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Müller hält Beherbergungsverbot für sinnlos

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Steigende Corona-Infektionen - Müller hält Beherbergungsverbot für sinnlos

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Berlins Regierender Bürgermeister Müller spricht sich für die Abschaffung des Beherbergungsverbots aus. Es ergebe keinen Sinn, sagt er im ZDF - und stichelt Richtung Markus Söder.

Sehen Sie das Interview mit Michael Müller (SPD) hier in voller Länge.

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Berlins Regierender Bürgermeister will das gerade erst beschlossene Beherbergungsverbot wieder kippen. Zwischen Berlin und Brandenburg zum Beispiel gebe es jeden Tag Hunderttausende Pendler. "Die begegnen sich im Einzelhandel, Nahverkehr, auf der Arbeit - und dann darf ein Berliner aber zwei Tage nicht im Spreewald übernachten? Das macht alles keinen Sinn", sagte Müller in der ZDF-Sendung "Berlin direkt".

Er erwarte, dass das Verbot kommende Woche zwischen Bund und Ländern neu besprochen werde.

Müller plädiert für einheitliche Bußgelder

In Richtung Markus Söder schickte Müller eine Spitze. Dessen Forderung nach einem bundesweiten Bußgeld von 250 Euro für Maskenmuffel wies Müller zurück. "Ich will nicht sagen: mal wieder typisch Bayern", so Müller. Allerdings gebe es bereits entsprechende Bußgelder. Ob diese nun 50 Euro mehr oder weniger betragen würden, sei nicht sonderlich entscheidend. Er plädiere für Einheitlichkeit.

Angesichts steigender Corona-Zahlen verschärfen nun mehrere Bundesländer ihre Maßnahmen. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) kündigte am Sonntag an, bei privaten Feiern gelte künftig landesweit eine Obergrenze von 50 Teilnehmenden. Ein Beherbergungsverbot für Reisende aus Risikogebieten sieht Laschet hingegen ebenso wie Müller skeptisch. Laschet sagte:

Wenn ganz viele Orte in Deutschland Risikogebiete sind, ist die Frage, wer darf von wo nach wo reisen, eigentlich eine zweitrangige.
Armin Laschet, CDU

Kassenärzte kritisieren "Lockdown durch die Hintertür"

Ähnlich sieht das der Chef der Kassenärzte, Andreas Gassen. Er nennt das Beherbergungsverbot wirkungslos und kritisiert, es sei "aus der Hüfte geschossen" und auf Betreiben einiger Bundesländer beschlossen worden. Gassen nennt die Maßnahme im ZDF-Interview einen "Lockdown durch die Hintertür".

Der Chef der Kassenärzte, Andreas Gassen, kritisiert das Beherbungsverbot für Reisende aus Corona-Risikogebieten. Es sei wirkungslos und eine Art "Lockdown durch die Hintertür".

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Anders sieht das der schleswig-holsteinische Ministerpräsident Daniel Günther (CDU). In seinem Bundesland gebe es nur 8,5 Infektionen pro 100.000 Einwohner, sagt er im ZDF. Da müsse man sich eben Gedanken machen über andere Länder, die über der Schwelle lägen.

Das Beherberbungsverbot und der weitere Umgang mit der steigenden Anzahl an Neuinfektionen sind kommende Woche Thema bei Beratungen der Länder mit dem Bund.

Vor diesem Treffen fordert SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach, das Beherbergungsverbot zurückzunehmen. "Es ist bürokratisch, unkontrollierbar, nutzlos und stellt die Pandemiebekämpfung in Frage", twitterte Lauterbach am Sonntag. "Es war ein Fehler, den man abräumen sollte."

Dem Autor bei Twitter folgen: @dominikrzepka

50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in einer Woche - das ist der Richtwert, der eine Region zum Risikogebiet macht. Aber wie kommt die Politik auf diesen Wert?

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