will, dass wir die Welle brechen, bevor unnötig viel Leid in den Krankenhäusern entsteht", sagte Spahn. Bislang habe die Bundesregierung dabei mit vergleichsweise milden Maßnahmen gute Ergebnisse erreicht.

Lindner fürchtet Lockdown ohne Ende

Der FDP-Vorsitzende Lindner warf der Regierung hingegen Strategielosigkeit vor. "Meine Befürchtung ist: Wir finden aus dem aktuellen November-Lockdown in diesem Jahr nicht wieder raus", sagte er der "Welt".

"Und falls wir ihn beenden, dann ist wenige Wochen später der nächste da. Das wäre eine Stop-and-Go-Politik, die enormen sozialen und wirtschaftlichen Schaden verursacht."

Besserer Schutz von Risikogruppen

Lindner kritisierte, mit einem besseren Schutz der Risikogruppen wäre die Schließung von Gastronomie, Kultur, Freizeit und Sport unnötig gewesen. Es sei "möglich, auch öffentliches, kulturelles und wirtschaftliches Leben zu ermöglichen, sofern Abstand und Hygiene eingehalten werden".

Wegen deutlich steigender Corona-Fallzahlen war in Deutschland am 2. November ein Teil-Shutdown in Kraft getreten. Erlaubt ist diesen Monat in der Öffentlichkeit nur noch der gemeinsame Aufenthalt von zwei Hausständen mit insgesamt maximal zehn Menschen. Restaurants, Bars, Kneipen, Klubs und Diskotheken sowie Theater, Schwimmbäder und Fitnessstudios mussten schließen.

Beratung über künftige Corona-Maßnahmen

Die Regierungschefs von Bund und Ländern wollen am Mittwoch eine Zwischenbilanz ziehen und über künftige Corona-Maßnahmen beraten, nachdem sie bei der vorangegangenen Video-Konferenz am Montag keine Einigung darüber erzielt hatten. Im Gespräch ist nun, den Teil-Shutdown bis kurz vor Weihnachten fortzuführen.

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von Robert Meyer
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