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Bildung leidet unter Corona : Streit über Schulen nimmt kein Ende

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Es herrscht große Uneinigkeit darüber, ob Schulen und Kitas während der Corona-Pandemie geöffnet bleiben sollen. Was hat Vorrang - Gesundheit oder Bildung?

Schülerinnen und Schüler nehmen mit Masken am Unterricht teil (Archiv).
Unterricht mit Maske - oder besser die Schulen schließen?
Quelle: dpa-bildfunk

In Sachsen ist es ab Montag so weit: Es kommt zur flächendeckenden Schließung von Schulen und Kitas. Die Regierung in Dresden sieht keine andere Möglichkeit, die hohen Corona-Zahlen in den Griff zu bekommen. Noch hat sich kein anderes Bundesland angeschlossen. Aber der Druck für schärfere Maßnahmen an den Schulen wächst.

Längere Weihnachtsferien, Aussetzung der Schulpflicht, mehr Wechselunterricht - Bildungs- und Lehrergewerkschaften machen seit dem Herbst Druck in Richtung Bildungspolitik, vom Festhalten am Präsenzunterricht mit ganzen Klassen wieder abzurücken. Die Kultusminister halten dagegen. Zwar findet in Gegenden mit besonders hohen Corona-Zahlen Wechselunterricht längst statt und auch Schulen werden immer wieder geschlossen. Aber flächendeckend wollen die Kultusminister das möglichst verhindern.

Gesundheit schützen oder Bildung sichern?

Das zentrale Dilemma: Gesundheitsschutz steht derzeit im Spannungsverhältnis zum Recht auf Bildung und soziale Teilhabe. Lehrervertreter werfen den Kultusministern vor, Empfehlungen des Robert Koch-Instituts zu ignorieren, bei gestiegenen Ansteckungszahlen über 50 pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche die Klassen zu halbieren oder in den Wechselunterricht überzugehen. Sie pochen auf den Gesundheitsschutz von Lehrern und Schülern. Vernünftige Vorschläge vom Tisch zu wischen in der Hoffnung, die Infektionszahlen würden schon irgendwie sinken, sei verantwortungslos, sagt die Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, Marlis Tepe.

Die Kultusminister befürchten durch Wechselunterricht oder "Homeschooling" Bildungsverluste und soziale Nachteile für Schüler. OECD-Bildungsdirektor Andreas Schleicher hatte auf mögliche Langzeitfolgen der Schließungen und des Schichtbetriebs vor dem Sommer verwiesen:

Die Lernverluste, die in dieser Krise entstanden sind, die kann man wahrscheinlich mit drei Prozent verlorenem Lebenseinkommen im Durchschnitt gleichsetzen.

Kultusminister sträuben sich

Nordrhein-Westfalens Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) empörte sich über den Vorstoß der Nationalen Wissenschaftsakademie Leopoldina, die Schulpflicht ab dem 14. Dezember auszusetzen. Auch Baden-Württembergs Bildungsministerin Susanne Eisenmann (CDU), kritisierte die Leopoldina. Flächendeckende Schulschließungen wolle man zwingend vermeiden.

Von jenen, die die Schulen offen halten wollen, ist immer wieder ein Satz zu hören: "Schulen sind keine Treiber der Pandemie." Die stellvertretende FDP-Fraktionschefin Katja Suding forderte "ein eindeutiges Bekenntnis zum Präsenzunterricht und eine Absage an bundesweit verlängerte Ferien". Über Wochen geschlossene Schulen könnten für Eltern zur Existenzfrage werden und Schülern aus benachteiligten Haushalten die Zukunftschancen verbauen.

Ein Thema auf der Kultusministerkonferenz: Angela Merkel hat in ihrer Rede vor dem Bundestag Schulschließungen befürwortet. Auch die Leopoldina fordert längere Weihnachtsferien.

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Das Robert Koch-Institut (RKI) schreibt in seinen Empfehlungen für die Schulen, Kinder seien seltener betroffen als Erwachsene. RKI-Chef Lothar Wieler fügte aber hinzu, dass in Schulen "selbstverständlich" auch Infektionen stattfänden. Schulen seien momentan die einzigen Orte, wo noch viele Menschen auf einem engen Raum zusammengebracht würden. In vielen Fällen bliebe unklar, wer sich wo angesteckt hat, denn vor allem viele junge Menschen und Kinder zeigen keine Symptome.

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