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Ab Sonntag : Risikogebiet: Spanien zweifelt an Einstufung

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Ganz Spanien gilt ab Sonntag als Risikogebiet. Das Land selbst zieht die Orientierung an Neuinfektionen in Zweifel und führt mehrere Gründe an. Die Tourismusbranche ist besorgt.

Ganz Spanien – einschließlich der Balearen und Kanaren – gilt ab Sonntag als Corona-Risikogebiet. Das Land selbst stellt die Einstufung durch Deutschland auf der Basis von Neuinfektionen infrage. Das Ministerium der für Tourismus zuständigen María Reyes Maroto erklärte: Die Inzidenz als Gradmesser für das Risiko eines Landes verliere angesichts der hohen Impfrate und der niedrigen Zahl an Corona-Patienten in den Krankenhäusern an Bedeutung.

Spanien liege bei der Zahl der vollständig Geimpften mit 47,8 Prozent noch vor Deutschland (43,7). Auch die Todesrate sei niedriger als in Deutschland. Die hohen Infektionszahlen würden bei jungen Menschen registriert, die entweder gar keine oder nur milde Krankheitssymptome entwickelten, hieß es.

Die Behörden würden die Lage genau beobachten und notwendige Maßnahmen ergreifen, teilte das Ministerium weiter mit. Urlaub in Spanien sei auf jeden Fall sicher.

Tourismusbranche befürchtet neue Verluste

Einige Vertreter der Tourismusbranche reagierten gereizter. "Verdammt, das sind äußerst schlechte Nachrichten", sagte etwa Alfonso Robledo, Präsident des Unternehmerverbandes Caeb auf Mallorca der Deutschen Presse-Agentur. Er befürchtet:

Wie schon im vergangenen Jahr bedeutet das einen brutalen Rückgang der Urlauberzahlen.
Alfonso Robledo, Unternehmerverband Caeb

Helmut Clemens, Sprecher kleiner und mittelständischer Tourismusunternehmen auf der Insel, äußerte sich verärgert. "Die Bedingungen werden von Politikern bestimmt, die nicht in der Lage sind, die Situation richtig einzuschätzen", sagte er.

Screenshot Infografik: Einreiseregeln für Urlauber
Einreiseregeln für Urlauber
Quelle: ZDF

Wegen stark steigender Infektionszahlen hatte die Bundesregierung das beliebteste Urlaubsland der Deutschen auf die Risikoliste gesetzt. Für Flugreisende ergeben sich daraus aber keine Folgen: Wer mit dem Flugzeug aus Spanien nach Deutschland zurückkehrt, muss wie bisher einen negativen Test oder einen Nachweis über eine vollständige Impfung oder Genesung dabeihaben. Damit entfällt dann die Quarantänepflicht.

Reiseverband sieht Urlaub nicht in Gefahr

Entsprechend gelassen reagierte der Deutsche Reiseverband (DRV). "Für Flugreisende ändert sich mit der Einstufung von Spanien als einfaches Risikogebiet faktisch nichts", sagte DRV-Sprecherin Kerstin Heinen der Deutschen Presse-Agentur.

Reisende können ihren Urlaub wie geplant fortsetzen.
Kerstin Heinen, DRV

Sie appellierte an alle Reisenden, sich auch während ihres Urlaubs an Hygiene- und Abstandsregeln zu halten. "So ist verantwortungsvolle Mobilität auch in Zeiten von Corona möglich."

Das Gesundheitsministerium weist darauf hin, dass Reisen nach Spanien trotz der neuen Einstufung möglich sind. "Risikogebiet heißt nicht Urlaubsverbot", sagte ein Ministeriumssprecher. "Es ist aber das deutliche Zeichen: Bitte aufpassen und bei Rückkehr testen." Allerdings rät das Auswärtige Amt ab Sonntag in seinen Reisehinweisen von touristischen Reisen nach Spanien ab.

Auf der Illustration ist eine Frau zu sehen, die auf dem Boden sitzt. Ihren Kopf stützt sie auf ihrem linken Arm.

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03.10.2022
von Svenja Bergerhoff
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