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Sportvereine in der Krise : Mitgliederschwund wegen Corona-Beschränkungen

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Weil der Breiten- und Nachwuchssport überwiegend stillliegt, verlieren Vereine immer mehr Mitglieder. Das Minus seit Beginn der Pandemie: Bundesweit mehr als eine Million Sportler.

Sportvereine leiden
Auch Sportvereine leiden in der Corona-Krise. Besonders betroffen vom Bewegungsmangel: Kinder und Jugendliche.
Quelle: ZDF

"Nach aktuellem Stand werden wir wohl zum Jahresende 2020 rund eine Million Mitglieder verloren haben und in den ersten Monaten des Jahres könnte nochmals eine ähnliche Größenordnung an Rückgang entstanden sein", sagte DOSB-Präsident Alfons Hörmann der Deutschen Presse-Agentur. Was besonders schmerze:

Das geschieht vor allem im Kinder- und Jugendbereich.
Alfons Hörmann

Sport nur sehr begrenzt möglich

Seit Monaten bremst der Lockdown Sportler im Hobby- und Leistungsbereich. Seit Anfang November durfte nicht mehr gespielt, nicht einmal mehr trainiert werden.

Anfang März hatten dann Bund und Länder Planungen für Öffnungsschritte vorgelegt, nach denen zunächst kontaktfreier Sport in Kleingruppen unter freiem Himmel wieder ermöglicht werden konnte. Wegen der seither wieder gestiegenen Infektionszahlen gibt es aber bestenfalls in wenigen Regionen mit sehr niedrigen Inzidenzen Öffnungschancen für den Sportbetrieb.

Ohne Sport in Zukunft mehr Kranke

"Wir produzieren gerade die Kranken-Zukunft", warnt Professor Ingo Froböse von der Sporthochschule Köln. Er befürchtet negative Effekte für die Entwicklung vieler Kinder, weil sie in der Pandemie zu wenig Sport treiben würden.

Letztendlich haben wir gerade eine Bewegungsmangel-Pandemie und das ist schon ganz absurd.
Ingo Froböse

Das begünstige Übergewicht und damit auch Krankheiten wie Diabetes mellitus oder Bluthochdruck. Der Sportwissenschaftler kritisiert das Corona-Management von Bund und Ländern, weil es zu sehr auf Verbote setze und zu wenig versuche, intelligente Lösungswege zu finden.

Aerosolforscher: Mehr Sport im Freien sinnvoll

Unterstützung erhält Froböse vom Aerosolforscher Dr. Gerhard Scheuch. Der fordert eine radikale Umkehr der Corona-Politik im Hinblick auf Tätigkeiten im Freien und fordert sogar explizit mehr Sportmöglichkeiten an der frischen Luft:

Gerade vor dem Hintergrund, dass jetzt die Zahlen steigen, würde ich dafür plädieren, dass wir uns noch mehr ins Freie bewegen, noch mehr raus, den Sport im Freien fördern und nicht verbieten.
Dr. Gerhard Scheuch

Grund für die klare Forderung ist der wissenschaftliche Konsens unter den Aerosolforschern, den sie auch in einem offenen Brief an Bundeskanzlerin Merkel formuliert haben: "Die Übertragung der SARS-CoV-2 Viren findet fast ausnahmslos in Innenräumen statt."

Studie: Nur 0,1 Prozent der Ansteckungen draußen

Gerhard Scheuch ist Mitunterzeichner des offenen Briefes. Er verweist auf eine Studie aus Irland, bei der mehr als 200.000 Infektionen untersucht worden seien. Nur 0,1 Prozent der Ansteckungen hätten laut der Studie im Freien stattgefunden. Daher gelte auch für den Sport im Freien, dass das Ansteckungsrisiko als gering einzustufen sei.

Man braucht einfach längere Kontaktzeiten im Freien. Also ich denke mindestens 15 Minuten, sodass man sich überhaupt infizieren kann.
Dr. Gerhard Scheuch

"Und die hat man halt bei den normalen Sportarten im Freien ja nicht, weder beim Fußball noch bei vielen anderen Sportarten“, erklärt Scheuch.

Zahlreiche Menschen sind am 04.04.2021 am Mainufer in Frankfurt unterwegs.

Offener Brief an Merkel - Aerosolforscher: Draußen kaum Ansteckung 

Aerosolforscher kritisieren die aktuelle Corona-Politik und fordern ein radikales Umdenken von Bund und Ländern. Ansteckungen im Freien fänden so gut wie gar nicht statt.

von Jörg Göbel und Felix Klauser

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